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Das Hinspiel gegen Oldenburg verloren Tyrese Rice (r.) und die Bayern deutlich © imago

Der FCB kämpft in Oldenburg gegen seine Auswärtsschwäche. Manager Pesic verweist bei SPORT1 auf die Probleme Berlins und Bambergs.

Von Raphael Weberund Michael Spandern

München - Vom Mia san Mia der meisterlichen Fußballer sind die Korbjäger des FC Bayern momentan meilenweit entfernt. Erst recht, wenn es auf Reisen geht.

Nach vier Auswärtspleiten nacheinander gegen in der Tabelle niedriger rangierende Teams geht es für die in der Beko BBL auf Platz 5 abgerutschten Münchner am viertletzten Spieltag (ab 19 Uhr LIVESCORES) zum Team der Stunde nach Oldenburg (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und die EWE Baskets sind für Marko Pesic, den Sportdirektor der Bayern, "auf jeden Fall Favorit", sagt er zu SPORT1.

Vizemeister Ulm gegen seine Nemesis

Die "Donnervögel", die acht ihrer vergangenen zehn Bundesliga-Partien gewannen und im April auch noch im Final Four der EuroChallenge antreten, haben sogar noch Platz 1 in Reichweite.

Der in der Turkish Airlines Euroleague gebeutelte Spitzenreiter Brose Baskets Bamberg steckt tief in der Krise, kassierte auch in der Bundesliga zuletzt einige Pleiten.

Und nun kommt der topmotivierte Tabellendritte ratiopharm Ulm in die Stechert-Arena, der nach elf Niederlagen in Folge gegen Bamberg - unter anderem die letztjährigen Finals - unbedingt seine Nemesis bezwingen will.

Pesic: Nicht nur Bayern auswärts schwächer

Bamberg hat zumindest den Heimvorteil, die Bayern drohen diesen im Kopf-an-Kopf-Rennen mit ALBA Berlin bereits für die Viertelfinals zu verlieren.

"Natürlich, es macht für jede Mannschaft in dieser Liga etwas aus, ob sie zu Hause oder auswärts spielt", räumt Pesic bei SPORT1 ein, leugnet aber ein Bayern-spezifisches Problem: "Wie spielt denn ALBA auswärts, wie spielt Bamberg auswärts?"

"Die einzige Mannschaft, die über die ganze Saison konstant gut spielt, und zwar nicht nur zu Hause, ist Oldenburg", lobt er den Gegner. "Die spielen auch als Mannschaft am besten zusammen. Zu diesem Zeitpunkt ist es für uns das schwierigste Spiel."

Bayern verzichteten auf EuroChallenge

Die Stärke der Niedersachsen führt er auch auf deren Spielpraxis aus dem internationalen Wettbewerb zurück: "Durch die Spiele in der EuroChallenge festigen sie sicherlich ihr Teamspiel, und auch von den Erfolgserlebnissen profitieren sie."

Die Bayern lehnten vor der Saison eine Teilnahme an der EuroChallenge ab.

Und Pesic gibt auch für die nächste Spielzeit kein Versprechen, sollte es wieder nur für den dritthöchsten Europapokal reichen: "Das werden wir situativ entscheiden, wenn es soweit ist."

Auswärtsschwäche trifft auf Festung

Zunächst einmal muss der FCB in der Festung Oldenburg bestehen. Ganze drei Heimpleiten erlaubte sich der Tabellenzweite bisher - gegen Tabellenführer Bamberg, die Eisbären Bremerhaven und Ulm.

"Oldenburg hat in dieser Saison sehr konstant gespielt, guten Offensiv-Basketball gezeigt und nun sogar noch gute Chancen auf den ersten Tabellenplatz", erklärt Coach Svetislav Pesic.

Dabei sieht Pesic vor allem die große Erfahrung im Kader als Vorteil auf Oldenburger Seite. Angeführt von Topscorer Chris Kramer punkten gleich fünf Akteure der EWE Baskets im Schnitt zweistellig.

Troutman fehlt

Bei Bayern machte sich dagegen zuletzt die Abwesenheit von Big Man Chevon Troutman bemerkbar. "Chevy fehlt uns schon außerordentlich", klagt Marko Pesic.

Der Amerikaner, mit 13,5 Punkten und 5,6 Rebounds effektivster Akteur, sollte ursprünglich nur zwei bis drei Wochen ausfallen. Doch selbst sein Einsatz am Samstag gegen Hagen, wenn die drei Wochen überschritten sind, steht in den Sternen.

Für seine einsetzbaren Spieler konstatiert Trainer Pesic aber: "Unsere physische Situation hat sich insgesamt verbessert."

Schlechte Erinnerungen ans Hinspiel

Mit einem souveränen 92:62-Heimsieg über den Mitteldeutschen BC konnten die Bayern am Wochenende zudem rechtzeitig vor dem Spitzenspiel Selbstvertrauen tanken.

Denn an das Hinspiel haben die Münchner keine guten Erinnerungen. Im heimischen Audi Dome setzte es eine 61:80-Klatsche.

Erst im Schlussviertel wurde eine noch derbere Packung verhindert, nachdem der FCB zwischenzeitlich sogar mit 30 Punkten hinten lagen.

Es war zudem das erste Spiel nach der Entlassung von Trainer Dirk Bauermann und die Premiere des mittlerweile ebenfalls ausgetauschten Yannis Christopoulos.

Bayern bangt um Heimvorteil

Unter Pesic ist der FCB jetzt gegen Oldenburg unter Zugzwang. Nur eine Niederlage weniger als ALBA haben die Münchner im Kampf um Platz 4.

Oldenburg könnte dagegen mit einem Sieg weiter Druck auf Bamberg machen.

Trainer Machowski erklärt das Duell mit Bayern demonstrativ zu einem "Spiel wie jedes andere auf dem Weg zu einer optimalen Ausgangslage".

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