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Chris Fleming (l.) ist seit 2008 Trainer der Brose Baskets Bamberg © imago

Der Bamberger Coach fordert einen Sieg im Topspiel. Außerdem erklärt er, was er von Heyders Attacken auf seine Spieler hält.

Von Raphael Weber und Christoph Lother

München - Die Brose Baskets Bamberg gegen ALBA Berlin, der amtierende Meister gegen den amtierenden Pokalsieger.

Es ist das Duell schlechthin in der Beko BBL, auch wenn bei den beiden Großmächten zuletzt nicht alles rund lief.

Tabellenführer Bamberg gelang zuletzt in nur drei von 14 Pflichtspielen ein Sieg, auch die Berliner haben einen Durchhänger hinter sich, durch den sie auf Rang fünf der Tabelle abrutschten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für beide Teams ist das Topspiel des 33. Spieltags (Sa., 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Gelegenheit kurz vor den Playoffs noch mal Stärke zu zeigen, einen Meilenstein auf dem Weg zum Titel hinzulegen.

Bei SPORT1 spricht Bambergs Coach Chris Fleming vor dem Spiel gegen ALBA über die Wichtigkeit der Partie, die Gründe, warum er trotz der jüngsten Krise an die Titelreife des Teams glaubt - und sagt seine Meinung zu den kritischen Angriffen von Manager Wolfgang Heyder auf seine Spieler.

SPORT1: Herr Fleming, wie wichtig wäre ein Sieg gegen ALBA mit Blick auf das Selbstvertrauen, das sie in die Playoffs mitnehmen?

Fleming: Das Spiel wird sehr wichtig sein. Es ist ein echtes Topspiel zum Abschluss der Vorrunde. Wir spielen zu Hause und wollen gewinnen.

SPORT1: In den vergangenen Jahren war Bamberg gegen ALBA auch tabellarisch das absolute Spitzenspiel der Liga. Aktuell liegen Ulm, Oldenburg und die Bayern zwischen den beiden Teams. Haben sich die Kräfteverhältnisse verändert?

Chris Fleming: Nicht grundsätzlich. Ich denke einfach, dass die Euroleague beide Teams viel Kraft gekostet hat. Dass ALBA aber immer noch ein Spitzenteam ist, hat es beim Pokal bewiesen.

SPORT1: Hat neben der Euroleague auch der FC Bayern zu der momentanen Entwicklung der Liga beigetragen? Immerhin geht es zurzeit an der Spitze ganz schön eng zu.

Fleming: Durchaus. Aber das beschränkt sich nicht nur auf Bayern München, da muss man auch Mannschaften wie Ulm oder Oldenburg hinzu zählen.

SPORT1: Der personelle Aderlass bei den Brose Baskets vor dieser Saison war sehr groß. Wie schaffen Sie es, diese Abgänge immer aufzufangen?

Fleming: Wir haben eine gute Basis im Team, einen Kern von Leuten, die schon seit einigen Jahren hier sind. Dass wir die Abgänge kompensieren können, müssen wir aber erst noch endgültig beweisen. Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange kein fertiges Produkt.

SPORT1: In der Liga ist Bamberg aber auch in diesem Jahr wieder ganz vorne. Was machen Sie besser als beispielsweise ALBA?

Fleming: Dafür, dass sie die Saison trotz schwieriger Bedingungen bislang so gut gemeistert haben, muss ich meine Spieler loben. Ich denke, auch ALBA würde besser da stehen, wenn sie öfter mal zwei statt nur einen Tag Pause zwischen ihren Euroleague- und Liga-Spielen gehabt hätten. Das hat die Berliner mit Sicherheit ein paar Punkte gekostet.

SPORT1: Welche Rolle spielen über so eine gesamte Saison hinweg Ihre etablierten Kräfte wie Anton Gavel oder Casey Jacobsen?

Fleming: Die hatten natürlich eine große Verantwortung zu tragen und das haben sie gut gemacht. Sie sind unsere großen Führungsfiguren und ohne diese beiden wären wir sicherlich nicht Erster.

SPORT1: Zuletzt lief es bei Ihrem Team allerdings gar nicht mehr rund. Auch gegen Artland kassierten Sie unter der Woche eine Niederlage. Was läuft aktuell schief?

Fleming: Wir haben seit dem Top-4-Wochenende eigentlich durchgehend gut trainiert. Es gab aber immer wieder Verletzungen und personelle Umbauten. Wir befinden uns in einer Phase, in der wir an unserem Feinschliff arbeiten. Wir haben noch einiges zu tun, aber ich bin überzeugt, dass wir über eine Mannschaft verfügen, die am Ende wieder ganz oben stehen kann.

SPORT1: Manager Wolfgang Heyder hat in dieser Saison Spieler harsch und teilweise auch persönlich kritisiert. Halten Sie das für den richtigen Weg?

Fleming: Ich denke, Wolfgang weiß was er tut. Er hat den Verein über Jahre hinweg hervorragend geführt und ich stelle seine Entscheidungen nicht in Frage. Wichtig ist, dass wir innerhalb der Mannschaft an uns glauben. Wir sind Erster und haben noch einiges Potenzial, das wir bisher nicht ausgeschöpft haben.

SPORT1: Kürzlich haben Sie mit Ihrem Team an einem Trommelkurs der Bamberger Symphoniker teilgenommen. Was sollte diese Maßnahme bezwecken? War das eine Form der Ablenkung und Krisenbewältigung?

Fleming: Als Krisenbewältigung war das nicht gedacht. Immerhin hatten wir die beiden Spiele davor gewonnen, unter anderem auch gegen Ulm. In erster Linie ging es darum, etwas gemeinsam außerhalb der Spielfläche zu unternehmen und Spaß zu haben.

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