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Am letzten Spieltag der regulären Saison trauert Ludwigsburg (l.), Hagen feiert © imago

In Ludwigsburg herrscht nach dem Abstieg große Ungewissheit. Hagen freut sich über die unverhoffte Playoff-Teilnahme.

München - Mit leerem Blick saßen die Spieler auf der Bank und schauten regungslos mit an, wie der Alptraum bittere Wirklichkeit wurde.

Elf Jahre nach ihrer Rückkehr in die Beko Basketball-Bundesliga sind die Neckar Riesen Ludwigsburg wieder geschrumpft und stehen am Ende einer verkorksten Saison als Absteiger fest.

Die einzige Hoffnung auf eine Zukunft im Oberhaus ist eine Wildcard, doch daran dachte erst einmal niemand.

Unmittelbar nach Spielende waren die Ludwigsburger damit beschäftigt, sich neu zu sortieren.

Sorgen um die Zukunft

Denn mit dem Gang in die zweitklassige ProA hatte sich vor dem Saisonfinale kein Verantwortlicher ernsthaft beschäftigt - zumindest öffentlich.

"Wir wollten das Spiel gewinnen. Wie es weiter geht, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen", sagte der Klubvorsitzende Alexander Reil nach dem 72:77 bei den Frankfurt Skyliners.

"Wir haben zu spät angefangen"

Ludwigsburg hatte sein Schicksal selbst in der Hand, doch den Schwaben versagten die Nerven - und der frühere Meister Frankfurt rettete sich.

Frühzeitig liefen die Gäste im "Endspiel" einem Rückstand hinterher, der Schaden war am Ende nicht mehr zu reparieren (STENOGRAMME: 34. Spieltag).

"Wir haben zu spät angefangen. Frankfurt war besser", stellte Trainer John Patrick fest. Der Amerikaner war erst Anfang des Jahres nach Ludwigsburg geholt worden, hatte den Absturz aber auch nicht aufhalten können.

Wildcard oder nicht?

Ob der Absteiger tatsächlich eine Wildcard erhält, so wie etwa die Giessen 46ers im Vorjahr, ist völlig offen.

ProA-Finalist Düsseldorf Baskets kämpft trotz fehlender Lizenz für die Bundesliga noch um den Aufstieg, dazu soll in Hamburg ein neues Team aus der Taufe gehoben werden - ein weiterer Kandidat.

Viele Fragen bleiben.

Hagen überrascht sich selbst

Ludwigsburg steht vor einer ungewissen Zukunft und muss sich ab sofort Gedanken über die kommende Saison machen, dagegen sind die Telekom Baskets Bonn und Phoenix Hagen noch im Geschäft.

Auf den letzten Drücker schafften beide Teams den Sprung in die Meisterrunde.

"Wer hätte gedacht, dass wir schon in diesem Jahr die Playoffs erreichen?", fragte Hagens Trainer Ingo Freyer im Anschluss an das 99:88 gegen den Mitteldeutschen BC.

Das Überraschungsteam der Saison hat sich selbst verblüfft. Freyer will so weitermachen: "Dieser Erfolg soll keine Eintagsfliege sein."

Harter Brocken für Bonn

In der ersten Runde treten die Hagener ab dem kommenden Wochenende gegen Meister Brose Baskets Bamberg an und sind krasser Außenseiter, auch wenn im Heimspiel ein Erfolg über den Hauptrundensieger gelungen war.

Ebenfalls vor einem schweren Gang steht Bonn.

Das Team von Trainer Michael Koch bekommt es mit dem früheren Meister EWE Baskets Oldenburg zu tun.

[kaltura id="0_i8wacnib" class="full_size" title="Skyliners siegen - Peacock fliegt"]

Marihuana! Vaden entlassen

Dass die Rheinländer aber nicht zu unterschätzen sind, zeigte sich am Samstag beim 103:98 nach Verlängerung gegen Bayern München.

"Die Mannschaft hat sich bis zum Wadenkrampf aufgeopfert", lobte Koch: "Wir sind auch diesmal in einer schwierigen Situation zurückgekommen."

Erst unmittelbar vor dem entscheidenden Spiel hatte der Verein Topscorer Robert Vaden wegen positiver THC-Werte entlassen. Dennoch wurde das Saisonziel erreicht.

Bayern eröffnet Playoffs

Für die Bayern hatte die Niederlage keine Konsequenzen. Schon zuvor stand fest, dass die Mannschaft von Erfolgstainer Svetislav Pesic die Hauptrunde als Vierter abschließt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Viertelfinale geht es gegen ALBA Berlin (5.), den ehemaligen Klub des Serben.

Vizemeister ratiopharm Ulm spielt in der Runde der letzten Acht gegen die Artland Dragons (6.), los geht es am kommenden Samstag (19.00 Uhr). Zuvor (17.05) spielen die Bayern gegen Pokalsieger Berlin, der Auftakt der übrigen best-of-five-Serien erfolgt einen Tag später.

Die erste Runde im Überblick:

Brose Baskets Bamberg (1) - Phoenix Hagen (8)EWE Baskets Oldenburg (2) - Telekom Baskets Bonn (7)ratiopharm Ulm (3) - Artland Dragons (6)Bayern München (4) - ALBA Berlin (5)