Femerling hält die Zweite Liga für einen Ludwigsburger Absteiger für undenkbar. Ein Bonner Drogen-Fehltritt ärgert ihn.

Hallo Basketball-Freunde,

die Playoffs stehen vor der Tür, und eine turbulente Hauptrunde geht zu Ende. Hier mein kleines Fazit:

Positiv überrascht haben mich Teams wie Phoenix Hagen, Tübingen oder auch Trier. Die Feuervögel spielen vielleicht nicht meinen Lieblingsstil, aber der Erfolg gibt ihnen recht. Als Achter in den Playoffs werden sie die Bamberger bestimmt ein bisschen nerven.

Bei Oldenburg war ich mir sicher, dass sie gut spielen werden, aber als Zweiter hatte ich sie nicht auf der Rechnung.

Schon am ersten Spieltag gegen Bayern München war zu sehen, dass Oldenburg eine sehr homogene Mannschaft ist. Mit Dru Joyce, Konrad Wysocki, Julius Jenkins und Adam Chubb haben sie echte Persönlichkeiten im Team.

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Diese klasse Spieler mit den altgedienten Oldenburgern wie Rickey Paulding unter einen Hut zu bringen, ist ein Verdienst von Trainer Sebastian Machowski. Dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann, hat die letztjährige Saison mit Bobby Brown und Kenny Hasbrouk gezeigt, die regelmäßig um die Wette geballert haben.

Ludwigsburg hatte so richtig Pech. Die Liga war dieses Jahr verdammt eng, das Rennen um die Playoffs lief bis zum letzten Spieltag, und auch im Abstiegskampf herrschte Spannung bis zuletzt.

Für die ambitionierten Schwaben ist das extrem bitter. Ich war wirklich überrascht, dass sie in die Pro A müssen. Besonders Nationalspieler Lucca Staiger tut mir leid. Er hat gute Leistungen über die gesamte Saison gezeigt, und ich hätte ihm den Erfolg mit der Mannschaft gewünscht.

Zweite Liga ist für ihn undenkbar. Nach den harten Jahren in Berlin dürfte ihm die vergangene Saison Selbstvertrauen gegeben haben. Lucca wird bestimmt sehr begehrt sein, Ulm könnte zum Beispiel gut passen.

Beim Thema Nationalspieler habe ich die Beschränkung auf sechs Ausländer im Kader sehr begrüßt. Es hat die Qualität der BBL nicht herabgesetzt, ganz im Gegenteil: es war spannender und attraktiver als im letzten Jahr.

Die Liga kann sich international absolut sehen lassen und ist auf einem sehr guten Weg.

Die deutschen Jungs wie zum Beispiel Philipp Schwethelm oder Daniel Theis haben wirklich groß aufgespielt.

Braunschweigs Dennis Schröder gehört natürlich auch in diese Kategorie. Ob die Anmeldung zum NBA Draft richtig war, wird sich zeigen. Wenn es sein Traum ist, muss er es versuchen.

Der Hoop Summit hat gezeigt, dass er sich mit den anderen Talenten messen kann. Wenn er seine NBA-Chance bekommt, muss er sie nutzen, zurückkommen kann er immer.

Leider gab es auch ein paar unerfreuliche Ereignisse, und die liegen noch gar nicht so lange zurück. Gemeint ist die Episode Robert Vaden.

Die Entlassung des Bonner Topscorers wegen positiver THC-Werte ist mir ein absolutes Rätsel. Wie kann einem in dieser entscheidenden Phase der Saison so langweilig sein, dass man solch eine Dummheit begeht?

Vaden hat über acht, neun Monate mit den Bonner Jungs geschwitzt und gekämpft, und dann mit diesem egoistischen Move eine ganz schlechte Entscheidung getroffen.

Nicht auszudenken, wenn Bonn im letzten Spiel gegen Bayern ohne ihn verloren hätte und die Playoffs verpasst worden wären.

Aber jetzt Schluss mit der Schwarzmalerei. Das Titelrennen geht in die heiße Phase und startet am Samstag (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) mit dem Knaller Bayern München gegen ALBA Berlin.

Bis bald,

EuerPatrick Femerling

Patrick Femerling, geboren 1975, ist aktuell mit 221 Einsätzen von 1996 bis 2009 Rekordspieler in der deutschen Nationalmannschaft. Mit dem DBB-Team gewann er WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005. Er wurde Meister und Pokalsieger in Deutschland, Spanien und Griechenland.

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