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Bayern-Chef Hoeneß lenkte sich auch bei Spiel 1 im Audi Dome von der Steueraffäre ab © getty

Der FCB schlägt vor Hoeneß' Augen Berlin auch in Spiel 3, steht trotz Nervosität erstmals im Halbfinale. ALBA wacht zu spät auf.

Vom FC Bayern berichtet Florian Pertsch

München - Der FC Bayern München hat auch Spiel 3 der Viertelfinal-Serie der Beko-BBL-Playoffs gegen ALBA Berlin gewonnen und die Hauptstädter per Sweep - 3:0 in der Best-of-Five-Serie - in die Sommerferien geschickt.

Durch den 89:83-Sieg steht die Mannschaft von Trainer Svetislav Pesic zum ersten Mal seit dem Bundesliga-Aufstieg im Halbfinale und trifft hier auf den Sieger des Duells zwischen Meister Brose Baskets Bamberg und Phoenix Hagen.

"Es ist schon ein großer Erfolg, in den Playoffs mit 3:0 zu gewinnen", freute sich Pesic, "aber ALBA mit 3:0 zu besiegen - das ist schon etwas Besonderes."

Ohne den an der Schulter verletzten Nihad Dejdovic lag Berlin zu keinem Zeitpunkt der Partie vorne und blies zu spät zur Schlussoffensive.

Es tropft durchs Hallendach

Topscorer der Bayern war Tyrese Rice, der 20 Punkte ablieferte. Die Big Men Jared Homan und Chevon Troutman steuerten jeweils 15 Zähler und sieben Rebounds bei. Auf Seiten der Berliner überzeugte Heiko Schaffartzik mit 17 Punkten, davon vier Dreier.

Die 6700 Zuschauer - darunter FCB-Präsident Uli Hoeneß und Fußball-Star Bastian Schweinsteiger - verwandelten die Halle auch in Spiel 3 gleich zu Beginn in einen Hexenkessel, mussten sich aber zunächst gedulden:

Ein Loch in der Hallendecke schickte fleißig Wasser aufs Parkett und stoppte die Partie nach 19 Sekunden. Im Anschluss war es das gleiche Bild wie in den vorangegangenen zwei Duellen. Bayern setzte dem Aufbau-Spiel Berlins mit harter Verteidigung zu.

Berlin macht der Druck zu schaffen

Steffen Hamann zog gegen DaShaun Wood ein Offensiv-Foul, Center Jared Homan rupfte Albert Miralles unter dem eigenen Korb. (SERVICE: Die Stenogramme der Viertelfinals)

Offenisv knüpften die Bayern an ihre guten Leistungen jenseits der Dreierlinie an.

ALBA machte die Drucksituation sichtlich zu schaffen, Pässe ins Nichts und ein Airball von Wood brachten Trainer Sasa Obradovic beim Stand von 7:17 aus Berliner Sicht früh zum Kochen.

Tyrese Rice drehte in den letzten vier Minuten des Viertels, erzielte insgesamt acht Punkte und sorgte für eine Zwölf-Punkt-Führung (25:13).

Rückwärts-Dunk von Chevy

Im zweiten Abschnitt zündete Hamann mit einem Steal und Hechtsprung-Pass auf Chevon Troutman das Highlight. Der Bayern-Forward verwertete den Assisst per Rückwärts-Dunk.

Bayern fand wieder schneller als ALBA seine Linie, Yotam Halperin streute einen Dreier ein und Rice zauberte ein letztes Mal vor der Halbzeit. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Playoffs)

Der flinke Guard tauchte unter dem Korb durch und legte den Ball gegen zwei Berliner spektakulär in den Ring. Homan traf noch zwei Freiwürfe und sorgte für den 44:28-Pausenstand.

Vorsprung schmilzt von 20 auf 8

Knallharte Abwehrarbeit bestimmte den Start der zweiten Hälfte.

Wood und Deon Thompson fanden in Hamann ihren Meister und kassierten Offense-Fouls, ALBA-Center Idbihi revanchierte sich bei Hamann mit einem deftigen Block.

Bayern erhöhte den Vorsprung auf 20 Punkte (48:28) Mitte des dritten Viertels, ehe Heiko Schaffartzik zwei Dreier in Folge traf und auf 36:50 verkürzte.

Berlins Sven Schultze nahm sich an Schaffartzik ein Beispiel, traf ebenfalls eine Dreier, und drei Minuten vor dem Schlussviertel schmolz der Bayern-Vorsprung auf acht Zähler (50:42).

Miralles mit zwei unsportlichen Fouls

Die Münchner fingen sich aber schnell und konnten sich abermals auf Point Guard Rice und Brandon Thomas verlassen. Das Duo erzielte in den letzten drei Minuten zusammen elf Punkte und sorgte für die 61:45-Führung der Bayern.

Im Schlussabschnitt lagen bei ALBA die Nerven blank. Miralles flog mit zwei unsportlichen Fouls vom Platz, Homan (5. Foul) folgte ihm auf die Bank.

In der hektischen Schlussphase bekamen die Bayern noch einmal zittrige Knie. Berlin kam 14 Sekunden vor dem Ende noch einmal auf drei Zähler (81:84) heran, doch Rice behielt an der Linie die Nerven.

Drei Sekunden vor dem Ende klaute Troutman im letzten ALBA-Angriff den Ball und servierte Halperin den Korbleger zum 89:83-Endstand.

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