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Matthias Sammer ist seit Juli 2012 Sportvorstand beim FC Bayern © imago

Der Sportvorstand lobt bei SPORT1 das Pesic-Doppel und nennt Trümpfe im Titelkampf. ALBAs Schaffartzik motzt übers Krisengerede.

Vom FC Bayern berichtet Florian Pertsch

München - Bestens gelaunt und topfit präsentierte sich Bayerns Fußball-Sportvorstand Matthias Sammer nach dem spannenden 89:83-Sieg (Bericht) der Münchner Basketballer über ALBA Berlin.

Keine Spur von Erschöpfung nach dem Basketball-Krimi in Spiel drei, und auch die Meisterfeier mit der Fußballabteilung hatte keine sichtbaren Spuren hinterlassen.

Frisch und fidel freute sich Sammer über den ersten Halbfinal-Einzug der Vereinsgeschichte und lobte die Atmosphäre im Klub.

"Trotz der hohen Ansprüche, ist das eine Familie bei Bayern. Das hat man wieder gesehen", erklärte Sammer im Gespräch mit SPORT1 und hofft auf weitere Großtaten der Basketballer:

"Wenn ich Trainer Svetislav Pesic sehe, Marco Pesic als Sportdirektor, dann ist das etwas ganz Besonderes. Ich wünsche ihnen alles Glück der Welt, dass sie etwas ganz Außergewöhnliches schaffen."

Sammer als Glücksbringer

In seiner Rolle als Talisman geht Sammer jedenfalls auf und verspricht auch in Zukunft seine uneingeschränkte Unterstützung:

"Ich war jetzt vier, fünf Mal in der Halle, und sie haben immer gewonnen. Also wenn sie mich brauchen, bin ich da."

Trainer Pesic wird es gerne hören, denn auch wenn seine Mannschaft im Viertelfinale gegen ALBA Berlin keine Partie verlor, 100 Prozent zufrieden war der Serbe nicht (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Playoffs).

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Pesic nicht ganz zufrieden

"Wir haben gezeigt, dass wir nicht immer so gut sind, wie es manchmal den Anschein hatte", analysierte der 63-jährige Coach vor allem das letzte Viertel, in dem die Berliner noch einmal bedrohlich nah an die Münchner herankamen (SERVICE: Die Stenogramme der Viertelfinals).

Nur um im nächsten Satz sein Team und das des Gegners wieder zu loben: "ALBA hat großen Charakter gezeigt, das fordert Respekt. Aber ganz so schlecht sind wir eben auch nicht, schließlich haben wir die Serie 3:0 gewonnen."

Fußball-Experte Sammer wollte Bayerns Stärke bei SPORT1 nicht genau taxieren und wagte folglich keine Prognose auf den weiteren Verlauf der Playoffs:

"Ich kann die Chancen natürlich nicht so gut einschätzen, aber ich weiß, dass wir stark sind und gut geführt. Das ist schon mal eine Menge wert."

Obradovic urteilt: "Keine schlechte Saison

Gedanken über die Playoffs sind in Berlin seit Samstag überflüssig.

Wie schon im vergangenen Jahr gegen Würzburg war im Viertelfinale Schluss, Trainer Sasa Obradovic bewertet die Saison dennoch nicht negativ.

"Wir sind Pokalsieger und waren in der Euroleague unter den Top 16. Es war keine schlechte Saison", erklärte der Ex-ALBA-Spieler, räumte aber ein, dass die Pokalwettbewerbe einen hohen Preis gekostet haben:

"Wir hatten so viele Verletzte. In letzter Zeit war fast kein Training mehr möglich."

ALBA-Coach hält nun zu Bayern

Dem FC Bayern und seinem ehemaligen Mentor Pesic drückt Obradovic nach dem Aus die Daumen.

"Ich werde Svetislav auf dem Weg zum Titel anfeuern", versprach der Serbe.

Bei Berlins Guard Heiko Schaffartzik ging der Blick noch nicht so schnell nach vorn, der Frust über das Playoff-Debakel saß tief:

"Der FC Bayern war uns in allen Belangen überlegen. Wir waren der krasseste Außenseiter, den man sich vorstellen kann. Trotzdem ist es für mich eine Enttäuschung, in der ersten Runde auszuscheiden."

Schaffartzik ärgert sich über interne Stimmung

Noch etwas mehr nervte ihn aber das ständige Rumoren im Klub.

"Wir haben Top-16 in der Euroleague gespielt und den Pokal gewonnen. So schlecht war die Saison also nicht. Trotzdem werden wir dauernd kritisiert", machte er seinem Ärger Luft.

Die Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft sei aber intakt: "Wenn das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer nicht intakt wäre, hätten wir irgendwann gesagt: 'Scheiß drauf, wir geben das Spiel ab.' Haben wir aber nicht."

Kein Kontakt zu Klub-Boss Baldi

Beim Thema ehemaliger Serienmeister und der damit verbunden Anspruchshaltung verlor der Berliner dann aber kurz die Fassung:

"Wir sind der ehemalige Serienmeister. Es wird also etwas, was dieser Verein früher war, auf die Gegenwart angewendet. Das macht doch überhaupt keinen Sinn. Wir haben in den letzten fünf Jahren zwei Titel geholt. Da kann man wirklich nicht davon sprechen, dass wir der Krösus in irgendwas sind."

Wie sehr der Haussegen in Berlin schief hängt, beweist Schaffartziks Aussage, dass er mit ALBA-Boss Marco Baldi quasi gar nicht kommuniziere.

"Meine Vorgesetzten sind Trainer Sasa Obradovic und Sportdirektor Mithat Demirel. Ganz oben im Verein kommt irgendwann Marco Baldi. Warum sollte ich mit ihm sprechen, oder er mit mir? Das ist nicht nötig", meinte Schaffartzik.

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