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Gavel wurde als erster Deutscher zum Finals-MVP gewählt © getty

Heyder beschleicht ein "ungutes Gefühl", der Finals-MVP blockt ab. Bei den Münchnern könnte der Fußball-Reflex ziehen.

Von Florian Pertsch

München - Die Champagner-Korken jagten durch die Stechert-Arena, das Weißbier besudelte das Parkett.

Die Freaks aus Bamberg wurden ihrem Namen gerecht und setzten an zur nächsten wilden Meisterfeier.

Mittendrin im Trubel: Anton Gavel. Abgekämpft aber glücklich feierte er mit den Teamkollegen die vierte Bamberger Meisterschaft in Folge (735458DIASHOW: Die Bilder der Meisterfeier).

Es könnte der letzte Beko-BBL-Titel des slowakischen Guards mit deutschem Pass in Oberfranken gewesen sein.

Bayern baggert wieder los

Denn wie schon im letzten Jahr soll Bayern München seine Fühler nach dem wertvollsten Spieler der Final-Serie ausgestreckt haben.

Gavel selbst bügelte sämtliche Erkundigungen nach der Zukunft mit "nächste Frage" ab, Manager Wolfgang Heyder beschlich zumindest ein "ungutes Gefühl".

Aber Heyder wäre nicht Heyder, wenn er nicht sofort ankündigen würde, um "Tono" kämpfen zu wollen.

"Wir werden bissig sein, wir werden gegen das große Geld aus dem Süden ankämpfen", stichelte Heyder in Richtung München.

Vertrag soll vorzeitig verlängert werden

Hinzu kommt, dass Gavel noch bis 2014 in Bamberg unter Vertrag steht, der, wenn es nach Heyder ginge, schleunigst verlängert werden soll.

"Ich bin mir ziemlich sicher, dass Anton bei uns bleiben wird und auch Euroleague spielt", sagte Heyder zur "dpa": "Wir werden uns zusammen mit dem Hauptsponsor bemühen, Anton auch über das Jahr hinaus zu binden."

Zumal der Geldgeber vor einer Verlängerung des Sponsorings bis 2018 steht, das dem Klub jährlich rund zwei Millionen Euro einbringen soll.

Faktor Euroleague fällt weg

Die Euroleague könnte in diesem Tauziehen aber der entscheidende Faktor sein - bzw. als Bambergs Bonus wegfallen.

Denn Bayern wird wohl für die kommende Saison eine Wildcard für den höchsten europäischen Wettbewerb erhalten und in Anbetracht des eigenen Anspruchsdenkens den Etat noch einmal anheben.

Üppiges Gehalts-Angebot

In der vergangenen Saison sollen die Bayern einen hohen sechsstelligen Betrag für Gavel geboten haben, mit dem deutschen Pass und einer unverändert starken Leistung dürfte das Gehalts-Angebot nicht gerade gesunken sein.

Nach dem knappen Aus gegen Bamberg im Playoff-Halbfinale drohen die Korbjäger des großen Klubs aus München in den Habitus der Fußballer zu verfallen.

Den Gegnern die besten Spieler abknüpfen, sie so schwächen und sich selbst relativ risikolos, weil nicht die Katze im Sack kaufend, zu verstärken.

Gavel wäre die logische Konsequenz bei den Münchnern, denn auf den Guard-Positionen besteht bald Handlungsbedarf.

Steffen Hamann wird nicht jünger, ebenso Demond Greene, und ob Tyrese Rice sowie Yotam Halperin, deren Verträge Ende Juni auslaufen, bleiben, gilt ebenfalls als nicht gesichert.

Schwethelm und Staiger mögliche Kandidaten

Zumal Bayern deutsche Spieler braucht, die das Niveau signifikant heben, und die sind eben rar wie ein sicherer Freiwurf von Jared Homan in den Playoffs.

Leihgabe Philipp Schwethelm wäre ein Rückholkandidat, doch der Guard fühlt sich in Ulm sehr wohl und würde gerne beim Team von Trainer Thorsten Leibenath bleiben.

Bliebe noch Lucca Staiger, der mit Ludwigsburg aus der Liga absteigen musste und derzeit ohne Vertrag ist.

Staiger würde als guter Dreierschütze und Nationalspieler gut in Pesic' Konzept passen.

Dass der Serbe dem 25-Jährigen vertraut, bewies er vergangenen Sommer mit der Berufung in den DBB-Kader, obwohl Staiger bei Berlin das Feld fast nur von der Auswechselbank gesehen hatte.

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