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Zwei kommen, einer geht?: Staiger (l.) und Bryant (M.) sollen zum FC Bayern © imago

Wie sieht Bayerns Kader für die neue Saison aus? Pesic kündigt bei SPORT1 baldige Entscheidungen an. Schwethelm bleibt in Ulm.

Von Raphael Weber und Michael Spandern

München - Die Arbeiten für den Großangriff laufen auf Hochtouren.

Bayern München will nach dem Viertelfinale 2012 und Halbfinale in dieser Saison in der Beko BBL jetzt den Meistertitel in Angriff nehmen. Dafür müssen allerdings noch Spitzen-Neuverpflichtungen her.

Mit John Bryant und Lucca Staiger soll sich der FCB bereits zwei hochkarätige Zugänge gesichert haben.

Speziell MVP Bryant wäre ein echter Kracher - dass man sich mit "Big John" über einen Wechsel bereits einig sei, will Bayerns Sportdirektor Marco Pesic bei SPORT1 aber nicht bestätigen.

"Das ist so nicht richtig", erklärte der Sohn von Trainer Svetislav Pesic: "Ich gebe keine Wasserstandsmeldungen ab."

Bryant verlässt Ulm

Fest steht aber, dass Star-Center Bryant, der mit 16,1 Punkten und 10 Rebounds pro Partie erneut zum wertvollsten Spieler der BBL gewählt wurde, ratiopharm Ulm verlässt.

Die Interessenten dürften beim Amerikaner Schlange stehen, zumal er auch im Eurocup mit 16 Punkten und 9 Rebounds für Aufsehen sorgte und trotz Viertelfinal-Aus mit Ulm ins First Team des Turniers gewählt wurde.

Die Entscheidung pro Bayern soll aber schon gefallen sein, wie die "AZ" berichtet. Ausgerechnet Manager Wolfgang Heyder von Meister Brose Baskets Bamberg verkündete bereits vor Wochen, dass die Bayern Bryant holen und erklärte in der "Bild": "Den wollten wir auch, ist aber für uns nicht finanzierbar."

Euroleague als Knackpunkt

2,11-Meter-Brecher Bryant erklärte beim Abschied, dass er kommende Saison in der Euroleague spielen will - eine Bedingung, die Ulm nicht erfüllen kann, Bayern wohl schon.

Denn der FCB wird höchstwahrscheinlich eine Wildcard für die Königsklasse bekommen.

Fix ist das allerdings noch nicht. Gut möglich, dass sich die offizielle Bestätigung des Transfers von Bryant an die Isar deshalb verzögert.

Staiger wohl auch im Anflug

Der Wechsel von Dreierspezialist Staiger von den Neckar Riesen Ludwigsburg zum FCB soll nach übereinstimmenden Medienberichten schon sicher sein. Bis 2015 soll Staiger laut "SZ" bei Bayern unterschreiben.

Der 25-jährige Nationalspieler überzeugte beim Absteiger mit 12,2 Punkten pro Partie und wäre für Bayern in Zeiten der Kaderquote für deutsche Spieler besonders wichtig.

Pesic setzte bereits als Nationaltrainer vergangenen Sommer auf den exzellenten Schützen und berief ihn in den DBB-Kader, obwohl er zuvor bei ALBA Berlin selten gespielt hatte.

Schwethelm bleibt in Ulm

Egal, ob Staiger kommt oder nicht. Sein derzeit ausgeliehener Nationalmannschaftskollege Philipp Schwethelm bleibt definitiv in Ulm.

Der 24-Jährige hatte bei Bayern einen Vertrag bis 2014, der wurde allerdings aufgelöst.

"Es war keine einfache Entscheidung, aber wir haben in den Gesprächen mit Philipp gemerkt, dass er sich in Ulm sehr wohl fühlt. Der Verbleib in Ulm ist daher der richtige Schritt für seine weitere Karriere. Wir wollen Philipp da keine Steine in den Weg legen", begründete Marko Pesic den Entschluss.

Gespräche beendet, Benzing die Zukunft

Die Gespräche mit den Spielern des aktuellen Kaders haben die Bayern bereits beendet.

Nach dem Abschied von Aleksandar Nadjfeji, der Spielertrainer bei in Tübingen wird, soll jetzt vor allem die Zukunft der deutschen Spieler geklärt werden.

Wer bleibt und wer geht?

Neben Talent Paul Zipser dürfte auch Robin Benzing sicher bei den Münchnern bleiben. Trainer Pesic schwärmte im SPORT1-Interview kurz nach dem Halbfinal-Aus gegen Bamberg in höchsten Tönen vom 24-Jährigen.

"Robin Benzing ist die Zukunft dieses Vereins, nicht nur im nächsten Jahr. Er ist eine Leitfigur. Er ist der beste deutsche Spieler in der Bundesliga", verkündete Pesic: "Die Mannschaft hat sehr großen Respekt vor Robin, nicht nur vor seinen Leistungen, sondern auch vor seiner Professionalität. Er liebt München und ist Teil unserer weiteren Entwicklung."

Was wird aus Hamann und Co.?

Ob das auch für die deutschen Routiniers gilt, werden die kommenden Tage zeigen.

Die Verträge von Kapitän Steffen Hamann, Jan-Hendrik Jagla und Demond Greene wurden bislang nicht verlängert.

Mindestens sechs Deutsche müssen pro Partie im Team stehen - Bayerns Kaderplanungen werden also noch eine Weile auf Hochtouren weiterlaufen.

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