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Marko Pesic (l.) ist seit Mitte 2011 Sportdirektor der Bayern-Basketballer - und installierte Ende 2012 seinen Vater Svetislav als Trainer © imago

Bayerns Sportdirektor spricht bei SPORT1 über die Titelambitionen, die Neuzugänge und die Hilfe von Hoeneß und Guardiola.

Von Patrick Mayer

München - Marko Pesic kennt den Erfolg - und den Weg dorthin.

Mit der deutschen Nationalmannschaft holte er bei der WM 2002 die Bronzemedaille, bei der EM 2005 Silber. Als Leistungsträger führte er ALBA Berlin zu sechs deutschen Meisterschaften.

Er liebt die Professionalität und gibt an, noch nirgends solch professionelle Bedingungen vorgefunden zu haben, wie beim FC Bayern München. Pesic begann als Sportdirektor der Basketballmannschaft nach deren Aufstieg in die Bundesliga, seit Januar ist er Geschäftsführer des FC Bayern Basketball.

Diesen soll er gemeinsam mit seinem Vater Svetislav, der das Team trainiert, an die Spitze des deutschen Basketballs führen.

Vor dem Saisonstart in einer Woche in Bonn (Do., ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) spricht der 36-Jährige im Interview mit SPORT1 über Sticheleien aus Bamberg, die Zusammenarbeit mit Präsident Uli Hoeneß und den Austausch mit dem erstmals in der Halle anwesenden Pep Guardiola.

SPORT1: Herr Pesic, wann wird der FC Bayern die Nummer eins des deutschen Basketballs sein?

Marko Pesic: Am liebsten schon nach dieser Saison.

SPORT1: Sie haben eine intensive Transferperiode hinter sich. Das gefiel nicht jedem Kontrahenten. Es gab kritische Stimmen aus Berlin und Bamberg...

Pesic: Ich habe gute Beziehungen zu ALBA Berlin und den Brose Baskets Bamberg. Denn sie sind in erster Linie unsere Partner. Ich habe das nicht als Kritik aufgefasst, sondern als Analyse unserer Stärke. Unabhängig davon schaut der FC Bayern nur auf sich selbst.

SPORT1: Haben Sie diese Eigenschaft vom Präsidenten kopiert? Uli Hoeneß engagiert sich stark für die Münchner Basketballer.

Pesic: Es muss klar gestellt werden, dass das, was Herr Hoeneß für den Bayern Basketball macht, nicht selbstverständlich ist. Wir haben intern mit ihm zusammen die richtigen Strukturen für langfristigen Erfolg geschaffen. Ich kann sehr viel mitnehmen aus der Zusammenarbeit mit Herrn Hoeneß.

SPORT1: Zum Beispiel immer maximalen Erfolg anzustreben?

Pesic: Es geht immer darum, am Maximum zu arbeiten. Wer nicht am Maximum arbeitet und nach dem Maximum strebt, wird hinterfragt, weil er seinen Job nicht gemacht hat.

SPORT1: Sie haben Ihren Job gemacht und absolute Topspieler nach München geholt - Nationalspieler Heiko Schaffartzik ist nur ein Beispiel. Sie wirkten überrascht, dass alles so glatt lief.

Pesic: Weil ich so was noch nie erlebt hatte. Die Spieler wollten unbedingt zum FC Bayern kommen. Nach der ersten Kontaktaufnahme haben sie zwei, drei Tage für ihre Entscheidung gebraucht. Normalerweise zieht sich so was in die Länge. Doch jeder hat uns das Gefühl gegeben, unbedingt hierher zu wollen.

SPORT1: Mit den Bayern-Basketballern wollen die Neuen auch in der Euroleague erfolgreich sein. Ihr Vater sprach davon, dass man Europa zeigen wolle, dass der FC Bayern Basketball existiert - die einzige Zielsetzung?

Pesic: Wir möchten das Image des FC Bayern repräsentieren, selbstbewusst auftreten, erste Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus haben wir uns zum Ziel gesetzt, jedes Heimspiel in der Euroleague zu gewinnen und auch auswärts auf uns aufmerksam zu machen (DATENCENTER: Der Spielplan der Beko BBL).

SPORT1: Die Euroleague ist Neuland, einen Deutschen Meister namens FC Bayern München gab es seit 1955 nicht mehr. Was fehlt auf Bamberg?

Pesic: Nicht viel. Wir müssen schnell unsere Neuzugänge integrieren und das Zusammenspiel forcieren. Das kann zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nicht perfekt sein.

SPORT1: Es hatte den Anschein, dass sie sich mit den Neuzugängen auf allen Positionen doppelt absichern wollten, um die Gefahr einer Schwachstelle zu minimieren.

Pesic: Wir haben bei den Transfers einen guten Job gemacht. Es sind allesamt Spieler, die in der Lage sind, auf verschiedenen Positionen zu spielen. Das macht uns spieltaktisch unberechenbarer. Mein Vater hat für seine Arbeit mit dem Team viel mehr Optionen.

SPORT1: Eine Arbeit, die bis zum Titel führen soll. Wer sind die Meisterschaftskandidaten?

Pesic: Die üblichen Verdächtigen Berlin und Bamberg. In jeder Saison gibt es aber auch eine absolute Überraschungsmannschaft. Das traue ich diesmal den Artland Dragons zu, aber auch von Hagen erwarte ich eine starke Saison.

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