Vor dem Champions Cup legt Bamberg seinen neuen Star auf Eis - und holt einen Ersatz. ALBA ist nicht auf Flemings Rechnung.

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Von Michael Spandern

München - Um den ersten Titel der Saison spielt der FC Bayern nicht mit, dafür aber zwei vom FCB gebeutelte Teams.

Die Brose Baskets Bamberg haben jüngst die Macht des Münchner Geldes ebenso zu spüren bekommen wie die Albatrosse aus Berlin, die beim Beko BBL Champions Cup (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. LIVESTREAM) Gastgeber sind.

Vier Spieler aus dem Berliner Pokalsieger-Kader schnüren jetzt für den FCB die Stiefel. Genau wie der Mann, der Meister Bamberg kurzfristig aus der Patsche helfen sollte.

Bambergs Frontcourt dünn besetzt

Der Titelverteidiger, der nach der vierten Meisterschaft auch den vierten Champions Cup in Folge gewinnen möchte, hatte Boris Savovic an der Angel.

"Wir waren mit ihm einig, doch einen Tag später wurde uns gesagt, dass Boris zu den Bayern geht. Das müssen wir akzeptieren", sagte Manager Wolfgang Heyder.

Anstatt einen Zwei-Monats-Vertrag bei den Brose Baskets zu unterschreiben, verpflichtete sich der Power Forward lieber für die gesamte Saison beim Team von Trainer Svetislav Pesic.

Am Freitag schnappte sich der Meister dann doch noch einen Platzhalter für den vorerst aus dem Betrieb genommenen Novica Velikovic. Damir Markota, zuletzt bei Besiktas Istanbul unter Vertrag, unterschrieb für drei Monate.

Velickovic mindestens zwei Monate raus

Noch vor sechs Tagen spielte der 27-Jährige bei der EM mit Kroatien erfolglos um Bronze. Nach zehn Länderspielen in 19 Tagen (mit durchschnittlich 5,0 Punkten und 5,5 Rebounds) steigt er nun ohne Vorbereitung bei den Bambergern ein.

Zwar freut sich Heyder über "einen erstklassigen Ersatz" für Velickovic, doch angesichts dessen Meriten ist Markota nur ein Platzhalter.

Velickovic soll derweil für mindestens zwei Monate außerhalb des Mannschaftstraining an seiner Fitness arbeiten.

"Die Belastung wäre in seinem momentanen Zustand zu hoch", begründete Heyder am Sonntag die Entscheidung.

Das Risiko war den Verantwortlichen beim Transfer bewusst, schließlich hatte Real Madrid den MVP der serbischen Liga von 2009 und EM-Silbermedaillengewinner aus dem gleichen Jahr wegen einer Vielzahl von Verletzungen im Juni 2012 entlassen.

Seither hatte Velickovic nur abseits der großen Scheinwerfer bei Mega Vizura Matchpraxis gesammelt.

Fleming: Halbfinale kein glaubwürdiges Ziel

Doch auch ohne den erst 26 Jahre alten Pflegefall soll die Titeljagd der Bamberger weitergehen: "Nach vier Titeln in Folge ist es wahrscheinlich sehr schwer, zu behaupten, dass wir nur unter die ersten Vier kommen wollen", stellte Trainer Chris Fleming bei SPORT1.fm fest.

Und wollte auch gar nicht über den im Vergleich zu den Bayern niedrigeren Jahresetat von rund acht Millionen Euro klagen: "Es ist mir egal, wie die Budgets aussehen. Ich bin Basketball-Coach und kein Finanzmann."

Sportlich geht der US-Amerikaner ja auch mit Rückenwind in den Champions Cup: Mit drei Siegen fuhren die Bamberger am vergangenen Wochenende daheim den Maxit-Cup ein, zum Abschluss gab es ein klares 74:61 gegen Anton Gavels Ex-Klub Aris Thessaloniki.

Schlüsselduell Gavel gegen Logan

Ach ja, Gavel: Der Finals-MVP spielt trotz aller Lockrufe aus München und einem angeblicher Einigkeit über einen Wechsel weiterhin für die Brose Baskets.

Und trifft am Samstag in David Logan auf einen hochkarätigen Widersacher. Der US-Amerikaner mit polnischem Pass führte ALBA in der Vorbereitung zu neun Siegen in zehn Partien und wird von Kapitän Sven Schultze ob seiner Einstellung bereits als Vorbild gefeiert.

Dennoch geht Bamberg zumindest in diesen Titelkampf als Favorit. Für das Meisterrennen soll dann aber doch noch ein schlagkräftiger Power Forward kommen. Heyder weiß aber: "Zum aktuellen Zeitpunkt wird es nicht leicht, so einen Spieler zu finden, weshalb wir auch darauf vorbereitet sind, die Zeit mit unserem aktuellen Kader zu meistern."

Im Meisterrennen hat Fleming im Übrigen ALBA nicht auf der Rechnung: Als Mitkonkurrenten nannte er bei SPORT1.fm neben den Bayern Vizemeister EWE Baskets Oldenburg und ratiopharm ulm.

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