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David Logan verbucht 16 Punkte und sechs Assists © imago

Die runderneuerten Berliner düpieren Meister Bamberg und holen den Champions Cup. Der neue Leitwolf setzt den Siegtreffer.

Aus Berlin berichtet Michael Spandern

Berlin - ALBA Berlin hat seine neue Ära ohne Titelambitionen mit einem Titelgewinn eingeläutet.

Die bis auf Kapitän Sven Schultze komplett erneuerten Hauptstädter überraschten beim Champions Cup den Meister Brose Baskets Bamberg mit 79:78 (38:37), der diese Trophäe in den vorigen drei Jahren abgeräumt hatte.

Matchwinner für die gastgebenden "Albatrosse" war der in den USA geborene Pole David Logan, der 16 Punkte und sechs Assists verbuchte und den entscheidenden Korb erzielte. Bei den Oberfranken hielt Reservist Rakim Sanders dagegen.

"Wir hatten eine gute Vorbereitung. Die jungen Spieler haben eine guten Job gemacht. Aber wir müssen noch besser werden", sagte Logan nach dem Erfolg bei SPORT1. Ob er jetzt Berlins neuer Go-to-Guy ist? "Das ist der Grund, warum ich zu ALBA gekommen bin."

Ford gleich mal abgeräumt

ALBA-Trainer Sasa Obradovic berief Clifford Hammonds, Logan, Reggie Redding, Levon Kendall und Leon Radosevic in die Starting Five - Namen, an die sich die Beko BBL-Fans noch gewöhnen müssen.

Power Forward Kendall räumte gleich Sharrod Ford ab, Center Radosevic bewies sein feines Händchen, und die Gastgeber trumpften trotz erwartbarer Abstimmungsprobleme unerschrocken auf.

Defensiv allerdings hatten Berlins Lange ihre liebe Mühe mit den robusteren Ford und Maik Zirbes. Dafür begeisterte der aus Bonn geholte deutsche Center-Youngster Jonas Wohlfahrt-Bottermann (elf Punkte) die 9154 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof mit aufopferungsvollem Einsatz.

Gavel von Logan gerupft

Die Bamberger agierten dagegen, obwohl sie in der Startformation nur einen Neuen - Spielmacher Zackary Wright - aufboten, äußerst zerfahren und gerieten mit 12:18 in Rückstand.

Im zweiten Viertel führte Karsten Tadda den Meister heran, Reservist Rakim Sanders - am Ende mit 19 Punkten und sechs Rebounds herausragender Bamberger - drehte die Partie per Dreier zum 27:26.

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Dazwischen aber wurde ein Wurfversuch von Finals-MVP Anton Gavel vom 1,83 Meter kleinen Logan in die erste Stuhlreihe geblockt. Und vorne beeindruckte der Shooting Guard nicht nur mit Distanzwürfen, sondern auch mit einem Tip-In.

Berlins Lange vollenden Fast-Breaks

Knapp zwei Minuten vor der Halbzeit des nur selten hochklassigen Saison-Appetizers glich Meisterheld Gavel mit Freiwürfen, seinen ersten Punkten, zum 37:37 aus.

Auch nach dem Seitenwechsel straften die Big Men der "Albatrosse" ihre Kritiker, die sie als Schwachstelle ausgemacht hatten, weiter Lügen: Radosevic (16 Punkte, sechs Rebounds) schloss nach Defensivrebound einen Fastbreak per Korbleger, Wohlfahrt-Bottermann nach Steal per Dunking ab.

Doch nach Ballverlusten von Logan und Redding traf ausgerechnet Gavel einen Dreier zum Führungswechsel - 46:44. Und ALBA-Coach Obradovic regte sich auf, dass seine Mannen den Angriff nicht vorher mit einem Foul unterbunden hatten.

Gavels Buzzer-Beater zählt nicht

Die Gastgeber drehten jedoch in der letzten halben Minute des dritten Abschnitts einen 50:55-Rückstand dank Dreiern von Akeem Vargas und Logan. Der Buzzer-Beater von Gavel kam dagegen Sekundenbruchteile nach der Sirene und zählte nicht.

Zirbes, drei Wochen nach dem bitteren Vorrunden-Aus der Deutschen bei der EM wenig dynamisch, verpatzte Mitte des Schlussviertels einen Dunking deutlich. Und Gavel ließ sich erneut abblocken, diesmal von Wohlfarth-Bottermann.

2:21 Minuten vor Schluss kam es dann nach einer Provokation von Bamberg-Captain Casey Jacobsen an Vojdan Stojanovski zu einer Rudelbildung, auch sportlich tauschten Meister und Pokalsieger nun Treffer aus.

Ford vergibt die letzte Chance

Ford glich aus der Nahdistanz aus, legte trotz Fouls von Hammonds nach und traf per Freiwurf zum 78:75.

Radosevic verkürzte per Layup, Logan raste vom eigenen Korb zum gegnerischen und vollendete trotz Bedrängnis 6,8 Sekunden vor Schluss zum Siegeskorb.

Ford verfehlte dann mit viel Pech mit der Sirene einen Dreier aus der linken Ecke - die Überraschung war perfekt.

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