Meistercoach Fleming reagiert trotzig auf die Schlappe im Champions Cup. Berlins Matchwinner spricht bei SPORT1 von mehr Titeln.

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Vom Champions Cup berichtet Michael Spandern

Berlin - Kurz vor Saisonstart ist also auch Bambergs zweite Titelserie gestoppt (Bericht).

Die Brose Baskets, die im Frühjahr den Pokal nach drei Triumphen in Folge ALBA Berlin überlassen mussten, verpassten am Samstag den vierten Champions-Cup-Sieg nacheinander.

Doch die 78:79-Schlappe in Berlin (Bericht), wo die Ansprüche nach dem Radikalumbau und dem Exodus von vier Stars zum FC Bayern gesunken sind, ficht Trainer Chris Fleming nicht an.

Bambergs Kapitän heizt Atmosphäre auf

Statt sich zu ärgern, dass die Bamberger ihren in den Beko-BBL-Finals wiedererrichteten Nimbus der Unbezwingbarkeit in knappen Spielen los sind, machte er den "Albatrossen" ihren frenetisch gefeierten Erfolg madig.

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"Für die wichtigen Spiele gibt es Punkte", stellte Fleming bei SPORT1 klar, dass für ihn der Auftakt der Beko BBL am Mittwoch (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) gegen den Mitteldeutschen BC "viel wichtiger" ist.

Das hatte im vorigen Jahr, als die Oberfranken ratiopharm ulm nach Overtime niedergerungen hatten, noch anders gelungen. Und das hatte im Schlussviertel, als Kapitän Casey Jacobsen nach einem Allerweltszweikampf auf Vojdan Stojanovski losging und eine Rudelbildung heraufbeschwor, auch anders ausgesehen.

Ford zu langsam bei Logans Gamewinner

Doch außer dem neuen Edelreservisten Rakim Sanders (19 Punkte/6 Rebounds) und Sharrod Ford (11/6) setzte das bei seinen Mitspielern nicht den erhofften Energieschub frei.

Ford konnte zudem weder den neuen ALBA-Leader David Logan nach dessen Sprint übers gesamte Parkett am Korbleger hindern noch sechs Sekunden später mit der Schlusssirene Bambergs letzte Siegchance nutzen.

"Wir werden nicht in Tränen darüber ausbrechen", meinte Fleming. "Manchmal hören die Spieler besser zu, wenn sie mal ein Spiel verloren haben."

Zirbes "hängt hinterher"

Gerade seine lange Garde dürfte einiges zu hören bekommen. Schließlich konnten sich ihre 23 Jahre alten Gegenspieler Leon Radosevic und Jonas Wohlfarth-Bottermann (16 bzw. 11 Punkte) gehörig austoben.

Maik Zirbes "hängt hinterher", räumte Fleming nach dem behäbigen Auftritt des Nationalspielers ein, wollte das aber nicht auf das enttäuschende Vorrunden-Aus der Deutschen bei der EM zurückführen: "Er hat das längst hinter sich gelassen."

Angesichts der durchschnittlich nicht mal 10 Minuten Einsatzzeit, die Bundestrainer Frank Menz Zirbes gewährte, scherzte Fleming: "Er hat sich ja ausgeruht bei der EM. Auch wenn das nicht sein Wunsch war."

Defensiv besser als 2012/13?

Auch bei seinen anderen Schützlingen wollte er Müdigkeit nach der langen Vorbereitung nicht als Ausrede gelten lassen: "Das wäre Käse."

Stattdessen prangerte er die Probleme im Umschalten von Angriff auf Abwehr und in der 2-gegen-2-Verteidigung an.

Denen zum Trotz tönte Fleming: "Ich glaube definitiv, dass wir defensiv besser sein werden als in der vorigen Saison."

Hoffen auf Velickovic

Offensiv sollte Power Forward Novica Velickovic das neue Pfund werden, mit dem der Meister wuchert. Doch nach einer Knie-OP schlug die Reha nicht wie erwartet an, und der Trainerstab nahm den serbischen Star-Zugang aus dem Mannschaftstraining - für mindestens zwei Monate.

"Er wäre bereit gewesen. Aber wir dachten er sei in Gefahr", begründete Fleming und betonte: "Wir glauben hundertprozentig, dass Nole sehr stark zurückkommt. Er war ja in der Vorbereitung unser Topscorer, bevor wir ihn auf Eis gelegt haben."

Einstweilen soll der Euroleague erfahrene Damir Markota die Position übernehmen. Am Freitag wurde der Kroate nachverpflichtet, beim Champions Cup war er noch nicht vor Ort.

Logan forscher als die ALBA-Bosse

Stattdessen wurde einer, den Fleming bereits 2012 auf dem Zettel hatte, zum Matchwinner - 1,83-Meter-Mann Logan.

"Wir haben im Sommer vorigen Jahres miteinander gesprochen, bevor er nach Tel Aviv gegangen ist" berichtete Fleming und schwärmte: "David ist sicherlich der zur Zeit schnellste Spieler der BBL."

Der ist vom überraschenden ersten Titel längst nicht gesättigt: "Wir wollen so viele wie möglich gewinnen. Das ist unser Ziel", verkündete er bei SPORT1 viel forscher als seine Vorgesetzten. "Das war hoffentlich der Kick-Start für unsere Saison."

Dem bis auf Kapitän Sven Schultze komplett erneuerten und stark verjüngten Berliner Team will er "der bestmögliche Anführer sein. Ich hoffe, ihnen einiges beibringen zu können."

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