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Uli Hoeneß steht als Präsident des FC Bayern auch den Basketballern vor © getty

Größter Etat der Liga, neun neue Spieler, ein Ziel: Gegen Bonn starten Bayerns umformierte Basketballer in die neue Saison.

München - Zurückhaltung ist nur bedingt eine Eigenschaft von Uli Hoeneß.

Er denkt groß, das war in seiner Zeit als Fußballprofi so, und das ist so seit er ins Büro in der Säbener Straße gewechselt ist.

Dass der 61-Jährige diesen Weg mit dem Basketball-Projekt des FC Bayern konsequent fortsetzt, erscheint daher zwangsläufig. "Das Finale ist unser Minimalziel", sagte Hoeneß vor dem Saisonstart in Bonn (Do., ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) im Gespräch mit dem "kicker".

Missionar, kein Edelfan

Hoeneß ist auf einer Mission. Nicht etwa, weil ihm der Fußball langweilig geworden wäre.

Basketball hat es dem Bayern-Präsidenten einfach angetan. "Ich mag das Spiel", sagt er. Doch es geht ihm nicht darum, als Edelfan in der ersten Reihe zu sitzen, um in der Bundesliga Nebendarstellern zuzuschauen. (DATENCENTER: Der Spielplan der Beko BBL)

"Der FC Bayern kann es sich nicht leisten, eine durchschnittliche Mannschaft zu unterhalten."

Erwünschte Erfolg blieb aus

Schon in den vergangenen beiden Spielzeiten nach dem Aufstieg 2011 war der FC Bayern alles andere als durchschnittlich besetzt. Der erwünschte Erfolg stellte sich dennoch nicht ein.

Darum erfolgt in diesem Jahr der Großangriff.

Gleich neun neue Spieler wurden geholt, mehrheitlich von der Konkurrenz. Geld dürfte dabei nicht gerade eine untergeordnete Rolle spielen.

Transfers schwächten Gegner

"Die Spieler wollten auch zu uns, weil sich offenbar herumgesprochen hat, dass München ein guter Standort ist: eine Weltstadt mit Flair und tollem Publikum", sagte dagegen Hoeneß und wehrte sich damit gegen Kritiker einer zu offensiven Transferpolitik.

Den Bayern wird vorgeworfen, sich mit Transfers nicht nur selbst zu stärken, sondern auch die Gegner aus Methode zu schwächen. So wie es im Fußball oft der Fall war, angefangen bei Calle Del'Haye über Michael Ballack bis hin zu Mario Götze.

Gleich vier Profis kamen vom früheren Serienmeister ALBA Berlin.

"Natürlich wirkt es komisch", meint Hoeneß, "aber wir haben niemanden aus seinem Vertrag herausgekauft. Alle Spieler waren auf dem Markt."

"Mär der Konkurrenz"

Die Kritik sei deshalb völlig unangebracht, meinte er. Genauso wie die Anschuldigungen, der schwerreiche Verein würde im Fußball erwirtschaftetes Geld für die Basketballabteilung abzweigen.

"Kein einziger Euro fließt aus der Profifußball-AG in den Basketball", schilderte Hoeneß und klagte über die "Mär der Konkurrenz".

Wie hoch der Etat für die kommende Saison tatsächlich ist, verriet er nicht. Er sei jedoch "im Ligavergleich sehr hoch", das Budget für die Spieler liege aber nur bei "fünf bis sechs Millionen Euro."

Von wegen zweistellig, sagte er in Richtung der Konkurrenz aus Berlin und Bamberg. "Schlechter zahlen als die anderen tun wir auch nicht."

Ganz nach oben

Das Geld ist zweckgebunden angelegt: Die Münchner wollen mit aller Macht ganz nach oben.

Die bisherige BBL-Bilanz mit einem Playoff-Aus im Viertel- (2012) und einem im Halbfinale (2013) genügt den Ansprüchen nicht.

Macher Hoeneß hat ziemlich genaue Vorstellungen, wie es weitergehen soll. "Mein Traum ist es, irgendwann mit zwei Mannschaften auf dem Rathausbalkon stehen zu können: mit den Fußballern und mit den Basketballern", sagte er jüngst.

Bayern als Serienmeister?

Mit irgendwann ist wohl ganz konkret bereits diese Saison gemeint, der Kader ist für den Titelgewinn allemal gut genug.

Die Bayern als Serienmeister, Großteile der BBL-Gemeinde denken mit Grausen an ein solches Szenario.

Hoeneß hat aber auch hierfür eine Lösung parat: "Mir wäre am allerliebsten, wenn Borussia Dortmund eine Basketball-Abteilung aufbauen würde."

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