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Auch verletzungsbedingt oft hinter der Bande bei ALBA: Philip Zwiener (l.) und Joe Herber © imago

Der Bundestrainer stützt seine "Brandrede" mit Fakten: Nur vier seiner Kandidaten sind mehr als die Hälfte der Spielzeit aktiv.

Von Michael Spandern

München - Bundestrainer Dirk Bauermann weicht trotz Kritik aus der Bundesliga (Oldenburger wehren sich gegen Bauermann-Schelte) nicht von seiner Forderung nach einer höheren Deutschen-Quote ab.

Im Gegenteil: In einer Mitteilung des Deutschen Basketball-Bundes sagt er, auch die verschärfte Regelung, die in der nächsten Saison gilt, "wird substanziell nichts ändern und ist völlig unzureichend".

In der Spielzeit 2009/10 müssen nicht mehr drei, sondern vier Deutsche im Zwölfer-Spielkader eines BBL-Teams stehen.

Vorreiter Griechenland

"Im Basketball ist es nun mal im Wesentlichen so, dass mit acht Spielern agiert wird", erläutert Bauermann, warum die Deutschen weiterhin verzichtbar sein werden.

Dass dies momentan so ist, belegt er mit Zahlen: In der Bundesliga erhalten die Deutschen nur 16,5 Prozent der Gesamtspielzeit, während die in seiner Brandrede (Bauermann attackiert Vereine) attackierten US-Amerikaner 68,6 Prozent bekommen.

In den südeuropäischen Ligen ist der Spielzeitanteil der Einheimischen beträchtlich höher: 36,8 Prozent in Spanien, 49,9 Prozent in der Türkei und sogar 50,3 Prozent in Griechenland.

Viel Spielzeit für deutsche Legionäre

"Es ist meine Pflicht als Bundestrainer, dieses Thema deutlich beim Namen zu nennen. Nur so habe ich die Hoffnung, dass sich etwas ändern wird", betont Bauermann, der auch für die A-2-Auswahl zuständig ist.

Auch die Spielzeiten der Kandidaten für die A 1 und die A 2 bestätigten, dass "dringender Handlungsbedarf" besteht.

Während die fünf Legionäre Guido Grünheid (Athen), Yassin Idbihi (Limoges), Jan-Hendrik Jagla (Badalona), Sven Schultze (Larissa), Lucca Staiger (Iowa State/NCAA) mindestens auf durchschnittlich 17 Minuten pro Spiel kommen, schaffen dies nur sechs der 16 in der BBL tätigen Kandidaten. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

Schlusslicht Faßler

Und nur vier von jenen sechs werden mehr als die Hälfte der 40 Spielminuten eingesetzt: Die Bamberger Routiniers Robert Garrett und Demond Greene, Frankfurts Konrad Wysocki und Gießens Heiko Schaffartzik von den LTi Giessen 46ers, der mit 32,5 Minuten pro Partie Einsatzkönig ist.

Schlusslicht der 21 Akteure umfassenden Liste ist Oskar Faßler vom Pokalsieger ALBA Berlin, der durchschnittlich nur rund drei Minuten pro Spiel aufs Parkett darf.

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