Heiko Schaffartzik hievt den FC Bayern ins Halbfinale - unter Vorbehalt. Auch Pesic redet auf die Schiedsrichterin ein.

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Von Michael Spandern

München - Heiko Schaffartzik hat die Halbfinal-Serie für den FC Bayern entschieden - und sich den Unmut nicht nur der Besiegten zugezogen.

Zwar feierten die Münchner ihren Topscorer beim 82:75 über die MHP Riesen Ludwigsburg für seine vier Dreier im Schlussviertel. (DATENCENTER: Beko BBL Playoffs)

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Doch die wahrscheinlich spielentscheidende Aktion lieferte der Kapitän des deutschen Nationalteams unmittelbar vor seinem letzten erfolgreichen Distanzwurf zum 76:71:

Er redete den Unparteiischen ein, dass Ludwigsburg nicht den Gefoulten, sondern mit Michael Stockton einen ihrer besten Freiwurf-Schützen zu zwei fälligen Freiwürfen geschickt hätte. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Auch Pesic redet auf Schiedsrichterin ein

Zunächst durfte der Sohn von NBA-Legende John Stockton den ersten verwandeln. Dann zog Schiedsrichterin Anne Panther, auf die auch Svetislav Pesic eindringlich einredete, ihre Kollegen zu Rate.

Ergebnis: Sie ließen sich vom vermeintlichen Riesen-Betrug überzeugen - und fielen damit auf ein fragwürdiges Täuschungs-Manöver Schaffartziks herein.

Im Ludwigsburger Lager war der Ärger entsprechend groß. "So darf solch eine Serie nie und nimmer entschieden werden", ereiferte sich Präsident Alexander Reil. "Das wäre ein ganz schwaches Zeichen."

Schnelle Entscheidung erforderlich

Der Zorn vieler Basketball-Fans in den Sozialen Medien veranlasste die Beko BBL noch am Abend zu einer Reaktion:

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Die Riesen verfolgten den Protest am Montagmorgen wie angekündigt weiter. Auch NBA-Trainerlegende George Karl, Vater des Ludwigsburger Shooting Guards Coby Karl, beschäftigt das Thema:

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Nun holt Beko-BBL-Spielleiter Horstmann Stellungnahmen der Schiedsrichter, des Technischen Kommissars und des FC Bayern ein.

"Wir sind bemüht, zügig eine Entscheidung herbeizuführen", sagte Medien- und Kommunikationsleiter Dirk Kaiser auch angesichts der am Sonntag beginnenden Halbfinals zu SPORT1. Doch auch wenn bei Erfolg des Protests eventuell noch zwei Spiele zuvor absolviert werden müssten: "Güte geht vor Geschwindigkeit."

Riesen-Coach John Patrick gab sich bei SPORT1 sicher: "Ich glaube, wir haben eine sehr gute Chance, noch mal zu spielen."

Schiri-Irrtum auch von der Liga dokumentiert

Trotz des "handfesten Skandals" ("Ludwigsburger Kreiszeitung") glaubt die Mehrheit der Experten jedoch nicht, dass die Tatsachen-Entscheidung der Referees aufgehoben wird.

Doch die Liga hat den durch TV-Aufnahmen ohnehin eindeutigen Irrtum mittlerweile in ihrer Spielzugauflistung quasi dokumentiert:

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Demnach wurde tatsächlich Stockton von Bryce Taylor gefoult - nur der verwandelte Freiwurf ist, weil annulliert, nicht aufgeführt.

Mussten die Schiris den Freiwerfer bestimmen?

Warum Schaffartziks Täuschungsmanöver gegen seinen ehemaligen Klub überhaupt Erfolg haben konnte, ist Coach Patrick ein Rätsel. Schließlich würden normalerweise die Schiedsrichter bestimmen, wer die Freiwürfe auszuführen hat - und ließen Stockton zumindest beim ersten Versuch gewähren.

Eine Stellungnahme Schaffartziks gab es am Montag trotz SPORT1-Nachfrage nicht. Der FC Bayern verwies auf das schwebende Verfahren.

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