Der FCB muss nach dem Krimi gegen Oldenburg ums Finale zittern. Delaney ist sauer. Pesic ärgert nicht nur ein versäumtes Foul.

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Vom FC Bayern berichtet Jonas Nohe

München - Krimi, Thriller, Drama: Es gab viele Worte, mit denen die Beteiligten Spiel drei der Halbfinalserie in der Beko BBL zwischen dem FC Bayern München und den EWE Baskets Oldenburg anschließend beschrieben.

Oldenburgs Coach Sebastian Machowski sprach auf der Pressekonferenz gar von einem "epischen Spiel".

Sicher ist: Der 105:103-Sieg der Gäste (Spielbericht) nach zweimaliger Verlängerung im Münchner Audi Dome wird allen Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben.

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Oldenburg verkürzt auf 1:2

Abzuwarten bleibt dagegen, welche Auswirkungen das Spiel auf die restliche Serie hat. Kurzfristig gesehen verhinderten die Oldenburger den vorzeitigen K.o. und verkürzten auf 1:2.

Langfristig könnte bei den Bayern jetzt das große Zittern beginnen (DATENCENTER: Die Playoffs der Beko BBL).

Delaney "angepisst"

Bayerns Regular-Season-MVP Malcolm Delaney machte seinem Frust über die Niederlage bei Twitter Luft.

"Ich bin angepissst", schrieb der 25-Jährige, der die Verlängerungen nach seinem fünften Foul von der Bank verfolgen musste, "aber ich suche nicht nach Entschuldigungen."

Stattdessen gab der Star-Spielmacher ein Final-Versprechen: "Wir werden das nächste Spiel gewinnen."

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Der Amerikaner kann es kaum erwarten, seinen Worten Taten folgen zu lassen - der Spielplan der BBL ist ihm dafür aber nicht straff genug. "Drei oder vier Tage Pause zwischen den Spielen sind dumm", meinte Delaney: "Ich verstehe nicht, warum man so viel Zeit zwischen den Spielen braucht."

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Pesic hadert mit Offensivrebounds

In Spiel drei waren es viele kleine Dinge, die den FC Bayern den vorzeitigen Finaleinzug kosteten.

"Das Schwerste ist es immer, so eine Serie zu Ende zu bringen", hatte Headcoach Svetislav Pesic schon vor der Partie betont und durfte sich bestätigt fühlen.

Auch seine Prognose, dass das Reboundverhalten über Sieg und Niederlage entscheiden würde, erwies sich als zutreffend.

Hatten die Bayern in Spiel zwei unter den Brettern noch mit 39:29 die Oberhand behalten, lag Oldenburg diesmal knapp mit 45:44 vorne.

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Entscheidend waren letztlich aber vor allem die 18 Rebounds der Gäste unter dem Münchner Korb.

Nicht umsonst war "Offensivrebound" das von Pesic mit Abstand meistgenutzte Wort auf der anschließenden Pressekonferenz.

"Sie haben in der regulären Spielzeit 15 Offensivrebounds geholt, im letzten Spiel waren es nur drei", monierte der Bayern-Coach: "Am Ende haben ihre Spieler durch diese Offensivrebounds Selbstbewusstsein entwickelt. Wir waren nicht da und haben immer nur reagiert."

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Jenkins profitiert von Bayern-Aussetzer

Eine Situation brachte den Serben besonders auf die Palme:

In der zweiten Verlängerung vergab Julius Jenkins beim Stand von 99:103 aus Sicht der Oldenburger seinen zweiten Freiwurf, der Rebound landete aber einmal mehr bei den Gästen. Sekunden später verkürzte Jenkins per Dreier auf 102:103.

"Wir blocken wieder nicht gut aus und erlauben ihnen so den Offensivrebound. Und anstatt dann zu foulen, erlauben wir ihnen einen offenen Wurf von Jenkins", polterte Pesic (STENOGRAMME: Playoff-Halbfinale).

Es waren Kleinigkeiten wie diese, die die Münchner am Ende die vorzeitige Finalteilnahme kosteten. Kleinigkeiten, die in Spiel zwei noch die Oldenburger falsch gemacht hatten.

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Machowski bestätigt Lerneffekt

In eigener Halle hatte der Vorjahresfinalist Sekunden vor Schluss beim Stand von 72:72 selbst den Ball gehabt, aber zu früh den Abschluss gesucht. So kamen die Bayern noch einmal in Ballbesitz und Heiko Schaffartzik entschied mit zwei Freiwürfen die Partie.

"Wir waren heute zum Ende der regulären Spielzeit wieder in Ballbesitz und haben also definitiv in dieser letzten Auszeit auch darauf hingewiesen, dass wir den letzten Schuss nehmen wollen - mit ganz wenig Zeit auf der Uhr", bestätigte Machowski auf SPORT1-Nachfrage, dass er und seine Mannschaft aus dieser Situation ihre Lehren gezogen hätten.

Rickey Pauldings Versuch fand zwar nicht den Weg in den Korb, die Bayern bekamen aber eben auch nicht die Chance, das Spiel in der regulären Spielzeit noch zu entscheiden - und so nahm der Overtime-Thriller seinen Lauf.

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"Emotionen, Drama, großer Spaß"

"Man hat hier alles gehabt: Emotionen, Drama, alles was so ein Topspiel ausmacht", sagte Oldenburgs Konrad Wysocki zu SPORT1: "Ich glaube, dass es den Zuschauern großen Spaß gemacht hat."

Ausgerechnet Delaney erlebte die entscheidende Phase aber nur noch von der Bank aus mit.

Bei acht Punkten Vorsprung hatte Bayerns Aufbauspieler kurz vor Ende der regulären Spielzeit sein fünftes Foul kassiert und musste hilflos mit ansehen, wie seine Kollegen dieses Polster noch verspielten.

Pesic wies zwar darauf hin, dass man in der Overtime auch ohne Delaney wieder ins Spiel gekommen sei und wieder in Führung gelegen habe.

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Pesic fordert mehr Konzentration

Nationalspieler Lucca Staiger unterstrich dann aber doch die Bedeutung des US-Amerikaners: "Es war natürlich schon deutlich zu sehen, dass er uns enorm hilft, wenn er auf dem Feld ist."

Und auch Pesic forderte zumindest mehr Konzentration, "damit wir ab und zu keine unnötigen Fouls machen."

Es war eine weitere Nuance, die letztlich entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Spiels hatte.

"Es sind kleine Kleinigkeiten, die in so einem Spiel den Unterschied ausmachen", betonte auch Bayerns Routinier Yassin Idbihi und gab auf SPORT1-Nachfrage eine denkbar einfache Marschroute für Spiel vier aus: "Man muss in jeder Situation hellwach sein."

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