Do or die für den FC Bayern gegen Oldenburg. SPORT1 erklärt, was für und was gegen Svetislav Pesic' Starensemble spricht.

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München - Der FC Bayern München ist auf dem besten Weg, sich einen Halbfinal-Fluch einzuhandeln.

Trotz einer 2:0-Führung muss das Spitzenteam der Hauptrunde gegen die EWE Baskets Oldenburg (ab 19.15 Uhr im LIVE-TICKER, ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-LIVESTREAM auf SPORT1.de) in ein entscheidendes fünftes Spiel um den Finaleinzug.

Drei Jahre nach dem Aufstieg sollte der erste Titel her, nun droht aber zum vierten Mal in Folge schon beim vorletzten Schritt das Aus.

Nach den Halbfinals in Pokal und Beko BBL 2013 reichte es auch beim diesjährigen TOP FOUR nicht - auf das erste Finale wartet der Liga-Krösus nach wie vor.

"Das ist jetzt eine neue Herausforderung für uns", sagt Trainer Svetislav Pesic. Der Erfolgsdruck lastet auf seinem Team.

SPORT1 nennt jeweils fünf Gründe, die im entscheidenden Showdown für und gegen den FC Bayern sprechen.

Pro:

Individuelle Qualität

Auch wenn mit Nihad Djedovic ein wichtiger Spieler verletzungsbedingt fehlt, haben die Münchner immer noch mehr Klasse im Kader als Kontrahent Oldenburg.

Ex-MVP John Bryant, Deon Thompson und Yassin Idbihi bilden einen extrem robusten Frontcourt.

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Dazu kommen die gefährlichen Guards Malcolm Delaney und Heiko Schaffartzik sowie die gestandenen Nationalspieler Robin Benzing und Lucca Staiger. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Da kann Oldenburg trotz der erfahrenen Recken Rickey Paulding, Julius Jenkins oder Adam Chubb nicht mithalten.

Festung Audi Dome

Trotz des dramatischen Erfolges der "Donnervögel" in Spiel 3 ist der Heimvorteil ein Faustpfand.

Während der regulären Saison kassierten die Bayern nur zwei Heimpleiten - darunter in der bedeutungslosen letzten Partie gegen ALBA Berlin.

In der Turkish Airlines Euroleague wurden Superteam Real Madrid und die europäischen Hausnummern Galatasaray Istanbul oder Partizan Belgrad geknackt.

Rebounds

Playoff-Serien werden im Basketball häufig an den Brettern gewonnen. Angesichts der vielen Möglichkeiten auf den großen Positionen ist das ein Trumpf des FCB. (STENOGRAMME: Playoff-Halbfinale)

Während der regulären Saison schnappte sich nur RASTA Vechta mehr Rebounds. Das offensive Brett hatte in der Euroleague niemand besser im Griff.

Bei den klaren Erfolgen zu Beginn der Serie gegen Oldenburg war der Rebound-Vorteil jeweils zweistellig, in Spiel 3 kostete verpasstes Ausblocken bei einem Freiwurf den Sieg.

Der Pesic-Faktor

Es gibt weltweit nur wenige Coaches, die an die Erfolge des Bayern-Trainers heranreichen können. Lange vor Bayerns Fußballern holte er 2003 mit dem FC Barcelona schon das Triple.

Bei der WM 2002 in den USA schaffte er es mit dem jugoslawischen Team sogar, die NBA-Stars im Viertelfinale auszuschalten und den WM-Titel zu gewinnen.

Er hat schon unzählige solcher Endspiele mitgemacht und weiß genau, wie er eine Mannschaft heißmacht.

MVP Delaney

Die Mischung aus explosivem Scorer und Spielmacher macht Malcolm Delaney zu einer Ausnahmeerscheinung. Er hat schon mehrfach bewiesen, dass er ein Spiel im Alleingang entscheiden kann. So hat es der 25-Jährige zum MVP und in die NBA-Notizbücher geschafft. Große Spieler übernehmen in den großen Momenten die Verantwortung.

Kontra:

Rätsel Delaney

Das andere Gesicht des Malcolm Delaney war zuletzt in Spiel 4 zu bestaunen (Bericht). Wilde Würfe, Ballverluste und eine aufreizend lässige Körpersprache trieben Pesic zur Weißglut.

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In Spiel 3 holte er sich übermotiviert in der entscheidenden Phase die Fouls vier und fünf ab. Erst danach wendeten die Niedersachsen das drohende 0:3-Aus noch ab. Selbst Pesic weiß nie, welcher Delaney im Entscheidungsspiel auflaufen wird.

Schiedsrichter-Zoff

Das unrühmliche Ludwigsburg-Kapitel samt Beschwerden über die Beko BBL konnten die Münchner im Wiederholungsspiel noch ausblenden. (DATENCENTER: Die Playoffs der Beko BBL)

Schon beim Overtime-Kracher in Spiel 3 kochten die Emotionen wieder hoch, nun stieß Pesic die Foul-Diskrepanz (29:18) sauer auf: "Über die Schiedsrichter darf ich nichts sagen."

Auch einige Spieler fielen zuletzt durch Seitenhiebe in Richtung der Offiziellen auf. Damit schaden sie der eigenen Konzentration.

Statistik

Der FC Bayern hat bisher zweimal ein entscheidendes fünftes Spiel absolviert - 2012 gegen die Artland Dragons und 2013 gegen die Brose Baskets Bamberg ging es schief.

Oldenburgs Erfahrung in "Do-or-Die"-Partien ist eindeutig besser. Unter Coach Sebastian Machowski kamen sie bei drei Versuchen immer weiter (2013 und 2014 gegen Bonn, 2013 gegen Ulm).

Auch ihre einzige Meisterschaft 2009 gewannen sie im Entscheidungsspiel. Seitdem klappte es nur 2011 gegen ALBA nicht.

Fehlende Hierarchie

Den Bayern fehlt ein klarer Häuptling, der auch verbal die Führung übernimmt. Steffen Hamann ist der Kapitän, aber ihm fehlt inzwischen die Klasse. Delaney, Thompson und Bryant sind eher stille Zeitgenossen.

Djedovic hat nicht nur was die Kadertiefe angeht ein Loch gerissen - Hamann bekam in Spiel 4 einen Start -, er übernahm im Saisonverlauf auch oft in schwierigen Situationen Verantwortung.

Bryants Rolle

Nicht nur für den SPORT1-Experten Pascal Roller passt "Big John" eigentlich nicht in das auf schnelle Umschalten ausgelegte Pesic-System.

Zwar liefert er durchaus gute Playoffs ab, kann seine Stärken aber nicht wie in Ulm ausspielen. Der Center tut sich regelmäßig schwer, einen Rhythmus zu finden.

[kaltura id="0_b2sxe8mu" class="full_size" title="Redding hievt ALBA ins Finale"]

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