Von Zittern keine Spur: Der FC Bayern wischt Oldenburg in Spiel fünf weg und erreicht zum ersten Mal das Finale der Beko BBL.

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Vom FC Bayern berichtet Jonas Nohe

München - Die Basketballer des FC Bayern München stehen zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg 2011 im Finale der Beko BBL und greifen nach der ersten deutschen Meisterschaft seit 1955.

Im entscheidenden fünften Halbfinal-Spiel besiegte das Team von Headcoach Svetislav Pesic die EWE Baskets Oldenburg 88:63 (41:33) und verhinderte damit ein sensationelles Comeback der Niedersachsen, die in der Serie bereits 0:2 zurückgelegen hatten.

Im Kampf um den ersten Titel seit dem Pokalsieg 1968 bekommen es die Münchner im Finale (ab So. LIVE im TV auf SPORT1) mit dem amtierenden Cup-Gewinner ALBA Berlin zu tun, der sich mit 3:1 gegen die Artland Dragons durchgesetzt hatte. (DATENCENTER: Die Playoffs der Beko BBL)

"Ganz großen Respekt an Oldenburg, nach einem 0:2-Rückstand so zurückzukommen. Wichtig war heute, dass wir ruhig geblieben sind", sagte Bayern-Guard Steffen Hamann bei SPORT1. "Wir haben die Serie im zweiten Spiel verloren", sagte Oldenburgs Coach Sebastian Machowski: "München hat eine tolle Serie gespielt, wir haben nicht die Mittel und Wege gefunden."

Im Do-or-die-Spiel glänzte einmal mehr Malcolm Delaney mit 17 Zählern als treffsicherster Münchner. Überragender Mann war über weite Strecken allerdings Deon Thompson, der sich zusätzlich zu seinen 15 Punkten auch noch sieben Rebounds griff.

20 Jenkins-Punkte zu wenig

Für die Gäste aus Oldenburg, die erneut lautstark von etwa 150 mitgereisten Fans unterstützt wurden, waren auch 20 Punkte vom zweimaligen Beko-BBL-MVP Julius Jenkins letztlich zu wenig.

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Bayern-Coach Pesic setzte zu Beginn wie schon in Spiel vier auf Kapitän Steffen Hamann, der sich in der Verteidigung Oldenburgs Spielmacher Dru Joyce annahm. Auf den großen Positionen erhielt dagegen Yassin Idbihi den Vorzug vor John Bryant.

Gäste-Coach Sebastian Machowski begann im fünften Spiel der Serie zum fünften Mal mit exakt derselben Starting Five.

Starker Bayern-Start

Die Bayern legten vom Tip-Off weg aggressiv los und lagen dank Thompson schnell 4:0 in Führung.

Nach etwas Anlaufzeit fanden aber auch die Gäste ins Spiel und konnten die Partie auch zur Freude der daheimgebliebenen Anhänger beim Public Viewing in der EWE Arena bis zum 14:14 ausgeglichen gestalten.

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Ausgerechnet der vielgescholtene Bryant war es, der mit zwei Dreiern in Folge zum 20:14 die erste Lücke für die Bayern riss. Mit einem Dreipunktspiel kurz vor der Schlusssirene brachte Robin Smeulders die Gäste aber wieder auf 19:23 heran.

Mitte des zweiten Viertels liefen die Oldenburger aus der Distanz heiß. Aufeinanderfolgende Dreier von Julius Jenkins, Kapitän Rickey Paulding und erneut Jenkins machten aus einem 27:22 für Bayern eine 31:27-Gästeführung.

Fast vier Minuten ohne Korb

Weil Oldenburg zum Ende der ersten Hälfte eklatante Rebound-Schwächen offenbarte und fast vier Minuten ohne eigenen Korberfolg blieb, ging es mit einem 41:33 für die Bayern in die Pause.

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Die tat einem offensichtlich richtig gut: Der bis dahin weitgehend blasse Regular-Season-MVP Delaney versenkte Mitte des dritten Viertels zwei Dreier in Serie und baute die Führung auf 16 Punkte aus.

Die Gastgeber dominierten jetzt an beiden Enden des Courts und setzten zu einem 19:3-Lauf an - in Spiel drei hatten sie selbst im dritten Abschnitt noch 21 Punkte in Folge kassiert.

Schaffartzik trifft wilden Dreier

Weil die Bayern bei einem Foul an Delaney mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr und einem wilden Dreier von Heiko Schaffartzik außerdem das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatten, stand vor dem Schlussabschnitt bereits ein deutliches 67:44 zu Buche.

Die Gäste-Fans skandierten noch einmal "Wir wollen euch kämpfen sehen" - aber ein erneutes Comeback der Oldenburger blieb aus.

Nemanja Aleksandrov sorgte kurz nach Beginn des Schlussviertels zwar noch einmal für ein Raunen im Audi Dome, als er unter dem eigenen Korb Yassin Idbihi sehenswert abräumte.

Und wenig später wiederholte sich ein Stück Geschichte, als Delaney nach einem technischen Foul wie schon in Spiel drei die Schlussphase von der Bank aus verfolgen musste.

Der Vorsprung des besten Teams der Regular Season war anders als fünf Tage zuvor allerdings groß genug. Näher als auf 20 Punkte kam Oldenburg nicht mehr heran.

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