Nach dem Showdown mit Oldenburg erhebt Trainer Pesic den FCB in höchste Sphären. Schaffartzik freut sich bedingt auf ALBA.

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Vom FC Bayern berichtet Jonas Nohe

München - Das Bild erinnerte ein wenig an Franz Beckenbauer nach dem WM-Titel der deutschen Fußballer 1990.

Einsam und in sich versunken schritt Svetislav Pesic nach dem letztlich souveränen 88:63-Erfolg seines FC Bayern München im entscheidenden fünften Halbfinal-Spiel der Beko BBL gegen die EWE Baskets Oldenburg (Bericht) durch die Gänge des Münchner Audi Dome.

Antwort auf die Kritiker

Bei der Pressekonferenz angekommen, hatte der Bayern-Coach seine Gedanken geordnet - und wandte sich direkt einmal an alle Kritiker.

"Wir haben heute gesehen, dass wir die Regular Season verdient auf dem ersten Platz beendet haben", betonte Pesic und fügte hinzu: "Ich glaube, wir haben auch heute verdient gewonnen." (DATENCENTER: Die Playoffs der Beko BBL)

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Man habe anders als in den Spielen zuvor unter den Brettern dominiert (49:26 Rebounds), und vor allem der 21:6-Vorteil bei den Offensivrebounds habe "Selbstbewusstsein und Moral der Mannschaft" erhöht.

"Schade, dass wir nicht NBA spielen"

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"Wir haben so viele gute Spieler, dass ich manchmal nicht weiß, wen ich ins Spiel bringen soll", schwärmte der sonst gerne einmal kritische Serbe auf SPORT1-Nachfrage, "wir sind eine der besten Mannschaften der Welt."

Das Euroleague-Aus in der Runde der letzten 16? Das Halbfinal-Aus gegen Ulm im Top Four des Beko-BBL-Pokals? Im Überschwang der Gefühle nach dem Final-Einzug kein Anlass zur Bescheidenheit.

"Schade, dass wir nicht in der NBA spielen", sagte Pesic mit einem Augenzwinkern, "sonst hätten wir in dieser Saison vielleicht das Finale der Eastern Conference gespielt."

Sonderlob für Thompson

Ein besonderes Lob heimste Deon Thompson ein, der in gerade einmal 19 Minuten Einsatzzeit 15 Punkte und sieben Rebounds sammelte, ehe Pesic ihn über weite Strecken der zweiten Hälfte auf der Bank ließ.

"Deon hat die Balance zwischen Defense und Offense gefunden", erklärte Pesic auf SPORT1-Nachfrage: "Das war nicht seine Stärke, aber er hat sich da verbessert und der Mannschaft damit heute sehr geholfen."

Benzing in der Formkrise

Einer, der der Mannschaft zuletzt kaum helfen konnte, war dagegen Robin Benzing. In den ersten vier Partien gegen Oldenburg kam er in durchschnittlich 13 Einsatzminuten auf sechs Zähler - insgesamt.

Wie schon so oft in seiner Karriere kann der hochgelobte Small Forward sein unbestritten großes Potenzial derzeit nicht abrufen.

In Spiel fünf blieb Benzing komplett draußen, Pesic erklärte anschließend, der 25-Jährige sei am Vorabend im Training umgeknickt und habe sich eine starke Dehnung zugezogen.

Delaney erneut vorzeitig runter

Benzing ist aber nicht Pesic' einziges Sorgenkind. Ausgerechnet Regular-Season-MVP Malcolm Delaney nimmt sich in der entscheidenden Phase der Saison immer wieder mit unnötigen Fouls aus dem Spiel.

In Spiel fünf gegen Oldenburg war sein Ausscheiden nach einem Technischen Foul im vierten Viertel bei 30 Punkten Vorsprung nur unnötig, aber nicht mehr spielentscheidend.

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Welche Konsequenzen ein Ausfall des Aufbauspielers haben kann, zeigte sich aber schon in Spiel drei, als die Bayern ohne Delaney in den Schlussminuten der regulären Spielzeit ein scheinbar komfortables Acht-Punkte-Polster verspielten.

Auch wenn Delaney Spiel eins der NBA-Finals zwischen den Miami Heat und den San Antonio Spurs (Bericht) ausgiebig bei Twitter kommentierte, ist es den Bayern vielleicht also doch ganz recht, dass statt LeBron James oder Tim Duncan in der Finalserie der Beko BBL (ab So., 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-LIVESTREAM auf SPORT1.de) "nur" ALBA Berlin wartet.

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Für Zündstoff ist schließlich auch im Duell zwischen Hauptrunden-Champion und Pokalsieger reichlich gesorgt.

Aufgehängtes Trikot sorgt für Verstimmung

Allein vor dieser Saison wechselten mit Thompson, Nihad Djedovic, Yassin Idbihi und Heiko Schaffartzik gleich vier "Albatrosse" zum FC Bayern.

Beim Hauptrundenspiel in der Hauptstadt sorgte der Trikot-Eklat um ein Schaffartzik-Dress an einer kreuzartigen Aufhängung für nachhaltige Verstimmung zwischen den beiden Klubs.

Ob er sich auf das Wiedersehen mit den alten Freunden aus Berlin freue, wurde Schaffartzik am Donnerstagabend gefragt. Er antwortete mit einer Gegenfrage: "Wer wären denn meine alten Freunde in Berlin?"

"Das allerherzlichste Wiedersehen"

Seine Erwartungen an den Empfang durch die Berliner Fans beim ersten Auswärtsspiel am kommenden Donnerstag formulierte Schaffartzik dann mit beißendem Sarkasmus: "Ich glaube, sie werden mir zujubeln. Und ich glaube, dass sie bei jedem Wurf, den ich treffe, mitjubeln werden."

Kurz gesagt: "Ich bin mir sicher, es wird das allerherzlichste Wiedersehen."

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