ALBA Berlins Trainer Sasa Obradovic zürnt nach der Pleite im ersten Finalspiel Bayerns Malcolm Delaney - der keilt zurück.

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Vom FC Bayern berichtet Florian Pertsch

München - 34 Grad in der Halle, sogar die Spannung in der Luft hatte Schweißperlen auf der Stirn.

Beim 88:81-Sieg des FC Bayern München im ersten Duell der Beko BBL-Finals gegen ALBA Berlin ging es direkt heiß her (Bericht).

Und beide Teams warteten mit dem ersten Scharmützel nicht mal bis zum Tip-Off. (STENOGRAMME: Das Finale)

Als die Bayern das erste Mal die Halle betraten und wie immer ihren Huddle im Mittelkreis abhalten wollten, sprinteten die Berliner nur Sekunden vorher an die gleiche Stelle und schnappten den Hausherren ihren Platz weg.

FCB-Kapitän Steffen Hamann führte sein Team trotzdem in den Mittelkreis - und es begann das erste nette Gedrängel und Geschubse.

Schauspieler-Vorwürfe gegen Delaney

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Am Ende kassierte Malcolm Delaney einen Rempler von Clifford Hammonds ? es sollte der sanfteste Feindkontakt des Abends für den MVP der Münchner werden.

"Sasa Obradovic sagt seinen Spielern unentwegt, dass sie mich schlagen oder mir einen Ellenbogen reinrammen sollen", regte sich Delaney bei SPORT1 hinterher auf.

Und ergänzte: "Ich werde aber nicht darauf reagieren, sonst bekomme ich wieder ein technisches Foul."

Obradovic zürnt

Grund für seine Wut war eine Aussage des Berliner Trainers Sasa Obradovic, der Delaney bei der Pressekonferenz als Schauspieler bezeichnete. (DATENCENTER: Die Playoffs der Beko BBL)

"Delaney floppt ununterbrochen, aber kein Schiedsrichter pfeift es", echauffierte sich der serbische Trainer ALBAs auf Nachfrage von SPORT1.

Und legte nach: "Das können doch alle sehen. Auch wenn es Teil des Spiels ist, es muss geahndet werden."

Delaney nimmt es mit Humor

Delaney erklärte die Angelegenheit trotz der heftigen Backpfeife von ALBAs Sven Schultze und vielen anderen Nickligkeiten dennoch schnell für abgehakt.

"Letztlich helfen sie mir, das zu machen, was ich am besten kann - Fouls ziehen und Freiwürfe verwandeln. Also macht ruhig weiter so", schickte der US-Guard Grüße in Richtung Berlin.

Zur Ehrenrettung Obradovic' muss allerdings angemerkt werden, dass das Freiwurfverhältnis zeitweise bei fast 4:1 für Bayern lag.

[kaltura id="0_evah17tw" class="full_size" title="Jagla In der Defensive nicht gut gewesen "]

Mitte des dritten Viertels hatte München 38 Freiwürfe zugesprochen bekommen, ALBA lediglich 10. Nach 40 Minuten lautete die Bilanz immer noch deutliche 50 zu 22.

Obradovic: ALBA zu naiv

Schon während der Pause hatte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi angemerkt, dass die Schiedsrichter um den erfahrenen Boris Schmidt keine klare Linie hätten, doch Berlins Spieler "sich darauf einstellen müssen".

"Manchmal habe ich das Gefühl, es wird gewürfelt", präzisierte er. "Ich habe noch nicht erlebt, dass ein Gegner so viele Freiwürfe zugesprochen kriegt."

Gleichwohl musste auch Obradovic trotz aller Flopping-Wut zugeben, dass "wir zu oft zu naiv gefoult haben und im zweiten Viertel den Fokus verloren haben".

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Spiel 2 am Donnerstag

Und ungeachtet allen Ärgers über die vermeintliche Unausgewogenheit waren die Berliner auch selbstkritisch.

"Wir nehmen diese Niederlage als Lehrstunde und werden im zweiten Spiel anders reagieren", kündigte Obradovic an.

Am Donnerstag (ab 18.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) hat der Pokalsieger, dem das fünfte Double der Vereinsgeschichte winkt, zu Hause die Chance zum Ausgleich in der best-of-five-Serie.

Taylor vergleich ALBA mit den Pistons

Angesichts der extrem hohen Temperaturen verglich Delaney die Partie mit Spiel eins der NBA Finals in San Antonio, als die Klimaanlage in Texas ausgefallen war und viele Spieler über die Belastung klagten.

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Auch Bayerns Bryce Taylor zog nach der Partie einen NBA-Vergleich.

"Ich habe mir vor Kurzem eine Dokumentation über die Detroit Pistons angesehen. Es ging um die Zeit der legendären 'Bad Boys'. ALBA spielt sehr ähnlich", erklärte "Air44": "Sie versuchen sich in deinem Kopf einzunisten, spielen sehr physisch. Das ist eben ihre Art. Aber ich würde nicht sagen, dass eine Grenze überschritten wurde."

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"Das ist genau sein Ding"

Im Fall von Berlins Schultze musste Taylor sogar ein wenig schmunzeln:

"Ich habe ja zwei Jahre mit ihm gespielt, das ist genau sein Ding. Ein gutes hartes Foul, so etwas habe ich Millionen Mal im Training erlebt. Man kann ihn mit Detroits Bill Laimbeer vergleichen. Er erfüllt seine Aufgabe mit großer Hingabe."

Zur Erinnerung: Laimbeer wurde mit den Pistons 1989 und 90 NBA-Champion und war für sein hartes und gnadenloses Spiel berüchtigt.

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Pesic beklagt sich über Spielansetzung

Und was sagte Bayerns Trainer Svetislav Pesic zu der ganzen Foul-Thematik? Nichts.

Der 64 Jahre alte Trainerfuchs scheint aus den Serien zuvor gelernt zu haben und schweigt zu Entscheidungen der Referees.

Der Serbe, dessen Konterfei auf T-Shirts der deutschen Fußball-Nationalspieler prangt ? Bastian Schweinsteiger sei Dank ? schimpfte lieber mal wieder über die Ansetzung des Spiels.

16 Uhr und dann auch noch am Pfingstsonntag: Er werde "die BBL nie verstehen. Das ist Wettbewerbsverzerrung", ärgerte sich Pesic kurz und lobte seine Bayern für die gute Anpassung an den Stil der Berliner.

Um es mit dem Pesic-Shirt zu sagen:

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