Der FC Bayern beißt sich dank Delaney in Spiel 3 gegen Berlin durch. Trotz des Sieges geht Manager Pesic auf die ALBA-Bosse los.

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Vom FC Bayern berichtet Eric Böhm

München - Der FC Bayern München hat seinen erhofften Matchball.

Im dritten Finalspiel der Beko BBL gelang gegen Pokalsieger ALBA Berlin ein schwer erkämpfter 92:86 (39:48)-Erfolg und damit das 2:1 in der Best-o-Five-Serie.

Überragender Mann war MVP Malcolm Delaney mit 26 Punkten, aber die Berliner hielten unter Führung von Spielmacher David Logan (14 Zähler) mit gleich fünf zweistelligen Scorern dagegen.

Am Ende des nächsten beinharten Foul-Festivals (58 Fouls, 65 Freiwürfe) bewiesen die Gastgeber aber zuletzt vermissten Biss und machten einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft. Spiel 4 steigt am Mittwoch (ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)in der Hauptstadt.

Eklat um Baldi

Und das, dürfte hitzig werden. Vor allem, weil nach der Begegnung die Bayern-Verantwortlichen massive Kritk an ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi übten.

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"Ein Präsidiumsmitglied der BBL kann über unseren Verein alles unter der Gürtellinie sagen, was er will, ohne dass es Konsequenzen hat. Er kann Schiedsrichter fordern, die dann auch pfeifen, merken sie das nicht?", sagte Geschäftsführer Marco Pesic und fügte hinzu:

"Der beste Spieler der Liga (Malcolm Delaney, Anm. d. Red.) wird als Breakdancer, Flopper oder sonst noch etwas bezeichnet. Sein Charakter wird ungestraft diskreditiert."

"Irgendwo ist Schluss. Gott sei Dank war Jan Pommer (Liga-Boss, Anm. d. Red.) heute da. Er hat mir gesagt, er wird sich Gedanken machen. Wir sagen dass heute, weil uns nach einer Niederlage jeder für schlechte Verlierer halten würde", so der ehemalige deutsche Nationalspieler.

Svetislav Pesic: Baldi sollte aufhören

Nach Ansicht der Münchener missbraucht Baldi seine Doppelfunktion als Alba-Geschäftsführer und BBL-Vizepräsident massiv.

"ALBA ist ein großer Klub mit viel Tradition, aber Baldi sollte aufhören. Zufälligerweise ist er auch im Liga-Präsidium", schimpfte Bayern-Coach Svetislav Pesic.

"Erst wird uns ein verdienter Sieg gegen Ludwigsburg gestohlen, dann hat er nach unserem Sieg in Spiel eins viel Druck gemacht. Vielleicht fragt er morgen wieder, wieso wir so viele Freiwürfe hatten", so der Serbe.

Pesic stellt Formation um

Zuvor boten die Gastgeber im stimmungsvollen und mit 6700 Fans vollgepackten Audi Dome eine überraschende erste Fünf auf.

Trainerfuchs Pesic zog im Bestreben etwas tougher aufzutreten, Chevy Troutman aus dem Ärmel und ließ ihn im Frontcourt neben Big John Bryant beginnen. (STENOGRAMME: Die Finals der Beko BBL)

Neben Delaney, der vor dem Tipoff von der Liga ausgezeichnet wurde, durfte einen Tag nach seinem 33. Geburtstag erneut Kapitän Steffen Hamann ran.

Obradovic und Bryant im Zwiegespräch

Die Gäste starteten ohne ihren Topscorer Reggie Redding, stattdessen begannen die beiden deutschen Nationalspieler Jan-Hendrik Jagla und Alex King (10 Zähler) neben David Logan, Cliff Hammonds und Leon Radosevic.

Die hitzige Atmosphäre zwischen den beiden Erzrivalen war von Beginn an spürbar. Bryant lieferte sich mit ALBA-Coach Sasa Obradovic ein kleines Wortgefecht bei dem diverse Nettigkeiten ausgetauscht wurden.

Der ungemein giftige Schlagabtausch der ersten beiden Spiele wurde sofort fortgesetzt. Delaneys ersten Dreier konterten der früh eingewechselte Redding und der starke Logan zum frühen 16:10 für die "Albatrosse".

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Quote beim FCB stimmt nicht

Der FC Bayern setzte einen 10:4-Lauf dagegen und hielt die Partie extrem eng.

Pesic hatte sich für ein aggressives Pressing über das gesamte Feld entschieden, um Berlins effizienten Halfcourt-Angriff auf dem Rhythmus zu bringen. Bryce Taylor wich dem so starken Redding nie von der Seite.

Drei Dreier in Folge brachten den Gästen jedoch die erste deutlichere Führung. Denn bei den Bayern wollte trotz gewohnt vieler Offensiv-Rebounds nach der traumhaften Wurfquote aus Spiel 2 (60 Prozent) diesmal aus dem Zweierbereich kaum etwas fallen. (DATENCENTER: Die Playoffs der Beko BBL)

[kaltura id="0_ggkedzfu" class="full_size" title="Pesic Bin unglaublich stolz"]

ALBA bleibt heiß

Auch durch den langsam aufdrehenden Delaney ließ sich Berlin nicht aus dem Konzept bringen und setzte den munteren Dreier-Shootout fort, allein neun versenkten sie vor der Pause.

Entsprechend konsterniert ging der Vorrunden-Primus in die Kabine und war mit dem Rückstand von neun Zählern noch gut bedient, hatte aber nach 54 in Spiel 2 schon wieder 48 Punkte der erbarmungslosen ALBA-Maschine zugelassen.

Den dringend benötigten Schub gab dann Bryant (16 Punkte), der den Dome per Dreier und Drei-Punkte-Spiel wieder zum Kochen und sein Team wieder ran brachte. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

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Foul-Festival nach der Pause

Danach ließen sich beide Teams aber erneut auf viele Nickligkeiten ein und zerstörten sich gegenseitig durch unsportliche oder technische Fouls den Rhythmus.

Die Schiedsrichter waren auch diesmal nicht zu beneiden. ALBA litt zudem unter dem dritten Foul Reddings. Die Folge war ein Absinken des Niveaus, die Spannung war allerdings greifbar.

Hamann sorgte mit einem Drei-Punkte-Spiel dafür, dass es tatsächlich mit einem 66:66 ins Schlussviertel ging.

Bayern beißt

Ein Knackpunkt für ALBA waren die vierten Fouls für Redding (13 Zähler) und Levon Kendall. In dieser Phase brachen Hamann (10 Punkte), der mit einigen Drives die Zeit zurückdrehte und Bryant die Bayern per 10:2-Lauf in Front.

Defensivspieler des Jahres Hammonds (15 Zähler) unterbrach den Run per Steal und Korbleger, aber das abgezockte Spiel der ersten Hälfte fand Obradovics Truppe nicht mehr.

Zwei bis dahin völlig unsichtbare FCB-Akteure hatten dann ihren großen Auftritt. Bryce Taylor untermauerte zunächst seinen Ruf als "Mr. Big Shot" von draußen.

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Benzing lässt es krachen

Robin Benzing sorgte mit seinem krachenden Dunking plus Freiwurf für das 82:70 und einen ekstatischen Ausbruch auf den Rängen.

Erst ein technisches Foul wegen Schauspiel gegen Benzing (sein 5. Foul) sorgte beim Stand von 91:86 noch einmal kurzzeitig für Spannung - mehr nicht.

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