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Die Kölner waren 2006 Meister - jetzt droht der Abstieg © getty

Die 99ers erhalten Zuwendungen, schnallen den Gürtel enger und umschiffen die Pleite. Doch die Liga bittet die Kölner zur Kasse.

München - Die Basketballer der Köln 99ers haben am Donnerstag binnen weniger Stunden zwei wichtige Weichen für die Zukunft in der Bundesliga gestellt.

Nachdem der von der Insolvenz bedrohte Meister von 2006 am Nachmittag Grünes Licht für die restlichen Saisonspiele erhalten hatte, gewannen die Kölner im Kampf um den Klassenerhalt am Abend mit 73:66 (57:57, 26:24) nach Verlängerung bei den Giessen 46ers und setzten sich um zwei Punkte von dem Tabellennachbarn ab.

Beim zweiten Sieg in Folge liefen die Rheinländer bis zum Schlussviertel einem Rückstand hinterher.

Dann dreht Edin Bavcic mit insgesamt 15 Punkten und vier "Dreiern" auf und sicherte die Verlängerung. Dem BBL-Gründungsmitglied Gießen droht nun der erstmalige Abstieg aus der Elite-Liga.

Verstoß gegen "Mitteilungspflicht"

Die Kölner wurden von der Basketball Bundesliga (BBL) wegen eines "Verstoßes der Mitteilungspflicht" mit einer Geldstrafe von 6500 Euro belegt. Dies teilten der Klub und die BBL am Donnerstag mit.

Die Kölner konnten die zuletzt entstandene Etatlücke von rund 600.000 Euro durch vorzeitige Zuwendungen aus dem bestehenden Sponsorenpool und zusätzliche Einlagen der Gesellschafter schließen.

Zudem verzichten Spieler, Trainer und Mitarbeiter des abstiegsbedrohten Meisters von 2006 auf Teile ihres Gehalts. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Saison gesichert

"Wir sind sehr stolz darauf, mit unserer Arbeit und unserem Konzept überzeugt zu haben und werden nun alles daran setzen, mit der Umsetzung dieser mittel- und langfristigen Bausteine einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Sicherung des Basketballstandorts Köln zu leisten", sagte Kölns Geschäftsführer Stephan Baeck.

Der frühere Nationalspieler bedankte sich "ausdrücklich bei der Stadt Köln, der Steuerungsgruppe der Sportstadt Köln, allen Unterstützern und Sponsoren sowie allen Mitarbeitern für die Erhaltung des Basketballstandorts Köln."

Regelverletzung der 99ers

Grund für die Geldstrafe sei die Tatsache gewesen, dass die Verantwortlichen der 99ers den BBL-Gutachterausschuss "über einen nicht unerheblichen Zeitraum über ihre wirtschaftliche Lage im Unklaren gelassen haben", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.

Dies beeinträchtige die Arbeit der mit der Lizenzierung befassten BBL-Gremien in einem erheblichen Maße und sei nicht zu tolerieren.

"Nach intensiver Auswertung aller relevanten Fakten müssen wir konstatieren, dass eine Regelverletzung begangen wurde. Diese ist unter dem Gesichtspunkt des Fair-Play-Gedankens nicht akzeptabel und somit zu sanktionieren", führte Pommer aus.

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