Der frühere Serienmeister Alba Berlin wird sich in den kommenden Jahren in der Bundesliga auf kein Wettrüsten mit dem finanzstarken Emporkömmling Bayern München einlassen.

"Wir können es uns einfach nicht leisten, wir können da finanziell nicht mitmachen", sagte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi: "Wir werden unser sehr gutes Fundament nicht für eine Kurzfristigkeit opfern und die Existenz unseres Vereins ganz sicher nicht aufs Spiel setzen."

Die Bayern, die in der kommende Woche beginnenden Saison die Meisterschaft anpeilen, hätten die finanzielle Situation in der BBL in den vergangenen beiden Jahren grundlegend verändert. "

Wir sind hier in einer ganz neuen Dimension", sagte Baldi. Gehälter wie in München könne kein anderer deutscher Verein zahlen, im Ringen um die Topspieler hatten die Bayern deswegen in diesem Sommer immer die Nase vorn.

Der Hauptstadtklub will nun "mit allen Kräften daran arbeiten, das Budget stetig zu verbessern".

Erst am Donnerstag hatten die Bayern in Boris Savovic einen weiteren europäischen Topspieler verpflichtet und damit kurzfristig auf die Verletzung von Deon Thompson reagiert.

"Sie haben ihn sogar aus einem laufenden Vertrag herausgeholt. Das muss man bedenken", sagte Baldi, der aber ausdrücklich betonte: "Ich will nicht rumheulen über diese Situation, für Basketball ist es großartig. Aber es verändert einfach vieles."

Die anderen Klubs in der Bundesliga könnten auf diesem Niveau nicht mehr mithalten. "Es werden Beträge eingesetzt, die es in Basketball-Deutschland so noch nicht gab", sagte auch Albas Aufsichtsratsvorsitzender Axel Schweitzer: "Das ist durchaus auch okay. Wir sehen dieses Beispiel aber nicht als Vorbild für uns."

Stattdessen setzt der achtmalige deutsche Meister Alba nach einem kompletten personellen Umbruch auf einen vollständigen Neuaufbau unter der Regie von Trainer Sasa Obradovic. "Dafür brauchen wir Geduld", sagte Baldi.

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