In seiner EM-Kolumne benennt Stephan Baeck die Stärken des DBB-Teams - und drei Top-Youngster. Er lobt Rückkehrer Femerling.

Hallo Basketball-Freunde,

Bundestrainer Dirk Bauermann hat das Erreichen der Hauptrunde als Ziel für die Basketball-EM ausgegeben. Das ist ein Ziel, für das diese junge deutsche Mannschaft kämpfen muss, das sie aber schaffen kann.

Auch zum Auftakt gegen Frankreich braucht sich das DBB-Team nicht zu verstecken. Deutschland hat immer wieder Erfolge gegen Teams erzielt, die höher einzustufen waren. Die Franzosen bringen zwar einige NBA-Spieler an den Start, sind aber nicht dafür bekannt, diese Team-Chemie zu generieren, welche die Deutschen auszeichnet. Und dafür stehen die Routiniers Patrick Femerling, Demond Greene und Sven Schultze!

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Und die Youngster sind heiß, auf sich aufmerksam zu machen und sich für längere Spielzeiten in der BBL zu empfehlen. Dirk Bauermann weiß, dass die Chancen sprunghaft steigen, wenn er die richtige Mischung aus Ehrgeiz und Konkurrenz findet und auch das Ehrgefühl weckt. Er ist erfahren und ein Motivationskünstler.

Ich persönlich freue mich sehr auf Tibor Pleiß, wenn er denn dabei sein sollte. Ich habe miterlebt, wie hart er in den letzen Jahren gearbeitet hat und enorme Fortschritte erzielte. Ich glaube, dass Tibor eines der größten Talente im deutschen Basketball ist. Dann gibt es natürlich noch Elias Harris und Robin Benzing. Ich bin gespannt, wie die beiden sich schlagen. Das sind die drei jungen Spieler, die am meisten von sich reden machen werden.

Es ist wichtig für die jungen Spieler, einfach mal ins kalte Wasser geworfen zu werden, um Erfahrung zu sammeln - auch in ihren Vereinen. Wir haben das in Köln im Europa-Pokal gemacht. Da haben sich unsere jungen Spieler extrem gut bewiesen, entwickelt, Erfahrung gesammelt, Selbstvertrauen geholt und haben danach auch in der Liga sehr viel besser agiert.

Die Youngsters sind bei der EM ohne Dirk Nowitzki eben stärker gefordert, Akzente zu setzen und sich einzubringen. Und wenn sie das tun, ist das Fehlen Nowitzkis vielleicht sogar besser für die mittelfristige Entwicklung. Dann kann vielleicht auch ein Nowitzki 2010 in einer besseren Mannschaft spielen.

Mit Patrick Femerling ist ja ein alter Recke, mit dem ich noch gemeinsam für Deutschland gespielt habe, zurückgekehrt. Er hat sich gerade in den letzten Jahren vermehrt für den deutschen Basketball eingesetzt und nicht nur auf sich selbst geschaut. Er hat versucht, sich für die jungen Spieler in der Bundesliga als Wortführer zu etablieren. Diese Stellung kann man sich nur erarbeiten, wenn man jahrelang auf höchstem Niveau spielt. Und er kann auch im A-Kader noch sehr gut Basketball spielen. Er ist jemand, der wenig Fehler macht, weil er eben schon so viel erlebt hat.

Einen klaren Titelfavoriten möchte ich nicht benennen. Spanien hat sich natürlich einen Namen gemacht, und Ricky Rubio könnte sich bei der EM noch weiter ins Rampenlicht spielen. Aber ich habe auch die Serben mit Uros Tripkovic und dem NBA-Center Nenad Krstic sowie die Slowenen, die mir zuletzt sehr gut gefallen haben, auf der Rechnung.

Euer

Stephan Baeck

Stephan Baeck, 44, erzielte in 133 Nationalspielen 1210 Punkte für Deutschland und wurde 1993 in einem dramatischen Finale gegen Russland Europameister. Der Shooting Guard holte zudem drei Deutsche Meistertitel mit Bayer 04 Leverkusen, zwei mit dem BSC Saturn Köln und einen mit ALBA Berlin. Mit den "Albatrossen" gewann er 1995 zudem den Korac-Cup. Von 2000 bis 2009 arbeitete Stephan Baeck als Geschäftsführer, Sportdirektor und Head Coach für das Kölner Bundesliga-Team und führte es zu drei Pokalsiegen und zum Meistertitel 2006.

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