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Die deutsche Nationalmannschaft gewann bei der EM 2005 die Silber-Medaille © getty

Das DBB-Team peilt gegen Frankreich die Überraschung an. Denn: Laut Bauermann neigen Tony Parker und Co. zu Überheblichkeit.

Danzig - Ohne NBA-Star Dirk Nowitzki steht die stark verjüngte deutsche Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Polen vor ihrer Feuertaufe.

Beim Vorrunden-Auftakt am Montag (ab 19.15 Uhr LIVE und im DSF) in Danzig gegen Titelanwärter Frankreich ist die völlig neu formierte Mannschaft des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) klarer Außenseiter.

"Ich habe immer gesagt, dass das eine oder andere Spiel bei der EM ein Höllenritt werden könnte."

"Wir haben radikal verjüngt. Die Franzosen sind haushoher Favorit. Vom Papier her ist es der schwerste Gruppengegner", sagt Bundestrainer Dirk Bauermann vor dem Start der 36. Basketball-EM und dämpft ganz bewusst die Erwartungen.

Übermut als Chance

Dennoch sieht der 51-Jährige auch ohne die NBA-Stars Nowitzki, der erstmals seit zehn Jahren von den Dallas Mavericks keine Freigabe erhielt, und Chris Kaman (Los Angeles Clippers) sein umgebautes Team nicht chancenlos:

"Die Franzosen neigen zu übertriebenem Selbstvertrauen. Vielleicht denken sie sich: Ohne Nowitzki und Kaman sind die Deutschen nicht so stark."

"Schließlich kennen sie nur die Hälfte unserer Mannschaft. Dieser Überraschungsmoment ist für gut uns."

Verteidigen wie die Löwen

Ein Erfolg gegen die mit fünf NBA-Profis gespickten Franzosen, die sich erst vor einer Woche als letzte für die Titelkämpfe qualifizierten (DATENCENTER: EM-Qualifikation), wäre eine faustdicke Überraschung.

Würde diese gelingen, wäre die Zwischenrunde in Bromberg und damit das Turnierziel der deutschen Korbjäger schon vor den weiteren Spielen der Vorrunden-Gruppe B am Dienstag gegen Titelverteidiger Russland (Dienstag/16.30 Uhr) und Lettland (Mittwoch/19.15 Uhr, beide LIVE und im DSF) fast erreicht.

"Wir wollen das Klischee, dass deutsche Teams Turniermannschaften sind, erneut bestätigen. Wenn wir verteidigen wie die Löwen, können wir gegenhalten", sagt Bauermann.

Härtetests gehen verloren

Zwar gingen die letzten EM-Härtetests vergangene Woche gegen Slowenien mit 53:70 und 62:74 verloren, doch insgesamt sei die Vorbereitung mit der jungen Mannschaft äußerst positiv gewesen, sagt Bauermann.

Auch dass die erste geplante Trainingseinheit am Samstagmorgen ausfiel, weil das Gepäck der Mannschaft nicht rechtzeitig eintraf, will der DBB-Coach nicht überbewerten.

Stattdessen lobt er die Moral seiner "Rasselbande", in der fünf Spieler 21 Jahre oder jünger sind.

Parker der Star der Franzosen

"Unsere Stärke ist, dass wir eine ausgeglichene Mannschaft haben und ohne Dirk schwerer auszurechnen sind. Wir haben zudem einen guten Teamgeist und sind eine echte Mannschaft", sagt Bauermann nicht ohne Stolz:

"Ich glaube auch, dass unsere Art zu spielen den Franzosen nicht so gut liegt."

Herausragend beim Auftakt-Gegner ist NBA-Star Tony Parker.

Der Spielmacher der "Blauen" (Bauermann: "Der absolute Superstar") gewann mit den San Antonio Spurs bereits dreimal den Titel in der nordamerikanischen Profiliga.

Bilanz spricht gegen die Deutschen

"Er hat uns in den letzten Spielen meistens ziemlich wehgetan", sagt Steffen Hamann, der sich die Kapitänsrolle mit Routinier Sven Schultze teilt:

"Aber wir können auch gegen die Franzosen gewinnen und werden mit breiter Brust auftreten."

Die Bilanz spricht gegen die DBB-Auswahl:

In 55 Duellen gelangen den deutschen "Riesen" gegen Frankreich nur 20 Siege.

Zuletzt unterlagen die "Bauermänner" der Equipe Tricolore vor zwei Jahren bei der EM in Spanien in der Zwischenrunde mit 66:78. Frankreich kam am Ende aber nur auf den achten Platz, das DBB-Team erkämpfte sich noch Rang fünf - damals aber mit Nowitzki.

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