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Jan Jagla (r.) spielte seit 2007 bei Joventut Badalona © getty

Das deutsche Team schlägt überraschend Titelverteidiger Russland und hat gute Chancen auf die Zwischenrunde. Jagla überragt.

Danzig - Die jungen deutschen Basketballer haben bei der EM in Polen Titelverteidiger Russland entzaubert und stehen kurz vor dem Einzug in die Zwischenrunde.

Einen Tag nach der unglücklichen 65:70-Niederlage gegen Frankreich legte die verjüngte Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann auf dem Parkett in Danzig erneut einen beherzten Auftritt hin und feierte nach einer hochdramatischen Schlussphase einen überraschenden 76:73 (45: 31)-Erfolg gegen den Favoriten.

"Das war ein toller Sieg für diese junge Mannschaft. Wir müssen nun sehen, was daraus wird. Aber die Leistungen heute und gestern waren schon großer Sport", sagte Dirk Bauermann

Jagla bester Werfer

Den Grundstein für den Erfolg gegen den 15-maligen Europameister legte die neu formierte deutsche Nationalmannschaft, der neben Superstar Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks) auch NBA-Profi Chris Kaman (Los Angeles Clippers) abgesagt hatte, mit einer sensationellen ersten Halbzeit.

Erfolgreichste deutsche Korbjäger waren Jan-Hendrik Jagla (19 Punkte) und Heiko Schaffartzik (13). Beste Werfer bei den Russen waren Kelly McCarty und Anton Ponkraschow mit jeweils zwölf Zählern.

Am Mittwoch gegen Lettland

Bei einem weiteren Sieg im "Endspiel" der Vorrundengruppe B am Mittwoch (ab 19.15 Uhr LIVE und im DSF) gegen Lettland, hätte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) die Runde der besten 12 Teams sicher erreicht.

Theoretisch wäre selbst bei einer Niederlage die Teilnahme an der Zwischenrunde in Bromberg möglich.

"Ich erwarte gegen die Letten einen harten Straßenkampf", sagte Bauermann. Jagla meinte: "Wir wollen auf jeden Fall Dritter werden. Dafür werden wir kämpfen."

Vor 2800 Zuschauern in der alten Olivia-Halle knüpften die deutschen "Riesen" sofort an die konzentrierte Leistung gegen die Franzosen an.

Gute Verteidigung zu Beginn

Zwei Blocks der Routiniers Patrick Femerling und Jagla untermauerten die aggressive Verteidigung der Deutschen, die im ersten Viertel keinen erfolgreichen Zwei-Punkte-Wurf der Russen zuließen.

Ein 12:0-Lauf und ein Dreier aus großer Distanz vom Braunschweiger Schaffartzik zur Schlusssirene beendete ein bärenstarkes Auftaktviertel (26:12).

Im zweiten Abschnitt vergrößerte das DBB-Team, bei dem der leicht angeschlagene Konrad Wysocki (Wade) bis auf seinen Einsatz in der letzten Minuten nur auf der Bank saß, sogar den Vorsprung:

Erst stopfte Tim Ohlbrecht einen spektakulären Alley-Oop-Pass von Spielmacher Steffen Hamann in den Korb, ehe Hamann selbst per Drei-Punkt-Spiel zur 44:25-Führung (18.) erhöhte.

Russland nur mit drei Europameistern

Die nur mit drei Spielern vom Titelgewinn 2007 angetretenen Russen wirkten zur Halbzeit sichtlich geschockt.

Nach der Pause leisteten sich die "Bauermänner" allerdings einige Ballverluste.

Russland, das unter anderem auf NBA-Star Andrej Kirilenko (Utah Jazz) sowie Spielmacher J.R. Holden (ZSKA Moskau) verzichten musste, nutzte dies aus und kam bis auf fünf Punkte (55:50/29.) heran.

Im Schlussabschnitt bewahrten die unerfahrenen deutschen Youngster, in der fünf Spieler 21 Jahre oder jünger sind, im Gegensatz zum Frankreich-Spiel die Nerven, auch wenn individuelle Fehler die Russen immer wieder heranbrachten.

Benzing mit dem entscheidenden Dreier

Angeführt vom Oldie Sven Schultze und dem gut aufgelegten Jagla, die in der Schlussphase wie auch Hamann, Ohlbrecht und Sven Schultze nach ihren jeweils fünften Fouls vom Feld mussten, ließen sie sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Schaffartzik zum 71:67 und Robin Benzing zum 74:69 sorgten mit ihren Dreiern für die Entscheidung.

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