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Der Trainer und sein Mann des Tages: Dirk Bauermann (r.) herzt Jan Jagla © getty

Das jungeDBB-Team feiert bei der EM das Erreichen der Zwischenrunde. Der Bundestrainer ist glücklich, der Matchwinner will mehr.

Danzig - Der "schönsten Niederlage" ihrer Karriere wollen die deutschen Basketballer ein Wunder folgen lassen:

"Das ist ein unglaublicher Erfolg für diese junge Truppe. Wenn es jetzt noch einen Schritt weiterginge, wäre das fast wie das Wunder von Bern", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann nach dem Einzug seiner Youngster in die Zwischenrunde der EM in Polen.

Trotz einer 62:68-Niederlage im letzten Vorrundenspiel gegen Lettland hat die ohne NBA-Star Dirk Nowitzki angetretene Nationalmannschaft die Runde der besten zwölf Teams gerade noch erreicht.

In Bromberg trifft die stark verjüngte DBB-Auswahl, der vor dem Turnier kaum jemand etwas zugetraut hatte, am Freitag auf Vizeweltmeister Griechenland (ab 18 Uhr LIVE und im DSF). Die weiteren Gegner im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale sind Mazedonien und Kroatien.

Bauermann beschwört Basketball-Götter

Da die "Bauermänner" neben der 65:70-Auftakt-Niederlage gegen Frankreich auch den Vorrundensieg gegen Russland (76:73) mitnehmen, könnte ein weiterer Erfolg schon für das Weiterkommen reichen.

"Wir werden alles geben. Wenn die Basketball-Götter weiter auf unserer Seite sind, könnte uns noch ein Sieg gelingen", sagte Bauermann. Allerdings dämpfte der Bundestrainer vor dem schweren Zwischenrunden-Auftakt gegen die noch ungeschlagenen Griechen auch die Erwartungen:

"Sie sind ein Medaillenkandidat. Man darf keine Wunderdinge erwarten, schließlich haben wir viel Kraft in den drei Vorrundenspielen gelassen."

Jagla träumt von mehr

Die Spieler sind allerdings optimistisch und träumen von einer weiteren Überraschung: "Ich denke, das Viertelfinale muss das Ziel sein. Wir können jede Mannschaft schlagen", sagte Jan-Hendrik Jagla.

Der Flügelspieler war gegen Lettland in den letzten 13 Sekunden zum "Held des Tages" (Bauermann) avanciert. Mit einem verwandelten Dreier und zwei Freiwürfen verhinderte der 28-Jährige eine höhere Niederlage und damit das EM-Aus.

"Das ist ein Wahnsinns-Gefühl. Das war die schönste Niederlage meiner Karriere", sagte der überglückliche Jagla und liebäugelte sogar schon mit einem Platz unter den besten sechs EM-Teams: "Die Qualifikation für die WM 2010 in der Türkei wäre nach einem Viertelfinale das nächste Ziel."

"Die Jungen haben eine große Zukunft"

Soweit ist es zwar noch lange nicht, dennoch ist der jungen Mannschaft von Coach Bauermann, in der fünf Spieler 21 Jahre oder jünger sind, nach den bisherigen Leistungen durchaus noch eine Überraschung zuzutrauen. (BAECK-KOLUMNE: "Die müssen erst mal an Deutschland vorbei")

"Alle haben damit gerechnet, dass wir hier kein Spiel gewinnen. Was diese Mannschaft geleistet hat, ist so fantastisch. Es zeigt, dass die Jungen eine große Zukunft haben", sagte Bauermann, der ein Team für das Fernziel Olympia 2012 aufbauen möchte.

Hamann-Einsatz nicht gefährdet

Gegen Lettland ließen sich die DBB-Youngster selbst von der harten Spielweise der Balten nicht den Schneid abkaufen. "Das war eine absolute Schlägerei", sagte Jagla mit Blick auf eine blutige Platzwunde von Center Patrick Femerling und einen zertrümmerten Backenzahn von Steffen Hamann.

Der Berliner Aufbauspieler hatte nach dem umkämpften Spiel vom lettischen 135-Kilo-Koloss Kaspars Kambala den Ellbogen ins Gesicht gerammt bekommen. Dennoch soll sein Einsatz gegen die Griechen nicht gefährdet sein.

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