vergrößernverkleinern
150 Kilo Urgewalt: Der in Kamerun geborene Schortsanitis ist bei Olympiakos Piräus dennoch nur Bankdrücker © imago

Der Zwischenrunden-Auftakt gegen Angstgegner Griechenland ist für die Deutschen Kür. Doch Bauermann träumt schon vom "Wunder".

Von Michael Spandern

München - Das große Ziel Zwischenrunde ist dank des 62:68 im letzten Vorrundenspiel gegen die Letten erreicht, das DBB-Team bei der EM in Polen im unaussprechlichen Bydgoszcz angekommen.

Doch die Aussicht, womöglich mit nur einem weiteren Sieg ins Viertelfinale einzuziehen und um eines der sechs Tickets zur WM 2010 zu kämpfen, ist zu verlockend, um sich zurückzulehnen. "Das wäre wie ein Wunder von Bern", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann.

Die erste Hürde in Gruppe E ist jedoch nahezu unüberwindbar: Die Griechen (ab 18 Uhr LIVE und im DSF) sind im Turnier noch ungeschlagen und mit ihrer enormen Physis ein Angstgegner der Deutschen.

Auch neuer Coach setzt auf Defense

Der letzte Sieg gegen den Europameister von 2005 gelang den Bauermännern bei der EM 2001 - auch dank 25 Punkten von Dirk Nowitzki.

Trotz steter Gegenwehr des deutschen NBA-All-Stars: Seither setzte es sechs teils deutliche Schlappen, darunter das 62:78 im EM-Finale vor vier Jahren.

Die Hellenen setzen nach wie vor auf ihr Abwehrbollwerk. Nur beim 106:80-Sieg im bedeutungslosen letzten Vorrundenspiel gegen Israel ließ der neue Coach Jonas Kazlauskas seine Mannen von der Leine - allerdings keinen länger als 25 Minuten.

Mavs-Auserwählte im Backcourt

Die Geschlossenheit der Griechen ist überwältigend: Die müssen zwar mit Theodoros Papaloukas und Defensivpapst Dimitrios Diamantidis auf zwei Weltklasse-Guards verzichten.

Dafür haben sie mit Euroleague-Sieger Vasileios Spanoulis, Zweitunden-Draftpick der Dallas Mavericks 2004, und dem Graekoamerikaner Nick Calathes, dessen NBA-Rechte sich die Mavs im Juni sicherten, zwei andere in ihren Reihen.

"Auch wenn sie einige Etablierte ersetzen müssen, wird es ganz schwer. Griechenland ist ein absoluter Medaillenfavorit", stellte Bauermann klar.

Diät tut "Big Sofo" gut

Spanoulis hatte seine vielleicht größte Stunde, als er im WM-Halbfinale 2006 gemeinsam mit Sofoklis Schortsanitis das NBA-Ensemble der USA erledigte.

Und "Big Sofo" kehrt im Nationaltrikot zu alter Stärke zurück: Der 2,06-Meter-Koloss - der vor der abgelaufenen Saison in einer Spezialklinik in der Schweiz auf 150 kg herunterhungerte - spielte zwar beim griechischen Vizemeister Olympiakos Piräus kaum eine Rolle.

Doch nun bildet er in der Mitte im Verbund mit Ioannis Bourousis ein kaum zu überwindendes Bollwerk. Zudem sind beide auch offensiv brandgefährlich.

Schlüssel ist das Mazedonien-Spiel

Die Deutschen sind allerdings in der komfortablen Situation, gegen Griechenland höchstens um nicht eingeplante Extra-Punkte zu kämpfen. Ob die "Bauermänner" ins Viertelfinale einziehen, entscheidet sich wohl am Sonntag im Duell mit Mazedonien (ab 15.30 Uhr LIVE und im DSF). (BAECK-KOLUMNE: "Die müssen erst mal an Deutschland vorbei")

Entwarnung gibt es von Steffen Hamann. Der Spielmacher, der nach dem Ende des Lettland-Spiels vom Center Kaspars Kambala mit dem Ellenbogen attackiert wurde, einen Backenzahn verlor und danach zahnärztlich behandelt werden musste, ist schmerzfrei und heiß auf den nächsten Einsatz.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel