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Robin Benzing lieferte gegen die Griechen mit 16 Punkten seine bisher beste EM-Partie © imago

Die "Bauermänner" verschaffen sich in Europa Respekt. Mit einem Sieg gegen Mazedonien ist sogar noch das Viertelfinale drin.

Bromberg - Als die deutschen Basketballer nach der 76: 84-Niederlage gegen Vizeweltmeister Griechenland zum Auftakt der EM-Zwischenrunde vom Feld gingen, stürzte sich eine Heerschar internationaler Journalisten auf die junge Truppe.

Mit dem bemerkenswerten Auftritt gegen die Hellenen im polnischen Bromberg hatte sich die stark verjüngte Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) weiteren Respekt in Europa verschafft.

Bei den Medienvertretern waren Schaffartzik und Co. nach der Partie selbst ohne NBA-Star Dirk Nowitzki gefragter als Titelanwärter Griechenland.

Schultze: "Sind kein Frischfleisch"

"Wir haben uns mit diesem jungen Team bei diesem Turnier in Europa enormen Respekt verschafft. Wir haben bewiesen, dass wir kein Frischfleisch sind, das sich einfach so abschlachten lässt", sagte Co-Kapitän Sven Schultze.

Und Bundestrainer Dirk Bauermann ergänzte:

"Selbst die Griechen haben uns nachher zu unserer jungen Mannschaft gratuliert. Wir können trotz der Niederlage stolz sein. Wir haben noch die Chance auf das Viertelfinale und es selbst in der Hand."

Sieg gegen wurfstarke Mazedonier Pflicht

Um die Runde der letzten Acht zu erreichen, ist ein Sieg gegen Mazedonien am Sonntag (ab 16.00 Uhr LIVE und im DSF) allerdings Pflicht.

In zwei Vorbereitungsspielen (78:77 und 75:94) vor der EM hatten die DBB-Youngster enorme Probleme mit der Mannschaft aus dem ehemaligen Jugoslawien.

"Es wird schwer. Mazedonien ist unangenehm zu spielen, weil die großen Leute sehr gut werfen können", erklärte Bauermann. Dennoch verbreitete der Coach nach dem guten Auftritt gegen die Griechen Zuversicht:

"Es ist wichtig, mit einem guten Gefühl ins nächste Spiel gehen zu können. So ähnlich war es auch in der Vorrunde nach der knappen Niederlage gegen Frankreich. Anschließend haben wir Titelverteidiger Russland geschlagen."

40 Minuten "knüppeln"

Gegen Mazedonien setzt Bauermann besonders auf die Kampfkraft seiner jungen Mannschaft:

"Wir müssen sie 40 Minuten unter Druck setzen und den Sieg mehr wollen als die Mazedonier. Dann brechen sie auseinander und verlieren schon mal das Interesse", sagte Bauermann, der anschließend sofort bestätigt wurde:

Step by Step zu Top-Leistungen

Das Team vom Balkan kassierte am Freitagabend eine 57:83-Klatsche gegen die druckvollen Franzosen.

Mut gibt den Deutschen zudem, dass sich die jungen Spieler von Partie zu Partie steigerten.

Gegen die Griechen trumpften in Heiko Schaffartzik (23 Punkte, kein Fehlversuch) sowie dem 20 Jahre alten und noch Bundesliga-unerfahrenen Robin Benzing (16) zwei Spieler auf, die erst in diesem Sommer ihr Debüt im Nationalteam gefeiert hatten.

"Es ist sensationell, wie die Jungs sich hier entwickeln. Sie haben das Vertrauen voll gerechtfertigt", sagte Bauermann.

Eigener Erfolg unwichtig

"Meine Leistung ist unwichtig, denn wir haben verloren. Jetzt müssen wir gegen Mazedonien noch aggressiver spielen", meinte Benzing, der nach dem Griechenland-Spiel im ungewohnten Medienrummel aus Versehen sogar mit den deutschen Journalisten Englisch sprach.

Jagla hofft auf mehr

Routinier Jan-Hendrik Jagla träumte dagegen mit einem Augenzwinkern schon von weiteren Erfolgen:

"Wir haben gegen die Griechen gut mitgehalten. Wer weiß: Vielleicht klappt es ja, wenn wir im Halbfinale noch mal auf die treffen."

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