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Heiko Schaffartzik ist mit 11,6 Punkten pro Spiel bislang deutscher Topscorer © imago

Deutschland vs. Kroatien: Nur der Sieger zieht ins Viertelfinale ein. Es geht um noch mehr. Jagla prallt auf zwei namhafte Hünen.

Von Robert Gherda und Michael Spandern

München - Trotz der bitteren Pleite gegen Mazedonien: Im letzten Zwischenrundenspiel gegen Kroatien (ab 20.45 Uhr LIVE und im DSF) hat Deutschland das Erreichen des Viertelfinals bei der EM in Polen selbst in der Hand.

"Wir haben noch eine Chance, und die wollen wir nutzten", sagt Patrick Femerling. Der Rekordnationalspieler weiß allerdings: "Gegen Kroatien muss bei uns alles passen."

Bei einem Sieg gegen den Olympia-Zweiten würde das runderneuerte Team von Bundestrainer Dirk Bauermann den vierten Platz der Zwischenrundengruppe E erobern - unabhängig vom Ergebnis der Partie zwischen Russland und Mazedonien, deren Sieger sich ebenfalls für die K.o.-Runde qualifiziert.

Bei einer Pleite würde Deutschland allerdings auf jeden Fall ausscheiden.

6:5 in Duellen mit Kroatien

Sollten die Deutschen die Kroaten bezwingen, stehen sie im Viertelfinale dem Sieger der Gruppe F gegenüber, der in der Partie zwischen der Türkei und Slowenien ermittelt wird.

Es ist der zwölfte Vergleich zwischen Deutschland und Kroatien in einem Pflichtspiel, und sechs Begegnungen entschied das DBB-Team bisher für sich.

Vor der 70:76-Schlappe im Quali-Turnier für die Olympischen Spiele 2008 gewannen die Bauermänner drei Pflichtspiele gegen die Kroaten. Bei der EM 2007 führte Dirk Nowitzki seine Farben mit einer 31-Punkte-Gala zum 80:71 im Spiel um Platz fünf.

"Wir bestimmen unser Schicksal"

Doch eben jener Nowitzki wurde von Bauermann zuletzt schmerzlich vermisst. Auch in den beiden Vorbereitungsspielen im August zogen die Deutschen ohne ihren NBA-All-Star klar den Kürzeren.

Aber vor allem die Sonntags-Pleite gegen Mazedonien spukt dem Team in den Köpfen: "Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir haben keine Zeit uns zu lange damit aufzuhalten", sagt Femerling. "Wir selbst bestimmen unser Schicksal. Wir müssen gegen Kroatien alles geben und dann wird man sehen, was passiert."

Das Schicksal geht wohl über diese EM hinaus, schließlich wären die Deutschen auf eine Wildcard für die WM 2009 angewiesen, sollten sie nicht mindestens Siebter werden.

Prominente Gegner in der Mitte

Viel wird in der Partie gegen Kroatien von Jan-Hendrik Jagla abhängen. Der Power Forward bot gegen Russland und Lettland zeitweise überragende Vorstellungen - sowohl beim Punkten als auch bei den Rebounds.

In der Zwischenrunde lief bei Jagla allerdings nichts mehr zusammen und er brachte es in beiden Spielen zusammen nur noch auf acht Punkte und zehn Rebounds.

Leicht wird es gegen Kroatien für Jagla nicht, denn unter dem Korb ist das Team mit Männern wie dem Ex-NBA-Center Mario Kasun sowie dem Euroleague-Ass Nikola Vujcic stark besetzt. "Die Kroaten sind haushoher Favorit. Doch die Jungs werden ihr Herz aus der Brust reißen und alles geben", erklärt Bauermann.

Zwei Guards als Topscorer

Topscorer der Kroaten im bisherigen Turnier ist allerdings Scharfschütze Marko Popovic (Unics Kazan) mit 12,8 Punkten pro Spiel - gefolgt vom groß gewachsenen Spielmacher Roko Ukic (10,4), der im Sommer von Toronto zu den Milwaukee Bucks geschickt wurde.

Das deutsche Team kann sich in jeden Fall auf erbitterte Gegenwehr gefasst machen, denn das Team von Trainer Jasmin Repesa kann durch einen Sieg ein durchwachsenes Turnier noch retten und ins Viertelfinale einziehen.

Zuletzt verlor Kroatien gegen Frankreich mit 79:87. Jedoch wurde dem Spiel gegen den Tabellenführer keine allzu große Bedeutung beigemessen.

Kroatien wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass ein Sieg gegen Deutschland ausreicht, um unter die besten Acht in Europa zu kommen. So oder so: Für beide Teams heißt es am Dienstagabend: Siegen oder fliegen!

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