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Dirk Bauermann trainiert seit 2003 die deutsche Nationalmannschaft © getty

Bauermann zeigt sich nach dem Trainingslager auf Gran Canaria von seinem Team beeindruckt. Zwei Spieler fallen durch das Raster.

Von Rainer Nachtwey

München - Es dürfte der angenehmste Effekt des Trainingslagers auf Gran Canaria gewesen sein:

Alle Spieler kehren gesund von der kanarischen Insel zurück.

Einzig eine Muskelverhärtung hat die Vorbereitung der deutschen Basketball-Nationalmannschaft auf die EM in Litauen (31. August bis 18. September, LIVE im TV auf SPORT1) kurz gestört.

"Nur ein Spieler hat eine Trainingseinheit verpasst, alles andere konnten wir reibungslos durchführen", lässt Bundestrainer Dirk Bauermann durchblicken (DATENCENTER: EM-Spielpan).

Bauermann zufrieden

Der Coach zieht nach der ersten Phase ein "sehr positives" Fazit. Die Mannschaft befinde sich sowohl in konditionellen als auch spieltaktischen Bereichen "mehr als im Soll".

"Die Automatismen und Strukturen werden schon sehr sicher angewandt. Man merkt, dass nahezu alle Spieler schon einmal einen Sommer mit dem Nationalteam gespielt haben", meint Bauermann.

Vom Einsatz seiner Spieler war der Coach sehr angetan: "Ich kann nur loben, wie hart, bewusst und aufmerksam wir hier trainiert haben. Die taktische Disziplin ist schon weit entwickelt, athletisch sind wir auch voll da."

Veränderungen mit Nowitzki und Kaman

Allerdings werde sich die Spielanlage der Mannschaft verändern, wenn Dirk Nowitzki und Chris Kaman zur Mannschaft stoßen (BERICHT: Endlich das Ja-Wort: Dirkules fliegt zur EM).

"Dieses Jahr sind die Inhalte aber eher wie 2008 und nicht wie in den vergangenen beiden Jahren", führt der Trainer aus.

Mit Dirk Nowitzki und Chris Kaman kann der Coach ab dem 16. August nach dem Efes Pilsen Cup mit den Gegnern Serbien, Ukraine und Gastgeber Türkei rechnen. Drei Tage später wird das Duo beim Supercup in Bamberg zum ersten Mal auflaufen (die deutschen Spiele LIVE im TV auf SPORT1 und alle Spiele im LIVESTREAM).

[kaltura id="0_x1a0sdxk" class="full_size" title="Nowitzki sagt Ja zur EM"]

NCAA-Champ gestrichen

Beim inoffiziellen ersten Freundschaftsspiel am Donnerstag und offiziellen Test am Freitag gegen Finnland in Hagen stehen die beiden NBA-Stars noch nicht zur Verfügung, ebenso wenig Niels Giffey und Dominik Bahiense de Mello (NEWS: College-Champion ausgesiebt).

Auf NCAA-Champ Giffey und den Oldenburger de Mello verzichtet Bauermann freiwillig. Die beiden sind die ersten Streichopfer des vorläufigen EM-Kaders.

"Beide haben sich ihre Nominierungen voll verdient und hundertprozentig mitgezogen. Andere Spieler waren aber ein bisschen stärker, sodass ich diese Entscheidung fällen musste", begründet der Bundestrainer den Schritt.

Aussortieren geht weiter

Die ersten Tests geht Bauermann nun mit 14 Mann an, ehe Nowitzki und Kaman hinzukommen. Anschließend fallen bei Bauermann vier weitere Spiele durchs Raster.

Bei den letzten beiden Vergleichen vor der EM mit China in München und Berlin soll der EM-Kader laut Pressesprecher Christoph Büker stehen.

"Es kann aber sein, dass er noch einen 13. Mann mit nach Berlin nimmt", sagt Büker, "schließlich müssen wir den Kader erst 24 Stunden vor dem ersten Spiel bekanntgeben."

"Spiel in Hagen ist ein wichtiger Baustein"

Gegen Finnland haben die 14 verbliebenen Nationalspieler die Möglichkeit, sich für die zehn freien Plätze neben Nowitzki, der sich derzeit während eines Sponsorentermins in Berlin auf dem Trainingsgelände bei ALBA fit hält, und Kaman zu bewerben (BERICHT: Nowitzki stöhnt auch ohne Insel-Qualen).

Den Test sieht der Coach als erste Standortbestimmung. Dort könne er erkennen, wo man stehe und wie weit die Spieler individuell seien. "Das Spiel in Hagen ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur EM", führt Bauermann aus.

Mit den Finnen erwartet er eine "sehr starke Mannschaft". Für die Nordeuropäer geht es noch darum, im letzten Moment auf den EM-Zug aufzuspringen.

"Ich glaube, dass die Finnen gegen Portugal und Ungarn gute Chancen haben, sich noch für die EM zu qualifizieren. Sie werden auf jeden Fall weiter sein als wir und bestimmt ein ganz starker Gegner", sagt Bauermann.

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