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Dirk Nowitzki (l. mit Bauermann) spielt in der NBA für die Dallas Mavericks © dapd

Nowitzki startet gegen Israel in die EM - mit "frechen" Jungen und Kaman. Er bedauert, keine Titelkämpfe in Deutschland zu haben.

Aus Siauliai berichtet Michael Spandern

Seine sechste Europameisterschaft führt den derzeit wertvollsten Basketballer der Welt an einen wenig glamourösen Schauplatz.

Im Siauliai will er in der Gruppenphase der EM (LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+) den ersten Schritt gen London setzen (PORTRAIT: Israel ist "Geladen mit Talent und Verstand").

Womöglich aber endet seine Karriere im Deutschland-Trikot bereits in Litauen - und mal wieder fern der Heimat. Dass es der Deutsche Basketball-Bund in all den Jahren seit seinem Debüt 1997 nicht geschafft habe, Titelkämpfe nach Deutschland zu holen, sei "schade", sagt Dirkules der "Süddeutschen Zeitung".

Noch mal zu Olympia, noch einen Ring

Zwar bewirbt sich der DBB gemeinsam mit drei weiteren Nationen um die EM 2015. Aber dann ist Nowitzki 37 Jahre. "Das ist ehrlich für mich kein Thema mehr. Das kann ich mir schwer vorstellen", bedauert er.

Umso mehr gilt sein Fokus der Jagd nach einem der ersten sechs Plätze 442265(DIASHOW: Der DBB-Kader für die EM).

Zwar sei er nach dem Triumph in den NBA-Finals im Juni "erst mal satt" gewesen, "aber wenn das erste Durchschnaufen vorbei ist, kommt das Feuer wieder. Jetzt will ich noch einmal zu den Olympischen Spielen, und ich will noch einmal eine NBA-Meisterschaft holen."

"Acht Monate nix machen, das geht nicht"

Die NBA ist aber weit weg - auch zeitlich. Wegen des Lockouts plant Nowitzki, nach der EM "erst mal Urlaub" zu machen (BERICHT: Dirkules: Das Maximum im 24-Stunden-Takt).

Dass seine 14. Saison bei den Dallas Mavericks pünktlich am 2. November losgeht, glaubt er angesichts der festgefahrenen Verhandlungen nicht: "Bisher ist alles Geplänkel. Aber wenn die ersten Spiele abgesagt werden, dann vermissen die ersten Spieler ihren Gehaltsscheck. Dann wird ernster verhandelt."

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Die Suche nach einem Verein, um sich fit zu halten, schiebt er auf die lange Bank: "Nur wenn sich das länger hinziehen würde mit der Aussperrung, vielleicht bis Januar, Februar oder wenn die ganze Saison ausfallen würde, dann müsste ich was finden. Denn mit 33 acht Monate nix machen, das geht natürlich nicht."

Kaman "viel besser drauf als 2008"

Aber erst mal steht dem Würzburger eine äußerst stressige EM und eine immens schwere Vorrundengruppe bevor. Allerdings beurteilt er das deutsche Team sehr positiv - vor allem seinen NBA-Kollegen Chris Kaman.

"Chris ist natürlich ein Monster unter dem Korb", sagt Nowitzki. Der Center der L.A. Clippers sei körperlich viel besser drauf als 2008, als ihn Fußprobleme plagten.

"Und draußen haben wir ein paar heiße Zocker: Philipp Schwethelm, Lucca Staiger, Heiko Schaffartzik. Auch Robin Benzing hat eine gute Vorbereitung gespielt", lobt Nowitzki (SERVICE: Der Modus der EM).

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Die Alten werden veräppelt

Eingeschüchtert von der Präsenz des NBA-Champions seien die Youngsters keinesfalls.

"Die Jungen haben eine freche Schnauze, so wie ich früher vor zehn Jahren, als wir den alten Hansi Gnad veräppelt haben, unseren heutigen Co-Trainer", erinnert sich der 33-Jährige. "Das machen sie jetzt genauso."

Und Kaman sei "manchmal fast zu locker drauf - da muss Coach Bauermann ab und zu die Axt reinhauen."

Ganz anders als beim Tennis

Das Flachsen und Zusammensein mit den Mitspielern gefällt dem Teamplayer Nowitzki. "Dass wir mit der Mannschaft im Bus sind, Karten spielen, das hat mir gefehlt."

"Ich habe ja lange Tennis gespielt, das sind die absoluten Freaks der Einzelsportler. Da hängt jeder auf seinem Koffer, keiner hat mit dem anderen geredet. Das war überhaupt nicht mein Ding", erinnert sich Nowitzki.

Und auch, wenn seine Karriere im Nationaltrikot bald ein Ende haben sollte und er später nicht als Trainer arbeiten wolle, verspricht er: "Ich werde dem deutschen Basketball sicher erhalten bleiben."

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