Der Kantersieg gegen die kleinen Israelis ist für Frank Buschmann kein Muster ohne Wert. Das NBA-Duo brauche starke Hintermänner.

Liebe Basketball-Freunde,

darauf war ich eigentlich gar nicht gefasst. Aber im Nachhinein waren der klare Sieg und der körperlich überforderte Gegner zum EM-Auftakt genau richtig für die Deutschen - und für Bluthochdruckpatienten.

Ich hätte gedacht, dass es gegen die kleinen, unorthodox spielenden Israelis deutlich schwieriger werden würde.

Aber Dirk Bauermanns Strategie, konsequent auf das "zweiköpfige Monster" Dirk Nowitzki/Chris Kaman zu setzen und den Ball nach innen zu bringen, ist voll aufgegangen.

Da fallen die zwei, drei Ballverluste, die sich das DBB-Team dabei in den Anfangsminuten geleistet hat, nicht ins Gewicht. Ich hatte kaum mal das Gefühl, das Spiel könnte kippen.

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Dass Israel letzten Endes nicht ebenbürtig war, macht den Erfolg nicht zu einem Muster ohne Wert. Denn Auftaktspiele haben es immer in sich.

Man schaue nur, wie schwer sich Spanien, Griechenland, Litauen und Kroatien gegen krasse Underdogs getan haben.

Und der Plan, innen zu dominieren, könnte ja auch gegen die Italiener funktionieren. Bei denen frage ich mich durchaus, ob die so stark am Brett sind.

Sie stehen nach der Schlappe gegen Serbien schon mächtig unter Druck und werden sich extrem den Hintern aufreißen. Und vielleicht kommen sie mit dem großen Druck nicht zurecht.

Wenn von den drei NBA-Stars wieder nur einer groß auftrumpft, würde das Deutschland wohl helfen. Marco Belinelli hat gegen die Serben nicht viel gebracht. Und Danilo Gallinari hat sich ja den rechten Knöchel verstaucht.

Wenn er gehandicapt ins Duell mit Deutschland geht, träfe das die Squadra noch härter als uns der Hexenschuss von Steffen Hamann.

Der hat sich, genau wie Kaman und Nowitzki, zudem lange auf der Bank zurücklehnen können.

Wenn Nowitzki "nur" 27 Minuten spielt und 14 Würfe nehmen muss, sage ich: wunderbar!

Doch unser "zweiköpfiges Monster" braucht im Turnierverlauf starke Hintermänner. Tim Ohlbrecht hat gegen Israel gezeigt, dass er es drauf hat und ihn das Einzeltraining in New Jersey weitergebracht hat.

Er ist da, wenn Kaman mal schnell in Foulprobleme gerät.

Bei Jan Jagla liegt der Fall anders. Er hat Probleme, vom Leader des Teams nun, da Nowitzki wieder dabei ist, zu einem Kurzarbeiter zu werden.

Offenbar ist er jetzt noch hinter Sven Schultze zum dritten Power Forward degradiert worden.

Aber ich habe auch Mitleid mit ihm, weil er durch seine zugegeben sehr negative Körpersprache oft zu kritisch beurteilt wird. Er braucht da die Hilfe von der Mannschaft und vom Coach.

Euer, Frank Buschmann

Die Stimme von Frank Buschmann ist jedem Sport-Fan ein Begriff: Egal ob beim Basketball oder Fußball - Frank Buschmann moderiert und kommentiert bei SPORT1 mit Leib und Seele und Expertise. Er begleitet im Fußball jeden Spieltag der Zweiten Liga mit einer Kolumne - und natürlich die Ereignisse rund um die deutsche Nationalmannschaft bei der Basketball-EM in Litauen.

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