vergrößernverkleinern
Heiko Schaffartzik (r.) wechselt zur neuen Saison aus Berlin nach München © getty

Deutschland schafft die Überraschung gegen die mit NBA-Stars gespickten Franzosen. Staiger versenkt zwei Wahnsinnsdreier.

Ljubljana - Die deutschen Basketballer haben zum Auftakt der EM in Slowenien (täglich LIVESCORES) gegen den Mitfavoriten Frankreich für eine faustdicke Sensation gesorgt.

Das junge Team von Bundestrainer Frank Menz setzte dank einer überragenden Leistung mit 80:74 (43:39) über den Silbermedaillengewinner von 2011 durch. (772433DIASHOW: Die Bilder der EM-Vorrunde)

Damit machte sich auch das Daumendrücken von Superstar Dirk Nowitzki aus der Ferne bezahlt. "Wahnsinn, Jungs. Was für ein Spiel. Weiter so", twitterte Dirk Nowitzki direkt nach Spielende.

Mit ihren späten Dreiern sorgten Lucca Staiger und Robin Benzing für unbändigen Jubel bei den deutschen Fans unter den 2400 Zuschauern in der Tivoli Arena.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl und der perfekte Auftakt für uns. Jetzt müssen wir uns ein bisschen ausruhen, dann geht es hoffentlich so weiter", sagte Tibor Pleiß: "Wir haben insgesamt ein unglaublich starkes Spiel gemacht und uns diesen Sieg ganz hart erkämpft."

Trio überzeugt

Auch Frankreichs NBA-Superstar Tony Parker konnte mit 18 Punkten die Pleite nicht verhindern, beste Werfer bei Deutschland waren Benzing (19) sowie Staiger (14) und Niels Giffey (14).

Am Donnerstag (ab 17.45 Uhr LIVESCORES) wartet mit Belgien, das seinen Auftakt mit 57:58 gegen die Ukraine verlor, eine deutlich einfachere Aufgabe auf die deutsche Mannschaft um Kapitän Heiko Schaffartzik, der starke elf Assists lieferte.

In der ersten Partie der Gruppe A hatte sich Großbritannien überraschend mit 75:71 nach Verlängerung gegen Israel durchgesetzt - auch diese beiden Teams wirkten auf dem angestrebten Weg in die nächste Runde schlagbar. Die ersten drei Teams überstehen die Gruppenphase. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)

"Die Daumen sind gedrückt", verkündete Nowitzki, der wie die weiteren vier deutschen NBA-Profis bei der EM fehlt, bereits vor dem ersten Sprungball.

Tolle Offensiv-Aktionen

Die ein oder andere Überraschung erwartete der langjährige Kapitän - seine Nachfolger untermauerten diesen Anspruch mit einem rasanten Beginn.

Nach 89 Sekunden sorgte Giffey mit einem Drei-Punkte-Wurf für den ersten deutschen Korberfolg, dank intensiver Verteidigung und traumwandlerischer Sicherheit aus der Distanz setzte sich der Außenseiter langsam ab.

Und zeitweise zauberte die deutsche Mannschaft: Center Maik Zirbes verwandelte ein Anspiel von Schaffartzik per Alley-Oop, wenig später traf der Kapitän einen seiner typischen wilden Distanzwürfe knapp zwei Meter hinter der Dreierlinie zum 23:14. (769798DIASHOW: Der deutsche EM-Kader)

Konsterniert lief Frankreichs Coach Vincent Collet nach sieben Minuten aufs Parkett und versuchte sein Team in der ersten Auszeit neu einzustellen.

Fantastischer Blitzstart

Doch stattdessen setzte der Underdog zunächst seinen unglaublichen Lauf fort. Sinnbildlich: Nach dem nächsten Dreier von Robin Benzing setzte Parker zwei Freiwürfe in Serie auf den Ring - mit 13 Punkten Vorsprung ging das deutsche Team beim 27:14 in die erste Viertelpause.

Als der am Knie angeschlagene Aufbauspieler von den San Antonio Spurs das Feld verließ, bekam das deutsche Team allerdings Probleme. Plötzlich schlichen sich wieder leichte Ballverluste wie in der Vorbereitung ein, erst Giffey beendete nach knapp fünf Minuten die deutsche Punkteflaute zum 29:23.

"Eine ganz große Perspektive", hatte Menz dem 22 Jahre alten Collegespieler von den UConn Huskies vor der Partie bescheinigt. Schon die Gegenwart machte Geschmack auf mehr - NBA-Akteur Nicolas Batum (Portland Trail Blazers) war bei Giffey lange Zeit abgemeldet.

Franzosen wachen zu spät auf

"Wir müssen nach vorne rennen und attackieren, nicht beeindrucken lassen", forderte Menz in einer Auszeit - seine Männer zeigten sich weiter komplett furchtlos und hielten den Angstgegner der vergangenen Jahren bis zur Pause auf Distanz.

Konzentriert gelang auch der Start in die zweite Halbzeit, mit hohem Engagement sicherten sich Center Tibor Pleiß und Co. immer wieder den Rebound und machten so unnötige Turnover wett. Kurz vor der Sirene zur dritten Viertelpause vergab Parker beim 56:57 die erste Führung der Franzosen seit dem Spielbeginn.

Die besorgte allerdings Antoine Diot zum Start des Schlussabschnitts. Auf hohem Niveau wogte das Spiel hin und her, Pleiß besorgte per Dunk die viel umjubelte 67:65-Führung. Nach Staigers wahnsinnigen Dreiern zum 72:72-Ausgleich und der 75:72-Führung nahm der Coup Gestalt an.

Benzing machte den Sack. Am Ende kannte die Freude keine Grenzen mehr.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel