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Heiko Schaffartzik gelingt sein zweites Double-Double im Turnier © getty

Nach der knappen Pleite gegen die Ukraine gibt sich das DBB-Team trotzig, benötigt aber Schützenhilfe. Mut macht der Ruhetag.

Ljubljana - Heiko Schaffartzik ließ den Kopf nach der zweiten bitteren Enttäuschung hängen, richtete den Blick aber dann schnell wieder nach vorne.

"Wir sind noch nicht draußen", sagte der Kapitän der deutschen Basketballer trotzig. Doch das 83:88 (30:39) gegen die Ukraine (Bericht) im dritten Vorrundenspiel bei der EM in Slowenien hatte Wirkung gezeigt.

Nach dem Traumstart mit dem Sensationssieg gegen die NBA-Stars aus Frankreich droht dem jungen Team nun das frühe Aus (772433DIASHOW: Die Bilder der EM-Vorrunde).

Schützenhilfe benötigt

Vor 1570 Zuschauern in der Hala Tivoli von Ljubljana setzte es keine 24 Stunden nach der Pleite gegen Belgien die zweite vermeidbare Niederlage in Folge.

Der Druck vor den beiden letzten Spielen der ersten Gruppenphase gegen Großbritannien am Sonntag (ab 14.30 Uhr LIVESCORES) und Israel am Montag (ab 17.30 Uhr LIVESCORES) hat sich immens erhöht.

Zwei Siege sind Pflicht, garantieren aber noch nicht den Einzug in die Zwischenrunde.

Köpfe freibekommen

Bevor es zum ersten K.O.-Duell mit den Briten kommt, steht allerdings erst einmal der einzige Ruhetag auf dem Programm - die deutschen Korbjäger können ihn in ihrer Verfassung gebrauchen (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

"Wir müssen mal wegkommen vom Basketball, einfach mal runterkommen", sagte Schaffartzik.

Ähnlich klang es bei Benzing. "Wir müssen die Köpfe frei bekommen, mal nicht nur an Basketball denken", erklärte der 24-Jährige.

Benzing verbuchte 17 Punkte, war aber nicht wie gegen Frankreich (80:74) und Belgien (73:77 n.V.) deutscher Topscorer. Der beste Werfer hieß Schaffartzik (22), erfolgreichster Passgeber der bisherigen EM (Schnitt: 9,7).

Menz stellt um

Menz hatte seine Startformation erstmals im Turnierverlauf verändert, Per Günther ersetzte Niels Giffey.

Im Gegensatz zum Vortag, als die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) gegen die Belgier schwach gestartet war, lief es diesmal zunächst ausgezeichnet. (769798DIASHOW: Der deutsche EM-Kader)

"Wir haben sehr selbstbewusst angefangen", erklärte Menz.

Jeter nicht zu stoppen

Doch der Trainer musste nach den ersten Minuten mitansehen, dass der Vorsprung (13:4) genauso schnell schmolz wie er angewachsen war.

Vor allem, weil seine Schützlinge den gebürtigen Amerikaner Eugene Jeter nicht in den Griff bekamen.

Wjatscheslaw Krawtsow und Kyryl Natjaschko konnten unter den Korb zu selten gestoppt werden. In der Schlussphase traf Sergij Gladyr (25 Punkte) wie er wollte.

Durchlässige Defense

Das galt nicht für das DBB-Team. Die Würfe fielen nicht, am eigenen Brett wurde zu viel zugelassen.

"Wenn man 88 Punkte kassiert, liegt es immer an der Defense", stellte Benzing klar.

Die Deutschen hatten Probleme, der vom früheren NBA-Headcoach Mike Fratello (USA) betreute Gegner nutzte dies eiskalt aus und verdiente sich Respekt bei Menz: "Die Ukraine hat heute sehr gut gespielt."

Der Gastgeber der EuroBasket 2015 hatte schon seine ersten beiden Spiele gewonnen.

Deutschland kommt zurück

Der neue Bundestrainer hatte unmittelbar nach dem Spiel gegen die Belgier befürchtet, dass der kraftraubende Krimi mit Verlängerung Folgen haben würde.

Doch auch nach einem 16-Punkte-Rückstand kämpfte sich das Team zurück ins Spiel, holte sich die Führung zurück und machte es bis zur letzten Minute spannend.

"Gehen unseren Weg"

Am Ende zogen die Deutschen aber im erst sechsten Länderspiel gegen die Ukrainer zum zweiten Mal den Kürzeren.

"Die Enttäuschung ist groß, aber wir haben ein gutes Spiel gemacht. Im Moment ist es schwer, gegenüber der Mannschaft die richtigen Worte zu finden", sagte Menz.

Aufgeben kommt nicht infrage: "Wir gehen weiter unseren Weg. Wir haben einen Tag Pause und versuchen dann, das Spiel zu gewinnen."

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