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Großes Duell in der Mitte: Serbiens Center Nenad Krstic (l.) gegen Spaniens NBA-Star Marc Gasol © getty

Im EM-Viertelfinale kann sich der Titelverteidiger an Serbien rächen. Die gefallen Marc Gasol - seine Mitspieler weniger.

Von Martina Farmbauer

München - Marc Gasol war sauer nach der 81:86-Niederlage gegen Italien.

Der Spanier, der in der NBA für die Memphis Grizzlies auf Korbjagd geht, hatte eine große Show geliefert, 32 Punkte gemacht, und hatte der Titelverteidiger die dritte Pleite der laufenden EM kassiert - und sich einen schweren Viertelfinal-Brocken aufgehalst.

Statt gegen Litauen geht es nun gegen die Serben (ab 17.30 Uhr LIVESCORES), den Sieger der Zwischenrunden-Gruppe E und spanischen Albtraum von 2010.

Nedovic ersetzt Teodosic

Gasols Kritik folgte prompt: "Wir haben in den ersten drei Vierteln gut gespielt und hatten die Partie unter Kontrolle. Aber in den letzten fünf Minuten haben wir die Arme aus unerfindlichen Gründen hängen lassen", zitierte die spanische Sporttageszeitung "Marca" den Center. "Darüber müssen wir sprechen."

Und Marc Gasol meinte sicher nicht nur sprechen, sondern die Mängel auch so schnell wie möglich abstellen. Ansonsten droht in der Neuauflage des EM-Finals von 2009 der K.o. - den im WM-Halbfinale 2010 ein Dreier von Milos Teodosic in letzter Sekunden zum 92:89 besiegelt hatte.

Der hat seine Teilnahme am diesjährigen Turnier zwar wegen einer hartnäckigen Wadenverletzung abgesagt, doch mit Nemanja Nedovic hat das Team von Trainer-Legende Dusan Ivkovic einen ebenso gefährlichen Drahtzieher. 9,0 Punkte und 2,5 Assists pro Partie steuert der NBA-Profi von den Golden State Warriors bislang durchschnittlich bei.

Gasol sagt unterhaltsames Spiel voraus

Der ist allerdings genau wie Spielmacher Stefan Markovic derzeit angeschlagen.

Umso mehr Last hat Nenad Krstic zu schultern, der viele Jahre ebenfalls in der NBA am Ball war und Serbien mit durchschnittlich 16,7 Punkten anführt.

Zudem hofft Trainer-Legende Dusan Ivkovic auf einen starken Auftritt des explosiven Flügelspielers Luka Bogdanovic, der seit 2011 bei Cajasol Sevilla spielt und zuvor ein Jahr bei den EWE Baskets Oldenburg in der Beko BBL war.

Ivkovic glaubt an Vorteile seiner Big Men

"Spaniens Backcourt besteht aus vier NBA-erfahrenen Spielern, und wir bangen um Markovic und Nedovic", sagt Ivkovic. "Innen ist Gasol dominant, trotzdem glaube ich, dass wir aufgrund der besser besetzten Bank einen Vorteil bei den großen Leuten haben."

Gasol ist auf jeden Fall gewarnt: "Ich will nicht mehr an das Spiel gegen Italien denken. Ich schaue nach vorne und freue mich auf die spannende Aufgabe, die uns bevorsteht. Das, was ich von Serbien gesehen habe, hat mir gefallen. Wir werden ein unterhaltsames Spiel sehen."

Die Iberer, bei denen außer Gasol auch Dirk Nowitzkis Mannschaftskollege von den Dallas Mavericks, Jose Calderon mitwirkt, sehen das Viertelfinale als vielleicht wichtigsten Schritt zum Gold: "Mein Team ist stets hungrig zu gewinnen. Wir wissen, wenn wir gewinnen, sind wir die Besten", meint Coach Juan Orenga.

Parkers Traum vom Titel

Im zweiten Viertelfinale an diesem Mittwoch (ab 17.30 Uhr LIVESCORES) treffen Slowenien und Frankreich aufeinander. Slowenien hat noch nie eine Medaille bei einem großen Turnier geholt - und nun die einmalige Chance bei dem Turnier im eigenen Land, eine zu erringen.

Da dürfte Frankreichs NBA-Star Tony Parker von den San Antonio Spurs allerdings etwas dagegen haben. Denn er hat zwar gesagt, dass er so lange für die Nationalmannschaft spielen würde, bis er mit ihr einen Titel holt ? aber darauf möchte der 31-Jährige sicher nicht mehr allzu lange warten.

Parker ist bei dieser EM dabei, obwohl er mit Frankreich an den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in London teilgenommen hat und mit den Spurs in den Finals der NBA stand. Und das ist bei allem Willen auf die Dauer doch eine hohe Belastung.

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