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Tony Parker war von 2007 bis 2010 mit "Desperate Houswives"-Schauspielerin Eva Longoria verheiratet © getty

Nach dem Sieg gegen Slowenien trennt Frankreich nur noch zwei Siege vom Titel. Eine schier unüberwindbare Hürde steht im Weg.

Ljubljana/München - Spanien. Immer wieder Spanien. Tony Parker kann sich Schöneres vorstellen.

Da kommen einfach zu viele schlechte Erinnerungen hoch. Meist gab es für den Basketballstar aus Frankreich Enttäuschungen, wenn es bei Europameisterschaften gegen den Nachbarn aus dem Süden ging.

Acht Jahre ist es her, dass der letzte große Sieg gelang. Parker hat genug davon.

Wieder gegen Spanien

In Ljubljana bietet sich eine neue Gelegenheit, die Spirale zu brechen. Schon im Halbfinale treffen die Franzosen in der Neuauflage des Endspiels von 2011 auf den Titelverteidiger.

Die Spanier stehen auch in Slowenien im Weg, denn der flinke Parker hat nur ein Ziel: "Wir wollen Europameister werden."

Pleite in den NBA-Finals

Der einzige echte Star der diesjährigen EuroBasket ist angetreten, um den Titel zu holen. Das ist sein Anspruch, dafür spielt er Basketball.

Dreimal ist er mit den San Antonio Spurs bereits NBA-Champion geworden, zum vierten Triumph fehlten in diesem Sommer nur wenige Sekunden. Nach der bitteren Pleite in der Finalserie gegen die Miami Heat (3:4) wäre der EM-Titel ein schöner Trost. Nicht nur für Parker.

Denn auch seine beiden französischen Nationalmannschaftskollegen Boris Diaw und Nando de Colo waren im Juni mit dabei.

Genug von Silber und Bronze

Damals waren vier Siege nötig, nun fehlen auf dem Weg zur Krone nur noch zwei. Dass schon jetzt die Spanier warten, ist Parker egal. "Es macht keinen Unterschied, gegen wen wir antreten. Das sind alles starke Teams", hatte der Aufbauspieler schon vor dem Viertelfinale erklärt.

Getreu dem Motto: Wenn man den Titel will, muss man jeden schlagen. "Ich habe Bronze und Silber, nun will ich auch Gold", stellte Parker klar.

Denker und Lenker der Franzosen

Dass es ihm ernst damit ist, bekam zum Auftakt der K.o.-Runde ausgerechnet der Gastgeber zu spüren. Der im belgischen Brügge geborene Parker zeigte beim 72:62 (26:24) gegen Slowenien eine glänzende Vorstellung (Bericht). Nicht nur wegen seiner 27 Punkte war der der fünfmalige NBA-Allstar überragender Spieler vor 10.000 Zuschauern in der Stozice Arena.

"Tony war unglaublich", sagte sein Gegenüber Goran Dragic (Phoenix Suns) anerkennend: "Er ist einer der besten Point Guards der Welt. Wir haben aber auch nicht gerade schlau gespielt."

Die wichtigen Spiele gewinnen

Dies traf im bisherigen Turnierverlauf häufig auf Frankreich zu. Auch nach der peinlichen Auftaktpleite gegen die deutsche Mannschaft lief es beim Titelanwärter nicht richtig rund.

"Talent ist das eine. Aber unsere Chemie könnte manchmal besser sein", erklärte Parker.

Sorgen hat er deshalb aber nicht. "Große Teams gewinnen die wichtigen Spiele. Das ist die Kultur des Siegens", sagte der 31-Jährige.

Spanien spielt groß auf

Passendes Beispiel dafür sei die EM 2009. "Das Viertelfinale ist immer das wichtigste Spiel", führte der Schlüsselspieler an. Unbesiegt waren die Franzosen vor vier Jahren in die Runde der letzten Acht eingezogen, und gescheitert - natürlich an Spanien.

Nun bekommt es der 1,88 m kleine Parker bei seiner siebten EM-Teilnahme wieder mit dem gleichen Gegner zu tun. Zuletzt gelang 2005 im "kleinen Finale" ein Sieg gegen die Spanier, die am Mittwoch beim 90:60 (48:23) gegen die überforderten Serben ein dickes Ausrufezeichen setzten.

"Les Bleus" sind nur Außenseiter.

EM-Titel fehlt noch

Parker hofft auf die Überraschung. "Das ist der letzte Titel, der mir fehlt", sagte die Seele der Equipe.

Egal wie es ausgeht, zumindest das Ticket für die WM 2014 ist Frankreich schon jetzt sicher. "Ich muss gestehen, dass ich das gar nicht wusste", sagte Parker überrascht.

Es geht nach Spanien.

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