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Forward Robert Kulawick erzielte gegen Roanne elf Punkte © imago

Göttingen ist im Finale der Euro Challenge. Forward Robert Kulawick spricht im Interview über den Krimi gegen Roanne.

Vom Final Four aus Göttingen berichtet Jan Wilke

Göttingen - John Patrick stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Mit einem breiten Grinsen schüttelte sich der Coach der BG Göttingen nach dem 77:67-Halbfinalsieg in der Euro Challenge gegen Chorale Roanne die Hände wund und bahnte sich den Weg durch die Fanmassen. (DATENCENTER: Die Euro Challenge)

"Ich bin sehr stolz auf das Team. Wie wir zurückgekommen sind, und wie viel Begeisterung wir gezeigt haben, war sensationell", jubelte Patrick wenig später. Wohl wahr: Mit 20 Punkten hatte sein Team gegen den Tabellen-Dritten der französischen Liga bereits zurückgelegen und nur wenig Anlass zur Hoffnung aufs Finale gegeben.

Wilde Würfe

Scheinbar übermotiviert nahmen die Göttinger Akteure die wildesten Würfe und verteidigten viel zu zaghaft. "Der Schlüssel zum Sieg war heute die Fitness", erklärte Patrick, was dann aber folgte. Während die Gäste zusehends abbauten, lief die BG heiß - allen voran der überragende Taylor Rochestie mit seinen 27 Punkten.

"Sich zurückzukämpfen und das Ding noch zu gewinnen, ist unglaublich", analysierte Robert Kulawick, der gegen Roanne auf elf Punkte kam. Im SPORT1-Interview beschreibt der Forward das Göttinger Erfolgsgeheimnis und erklärt, was im Finale stimmen muss, um den Titel zu holen.

SPORT1: Die BG Göttingen steht im Endspiel der Euro Challenge. Wie sieht ihre Gefühlslage aus?

Robert Kulawick: Das ist eine Riesensache. Ich komme gerade gar nicht mehr klar auf gut Deutsch. Sich nicht hängen zu lassen, nachdem man 20 Punkte zurück ist, sich zurückzukämpfen und das Ding noch zu gewinnen, ist unbeschreiblich. Als wir im dritten Viertel auf fünf, sechs Punkte dran waren, wussten wir, dass noch was geht.

SPORT1: Wie konnte es passieren, dass Göttingen nach gutem Start in der ersten Halbzeit so eingebrochen ist?

Kulawick: Wir haben mit dem Druck nachgelassen und dumme Fouls gemacht, so dass Roanne immer wieder an die Freiwurflinie ging. Ich glaube, die hatten fünf Minuten lang nur Freiwürfe und dadurch einfache Punkte, während wir gar nicht gescored haben. Dazu kam, dass die Franzosen auch aus dem Feld gleich mehrere wilde Würfe getroffen haben - das sind ja keine schlechten Spieler.

SPORT1: Nach der Pause kam die BG wie verwandelt aus der Kabine. Was hat John Patrick ihnen in der Halbzeit gesagt?

Kulawick: Dass wir endlich mal aus dem Käse kommen sollen und endlich mal ein bisschen Herz zeigen sollen. Die Leute haben hier richtig viel Geld bezahlt, um uns nicht so zu sehen, wie im ersten Durchgang.

SPORT1: An der erfolgreichen Aufholjagd hatte Taylor Rochestie mit seinen 27 Punkten großen Anteil.

Kulawick: Ich mag den Typen einfach. Ich hoffe, dass er auch im nächsten Jahr noch bei uns spielt.

SPORT1: Sind wilde Aufholjagden und verrückte Spiele zum Markenzeichen der "Veilchen" geworden?

Kulawick: Ich glaube, es ist immer wieder die Fitness, die sich auszahlt. Dazu kommen unser ganz spezielles System, die Fans und das Team. Wenn da alles passt, gewinnst du so ein Ding.

SPORT1: Im Finale wartet nun Krasnye Krylia. Ein Wunschgegner nach den Siegen gegen die Russen in der Zwischenrunde?

Kulawick: Mir ist es egal, gegen wen wir spielen. Wir sind im Finale, jetzt können wir kurz nachdenken und dann müssen wir hundertprozentig da sein und schauen, was geht.

SPORT1: Und hinterher den Pokal in den Händen halten?

Kulawick: Ich will das Ding unbedingt haben, ja!

SPORT1: Worauf wird es ankommen?

Kulawick: Wir müssen von der ersten Minute Druck aufbauen und vor allem gut verteidigen. Die Offense kommt von alleine. Wenn wir Stopps kriegen und den Ball schnell machen, können wir uns absetzen und dann sieht es gut aus.

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