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Chris McNaughton (l.) und Taylor Rochestie erzielen gemeinsam 36 Punkte für Göttingen © imago

Die BG Göttingen ringt im Euro-Challenge-Finale Krylia nieder und holt den dritten internationalen Titel eines deutschen Klubs.

Vom Final Four aus Göttingen berichtet Jan Wilke

Göttingen - Da ist das Ding! Mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung hat die BG Göttingen sich den Euro Challenge -Titel gesichert.

Die "Veilchen" besiegten im Endspiel Krasnye Krylia aus Russland mit 83:75 (35:28) und gewannen damit den dritten internationalen Titel in der Geschichte des deutschen Klub-Basketballs.

Zwar kam Point Guard Taylor Rochestie mit seinen vierzehn Punkten nicht so zur Geltung wie noch bei seiner One-Man-Show gegen Roanne. Für den BBL-"Newcomer of the Year" sprang aber überraschend Chris McNaughton in die Bresche. (DATENCENTER: Die Euro Challenge)

Krylia mit zwei Stars

Der Göttinger Center kam auf 22 Zähler. Bester Punktesammler bei Krylia war Luis Flores mit ebenfalls 22 mit Punkten.

BG-Coach John Patrick setzte vor rund 3.300 Zuschauern auf die Starting Five, die Göttingen am Freitagabend ins Finale gebracht hatte: Robert Kulawick, John Little, Michael Meeks, Chris Oliver und Taylor Rochestie.

Bei den Gästen standen Superstar Luis Flores und Ex-NBA-Akteur Ernest Bremer von Beginn an auf dem Parkett.

Hochkonzentrierte Göttinger

Die Göttinger gingen nach dem Tip-off hochkonzentriert zu Werke. Vorn trafen Rochestie, Jacobson, Meeks und Little zum 11:3, hinten räumte Boone schon nach drei Minuten per Monster-Block ab.

Den Preis für ihren aggressiven Guard-Terror zahlte die BG wenig später. Schon nach weniger als sechs Minuten zogen Rochestie und Co. ihr fünftes Teamfoul. Weil Eisblock Luis Flores bei seinen Freiwürfen kein bisschen das Händchen zitterte, kam Krylia auf 11:8 heran.

Die Russen waren nun im Spiel und lieferten sich mit den "Veilchen" einen extrem schnellen Schlagabtausch. Dabei ging der BG jedoch die Fortune verloren: Antoine Jordan und Chester Frazier scheiterten mit ihren Tip-ins ebenso wie Robert Kulawick bei seinem Dreipunktwurf. Mit der Schlusssirene verpasste Krylias Ralph Biggs es bei 17:17, sein Team erstmals in Führung zu bringen.

Frühe Foulprobleme

Auch im zweiten Viertel schenkten sich beide Teams nichts. Eine weitere Parallele: Göttingen bekam erneut früh Foulprobleme, insbesondere der quirlige Flores wirbelte die BG-Defense mächtig durcheinander.

Vorn aber lief es. Jacobson, heute sicher von außen, und Rochestie warfen die 35:28-Halbzeitführung heraus. 20 Minuten trennten Göttingen nun noch vom dritten deutschen Europapokaltitel.

Die Russen stellten auf Zonenverteidigung und riskierten nun alles. Getragen vom frenetischen Publikum hielt die BG jedoch den knappen Vorsprung - bei 46:39 nahm Krylias Coach Mikhail Mikhailov die Auszeit.

Naughton trifft alles

Die half jedoch nur wenig: Dank Rochesties Dreipunktspiel zog Göttingen vor dem letzten Abschnitt auf 55:45 davon. Im letzten Viertel mobilisierten die Akteure ihre letzten Kraftreserven. Besonders Chris McNaughton trug mit seiner bis dahin schier unglaublichen Hundertprozent-Quote dazu bei, dass die BG zunächst knapp vorne blieb.

Als Michael Meeks dann mit zwei Dreiern innerhalb von 30 Sekunden auf 68:55 erhöhte, war der Titel zum Greifen nahe. Es wurde jedoch noch einmal eng: Immer wieder standen die Gäste auch in der Schlussphase teamfoulbedingt an die Linie. Krylia kam durch Valdas Vasylius auf fünf Punkte heran.

Krylia spielt Vabanque

In den letzten beiden Minuten intensivierten die Russen ihr Vabanque-Spiel. Flores brachte sein Team 40 Sekunden vor dem Ende mit Freiwürfen auf 76:72 heran. Die Antwort der BG aber lieferte erneut Chris McNaughton.

Er markierte vier weitere Punkte, wenig später stand die Lokhalle Kopf und feierte den neuen Euro-Challenge-Champion.

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