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Ben Jacobson erzielte für Göttingen gegen Krasnye Krylia 17 Punkte © imago

Göttingen holt als drittes deutsches Team einen Europapokal. Guard Jacobson spricht im Interview über den Schlüssel zum Erfolg.

Vom Final Four aus Göttingen berichtet Jan Wilke

Göttingen - Taylor Rochestie stand im Epizentrum der Begeisterung.

Auf den Rängen der Lokhalle schwappte die Laola, weiter unten auf dem Parkett feierten die Akteure der BG Göttingen am Sonntag den historischen Sieg über Krasnye Krylia. (DATENCENTER: Die Euro Challenge)

Rochestie war zwar mittendrin, aber irgendwie nicht wirklich dabei.

Mit einem Handy filmte der Point-Guard andächtig die Szenerie; wirkte fast ein wenig verschüchtert.

Nicht er war es trotz ordentlichen 14 Zählern und sechs Assists gewesen, der diesmal alles überstrahlte: Neben Rochestie punkteten mit Michael Meeks, Christopher McNaughton und Ben Jacobson gleich drei weitere Spieler zweistellig.

"Dieses Superteam hat soviel Herz", schwärmte Jacobson. Der 26-jährige Amerikaner steuerte 17 Punkte bei und verrät im SPORT1.de-Interview das Erfolgsgeheimnis der "Veilchen".

SPORT1: Herr Jacobson, Göttingen ist Europapokalsieger. Wie fühlt sich das an?

Ben Jacobson: Fantastisch, absolut fantastisch. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Dieses Superteam hat soviel Herz. Trotz der vielen Verletzungen, mit denen wir zu kämpfen hatten, ist bei uns einfach jeder für den anderen da. Das ist unglaublich.

SPORT1: Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Jacobson: Harte Arbeit. Es war eine wirkliche Herausforderung, gegen Krylia zu bestehen. Aber wie gesagt, wir haben unheimlich viel gearbeitet und irre viel Herz gezeigt.

SPORT1: Wie wichtig war es, nicht wie im Halbfinale gegen Roanne einem hohen Rückstand hinterlaufen zu müssen?

Jacobson: Freitag lagen wir schnell mit 20 Punkten zurück - so etwas aufzuholen kostet viel Kraft. Deshalb war es schon wichtig, dass wir meistens vorne waren. Wir geben alles, jeder von uns kämpft immer weiter bis zum Schluss. Das ist ein Charakteristikum unseres Teams. Das ist es, was uns so gut macht.

SPORT1: Wie hat Ihr Trainer John Patrick in der Halbzeit auf Sie eingewirkt?

Jacobson: Der Coach hat ein paar sinnvolle Veränderungen vorgenommen, vor allem in der Defense. Vorne sollten wir immer wieder den Weg für den Ballführenden frei sperren oder das ganze nur faken. Dank solchen Dingen waren wir dann auch fast immer in Führung.

SPORT1: Dass Göttingen das Spiel nach Hause brachte, war vor allem ein Verdienst von Chris McNaughton. 22 Zähler, fünf Rebounds und zwei Assists in nur 15 Minuten Spielzeit - beeindruckend, oder?

Jacobson: Chris hat wirklich großartig gespielt. Es ist eben unsere große Stärke, dass jedesmal ein anderer heraussticht und die Punkte macht. Wir hatten den unbedingten Willen, den Ball immer wieder reinhämmern zu wollen. Gegen Krylia war es Chris, der dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt hat.

SPORT1: Was ist mit der Eurochallenge-Euphorie im Rücken nun in den Playoffs der Bundesliga drin?

Jacobson: Daran möchte ich jetzt noch gar nicht denken. Wir haben so viel Arbeit in dieses Turnier gesteckt, dass ich jetzt einfach nur den Moment und die Nacht genießen möchte. Über die Playoffs kümmern wir uns später.

SPORT1: Auf dem Spielfeld hat Robert Kulawick dem Trainer bereits eine Wasserdusche verpasst...

Jacobson: Das stimmt. Champagner war auf dem Spielfeld leider nicht so schnell zu bekommen. Aber John wird sicherlich noch eine echte Champagnerdusche bekommen - wir haben da was vorbereitet.

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