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Daphne Bouzikou ist seit Gründung des Klubs 1999 Co-Trainerin der Frankfurter © imago

Frankfurt wirft Co-Trainerin Bouzikou raus. Grund sei, dass sie so viel Geld wie ihr Kollege haben wollte, sagt ihre Anwältin.

Von Liane Killmann

München - Die Frankfurt Skyliners haben Co-Trainerin Daphne Bouzikou fristlos entlassen - doch über die Gründe schweigt sich der Bundesligist aus.

Nachdem die 39-Jährige am Dienstagabend beim Euro-Challenge-Spiel gegen Antalya schon nicht mehr auf der Bank gesessen hatte, erklärte der Sportliche Leiter Kamil Novak nur, es habe "einen Vertrauensbruch mit Daphne Bouzikou gegeben".

Auch auf Nachfrage von Sport1.de waren die Skyliners zu keiner weiteren Stellungnahme bereit.

Anders Bouzikous Anwältin Sylvia Schenk. Die ehemalige Präsidentin des Radsportverbandes Bund Deutscher Radfahrer wirft dem Verein vor, die Kündigung nur ausgesprochen zu haben, da ihre Klientin gegen eine Diskriminierung vorgegangen sei. Dies erläutert sie bei Sport1.de.

Eine "erhebliche" Lohndifferenz

Bouzikou habe zuvor durch einen Zufall hieb- und stichfeste Informationen darüber erhalten, dass ein neu eingestellter Co-Trainer-Kollege mehr Geld verdient als sie selbst. Die Abrechnungen des neuen Co-Trainers habe der Verein nicht offengelegt.

Daraus schlussfolgert Schenk, dass es sich bei der Lohndifferenz "nicht um 50 Euro, sondern um eine erhebliche Summe handeln muss".

Diese Diskriminierung habe Bouzikou nicht hinnehmen wollen und daraufhin am 16. Oktober Beschwerde nach Paragraph 13 des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes eingereicht sowie Nachzahlungen und eine Entschädigung geltend gemacht.

Bouzikou geschockt

Nachdem Schenk per Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gegangen war, meldeten sich auch die Skyliners zu Wort und bestritten diesen Zusammenhang: "Die fristlose Kündigung von Bouzikou hat mit deren Gehaltsforderungen nichts zu tun. Zu dem Kündigungsentschluss haben völlig andere Gründe geführt, die diese Entscheidung unausweichlich machten."

Schenk bezweifelt das: "Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Kündigung die direkte Folge auf die Forderung nach Gleichstellung ist."

Bouzikou zeigte sich geschockt: "Dass man mich beim Gehalt benachteiligt, hätte ich mir nicht vorstellen können." Sie verweist darauf, sich seit der Gründung des Vereins 1999 für die Hessen, die sie als einzige Assistenz-Trainerin der BBL vermarkteten, eingesetzt zu haben.

Gütetermin anberaumt

Die Tochter griechischer Einwanderer wollte bei Sport1.de mit Verweis auf den anstehenden Gütetermin kein Öl ins Feuer gießen. "Wir wollen uns im Moment nicht weiter zur Sache äußern. Die Reaktion der Skyliners zeigt, dass sie nur auf so etwas warten", so ihre Anwältin.

Schenk ergänzt, solch einen Vorfall noch nicht erlebt zu haben: "Gleich mit einer fristlosen Kündigung zu reagieren, anstatt die Sache aufzuklären, das spricht für sich."

Bisher hätten es Verein und Bouzikou nicht geschafft, sich zur Klärung des Sachverhalts an einen Tisch zu setzen, sagt Schenk.

Für den Fall, dass die Funkstille weiter andauert, wurde für Anfang Dezember vor dem Arbeitsgericht Frankfurt ein Gütetermin anberaumt. Dazu müsste der Verein einem Gespräch zustimmen. Schenk ist skeptisch, rät den Skylinern aber "dringend Vernunft anzunehmen".

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