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In Jerusalem geht es für Berlin darum, den Grundstein für den Einzug ins Final Four zu legen. ALBA erwartet ein Hexenkessel.

Von Silke Schwohl

Berlin - Mit einem Erfolg auf internationalem Parkett will Pokalsieger ALBA Berlin seine in der Heimat erlittenen Wunden heilen.

Nach dem Streit mit der Basketball-Bundesliga über die Schiedsrichterleistungen und der 70:76-Heimniederlage gegen Frankfurt am vergangenen Sonntag soll für den achtmaligen deutschen Meister im Hinspiel des Eurocup-Viertelfinales bei Hapoel Jerusalem (ab 18.30 Uhr LIVESCORES) ein Erfolgserlebnis her.

"Das ist für die Vereinsgeschichte ein großes Spiel. Es wird sehr schwierig, aber wir wollen uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel schaffen", sagte Sportdirektor Henning Harnisch vor dem Duell mit dem israelischen ULEB-Cup-Gewinner von 2004 (DATENCENTER: Eurocup).

Hexenkessel in Jerusalem

Der Bundesliga-Tabellenführer steht als erste deutsche Mannschaft im Viertelfinale des zweitwichtigsten europäischen Wettbewerbs. Das Rückspiel findet am 31. März in Berlin statt.

Der Gewinner erreicht das Final-Four-Turnier am 17./18. April im spanischen Vitoria.

"Ich bin so froh, dass wir das erste Spiel auswärts austragen", sagte ALBA-Kapitän Julius Jenkins und erinnerte sich daran, wie er vor vier Jahren mit dem belgischen Team Bree in Jerusalem ausschied: "Beim Rückspiel in dem Jerusalemer Hexenkessel um alles oder nichts zu spielen, war wirklich hart."

Keine Zeit für Regeneration

Sorgen dürfte ALBA Luka Pavicevic die in dieser Saison erheblichen Leistungsschwankungen bereiten. Ein Grund hierfür sind die hohen Belastungen.

"Wir spielen ja seit September fast durch. Durch die Doppelbelastung von der Liga und dem Eurocup, bleibt kaum Zeit zur Regeneration", sagt er in der "taz".

Wright kehrt zurück

Immerhin kann Pavicevic wieder auf Spielmacher Rashad Wright zurückgreifen, der zuletzt wegen einer OP an der Netzhaut ausfiel. Er kehrt gegen Jerusalem ins Team zurück.

Forward Jurica Golemac laboriert weiterhin an einem Mittelhandbruch.

"Sehr schneller Gegner"

Pavicevic richtet gegen die Israeli sein Augenmerk vor allem auf die Defensive. Es gilt Hapoel unter Kontrolle zu halten.

"Das ist ein sehr schneller Gegner, der in eigener Halle an einem guten Abend in einem Viertel 44 Punkte erzielen kann", sagt der ALBA-Trainer.

Mit durchschnittlich 84,5 Punkten erzielte Jerusalem im Last16 die zweitmeisten Punkte.

Alter Bekannter beim Gegner

Angetrieben wird das schnelle Jerusalemer Offensivfeuerwerk durch den talentierten israelischen Nationalspieler Yuval Naimy und den kleinen, aber flinken, US-Guard Eugene "Pooh" Jeter.

Der beste Rebounder von Hapoel ist in Berlin kein unbeschriebenes Blatt: Dijon Thompson spielte in der Saison 2007/08 selbst für Alba.

BBL kündigt Strafe an

Während es in Europa läuft, droht den "Albatrossen" in Deutschland eine Geldstrafe, nachdem ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi die BBL-Schiedsrichter kritisiert hatte.

"Es wird eine Strafe geben", kündigte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer in der "Berliner Morgenpost" an.

Nach den Regularien der Liga dürfe Kritik an Schiedsrichtern nur intern geäußert werden. Alba fühlt sich systematisch benachteiligt und hatte mit dem Rückzug aus übergeordneten Gremien gedroht.

Liga reagiert nicht

"Wir können es nicht stehen lassen, wenn konstruktive Kritik zu nichts führt", sagte Harnisch. Der Verein habe immer wieder Videomaterial an die BBL geschickt, doch passiert sei nichts.

"International haben wir nicht einmal einen Grund gehabt, uns zu beschweren. Da fühlen wir uns gleichbehandelt."

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