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Derrick Byars (M.) war gegen Hapoel mit 17 Punkten bester Berliner © imago

Die knappe Hinspiel-Niederlage in Jerusalem bejubelt ALBA wie einen Sieg. Besonders die Moral macht den Berlinern Mut.

Von Rainer Nachtwey

München/Jerusalem - Verloren, aber dennoch zufrieden und zuversichtlich: ALBA Berlins Center Blagota Sekulic atmete nach der knappen 61:67 (18:30)-Niederlage im Hinspiel des Eurocup-Viertelfinals bei Hapoel Jerusalem erst einmal durch (DATENCENTER: Eurocup).

"Das war ein sehr hartes Spiel", sagte ALBAs zweitbester Korbjäger (14 Punkte) gegen die Israeli. "Das war ein enormer Kraftakt, den zwischenzeitlichen 20-Punkte-Rückstand aufzuholen. Ich hoffe, dass der Rückstand von sechs Zählern uns nun reicht."

Gute Ausgangslage

Mitte des dritten Viertels beim Stand von 21:41 sah es nicht danach aus, dass die Albatrosse noch eine Chance auf das Final Four in Vitoria am 17. und 18. April haben würden.

Insbesondere Brandon Hunter und Dijon Thompson bereiteten der Berliner Verteidigung größte Probleme.

Ex-Boston-Celtic Hunter, der zum Spieltags-MVP avancierte, brachte es auf 23 Punkte und 10 Rebounds, der ehemalige Albatross Thompson auf 10 Zähler, 5 Rebounds und 5 Assists.

Doch dank harter Verteidigung und eines 14:0-Laufs geht der deutsche Pokalsieger nun mit dem Handicap von nur sechs Zählern Rückstand in das Rückspiel am 31. März.

Schwächephase im zweiten Viertel

"Das war das erwartet schwere Spiel. Mit viel Einsatz und Aggressivität sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff", gab sich ALBAs Coach Luka Pavicevic trotz der Schwächephase im zweiten Viertel, als Hapoel sich auf 15 Punkte absetzte, zufrieden.

"Es war zu erwarten, dass Jerusalem gleich zu Beginn ein sehr hohes Tempo anschlägt. Wir mussten mit harter Verteidigung dagegen halten, was uns bis auf wenige Ausnahmen gut gelungen ist."

Byars und Hamann mit Zwischenspurt

Insbesondere in den letzten drei Minuten des dritten Viertels, als die Berliner durch Topscorer Derrick Byars (insgesamt 17 Punkte) und Steffen Hamann (6) durch elf Zähler in Serie auf 41:49 verkürzten.

Ein weiterer Dreier durch Dragan Dojcin gleich zu Beginn des letzten Abschnitts brachte ALBA wieder auf fünf Punkte heran.

"Das war eines der intensivsten Spiele, bei dem ich dabei war", war Berlins Sportdirektor Henning Harnisch nach der Partie beeindruckt.

Zweite Hälfte geht erst los

Pavicevic erinnerte trotz der Euphorie an die Niederlage: "Uns muss klar sein, dass wir einen Sechs-Punkte-Rückstand haben und sozusagen jetzt erst die zweite Hälfte beginnt."

Für das Rückspiel gab er zugleich die Herangehensweise aus: "Wir müssen uns jetzt erholen, eine Sieben-Punkte-Führung herausspielen und dann den Vorsprung verteidigen."

Keine Angst vor Druck

Einen zusätzlichen Druck, den seine Mannschaft spüren könnte, erkannte Pavicevic nicht. "Auf uns lastet doch schon seit dem ersten Saisonspiel Druck. Der Druck gehört zum Spiel und wir werden auch im Rückspiel damit umgehen müssen."

Zugleich warnte er vor den auswärtsstarken Israeli. "Hapoel hat viele Spiele in der Ferne gewonnen. Und selbst wenn sie verloren haben, war es immer eine sehr enge Kiste."

Harnisch ist guter Dinge

Harnisch blickte positiv gestimmt auf das Rückspiel: "Wir haben jetzt in eigener Halle alle Möglichkeiten."

Und für den Sportdirektor gibt es einen weiteren Grund zufrieden zu sein. Bereits 11.000 Karten haben die Berliner für das Rückspiel in Arena am Ostbahnhof verkauft.

Das Spiel im Stenogramm:

Hapoel Jerusalem - ALBA Berlin 67:61 (30:18)Beste Werfer: Hunter (23), Pinkney (13), Simmons (10), Thompson (10) für Jerusalem - Byars (17), Sekulic (14), Jenkins (8) für BerlinZuschauer: 2300

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