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ALBA leistete sich im Rückspiel nur fünf Ballverluste, Hapoel dagegen zwölf © imago

Die Berliner feiern das Erreichen des Final Four wie einen Titel und blasen zur Attacke. Die Spieler machen Kasse, ALBA Minus.

Berlin - Die Spieler tanzten auf dem Parkett, die 14.500 Fans tobten, und Geschäftsführer Marco Baldi standen die Freudentränen in den Augen:

ALBA Berlin feierte den ersten Einzug einer deutschen Basketball-Mannschaft ins Final-Four-Turnier des Eurocups fast wie eine Meisterschaft. Nun träumt der Hauptstadtklub vom zweiten Europapokal-Triumph nach dem Gewinn des Korac-Cups 1995. (DATENCENTER: Eurocup)

"Jetzt attackieren wir das Finale", sagte Baldi nach dem 72:59 (36:28) im Viertelfinal-Rückspiel gegen Hapoel Jerusalem.

Nun gegen Bilbao

Durch den deutlichen Sieg machten die "Albatrosse" die 61:67-Niederlage aus dem Hinspiel mehr als wett.

Im Halbfinale der Endrunde, die am 17. und 18. April im spanischen Vitoria ausgetragen wird, trifft der deutsche Pokalsieger auf den Tabellenzehnten der spanischen ACB, Bizkaia Bilbao, und Europameister Alex Mumbru.

Im Endspiel des zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerbs würde der Gewinner des zweiten Semifinales zwischen Valencia und Panellinios Athen warten.

Jenkins laboriert an Gehirnerschütterung

"Wir haben Großartiges geleistet. Jeder Spieler ist mit breiter Brust und großem Kämpferherzen aufgetreten, und die Zuschauer waren unser sechster Mann", sagte ALBA-Trainer Luka Pavicevic, dessen Team auch ohne Topscorer und Kapitän Julius Jenkins (Gehirnerschütterung) die beste Saisonleistung zeigte.

Dennoch warnte Pavicevic schon vor der nächsten Aufgabe: "Bilbao spielt als baskisches Team in Vitoria praktisch zu Hause. Das ist ein starker Gegner."

Grundlage für das Erreichen des Halbfinales war ein hoch konzentrierter Auftritt der Hausherren. ALBA leistete sich über 40 Minuten lediglich fünf Ballverluste - ein erstaunlich niedriger Wert für ein derart wichtiges Spiel.

Spieler kassieren, ALBA macht Minus

Bester Werfer in der ausverkauften Arena am Berliner Ostbahnhof war der Amerikaner Derrick Byars mit 16 Punkten. Die den Gästen überzeugte nur der kalifornische Spielmacher Pooh Jeter mit 19 Punkten.

Wirtschaftlich ist der Einzug ins Final Four durch die fälligen Spielerprämien und Reisekosten allerdings ein Minus-Geschäft.

Zudem gibt es keine Erfolgsprämien. "Aber das nehmen wir gerne in Kauf. Wenn wir den Cup gewinnen, bekommen wir einen Platz in der Euroleague. Das ist die Prämie", sagte Manager Baldi.

Hohes Lob vom BBL-Boss

Auch von der Basketball-Bundesliga gab es großes Lob für den achtmaligen deutschen Meister. "Alba Berlin ist seit Jahren ein hervorragender Botschafter der deutschen Liga auf internationalem Parkett", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.

"Mit dem erstmaligen Einzug in die Runde der letzten Vier haben sich die Albatrosse schon jetzt einen Eintrag in die Annalen dieses Wettbewerbs gesichert."

Neben Alba hatte vor einer Woche BG Göttingen die Endrunde in der drittklassigen Eurochallenge erreicht. Damit steht der deutsche Klub-Basketball so gut da wie seit Jahren nicht mehr.

"Ein großes Basketball-Fest"

Die Niedersachsen sind zudem als Gastgeber des Final-Four-Turniers der Eurochallenge (30. April bis 2. Mai) bestimmt worden.

"Nicht nur für Göttingen, sondern für ganz Basketball-Deutschland werden diese beiden Tage zu einem großen Basketball-Fest", sagte Pommer.

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