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Steffen Hamann wechselte 2008 von den Brose Baskets Bamberg zu ALBA Berlin © imago

Für ALBA gibt es nach der sportlichen Demütigung gegen Valencia keine Streicheleinheiten, sondern eine Tagesreise mit dem Bus.

Vitoria - Der sportlichen Demütigung im Finale folgte die Tortur auf vier Rädern: Nachdem die Basketballer von ALBA Berlin im Endspiel des Europacups gegen Power Electronics Valencia mit 44:67 aus allen Träumen gerissen worden waren, stiegen die müden Hünen am Montagmorgen in den in letzter Minute beschafften Bus.

Die Reise vom baskischen Vitoria sollte 26 Stunden dauern.

"Ich rechne aber eher mit 30", sagt ALBA-Sprecher Justus Stauven.

Auf dem Weg zu ihrem ersten Europapokalfinale seit 1995 waren die Albatrosse der isländischen Vulkanwolke noch davongeflogen, ihr geplanter Rückflug am Montagmittag von Bilbao aus wurde jedoch gestrichen.

"Wir haben uns den zweiten Bus des örtlichen Vereins Caja Laboral Vitoria geliehen", sagte Stauven.

Wie geprügelte Hunde

Die Stimmung im Bus war kurz nach der Abfahrt wieder prächtig.

Am Sonntagabend waren die Spieler nach der Vorführung durch Valencia noch wie geprügelte Hunde zu ihren etwa 100 Fans geschlichen, um sich für die Unterstützung zu bedanken.

Mit frustrierten Mienen sahen sich Julius Jenkins und Co. an, wie der verdiente Europacupgewinner aus Valencia vor 5200 Zuschauern den Pokal entgegennahm. (DATENCENTER: Eurocup)

ALBA hatte zuletzt 1995 den Korac-Cup gewonnen.

"Etwas Großes geleistet"

"Wir haben eine grandiose Europacup-Saison gespielt. Aber natürlich tut es jetzt erstmal weh", sagte ALBA-Manager Marco Baldi und war sich sicher: "Wenn wir in ein paar Tagen zurückblicken, wird uns sicherlich erst bewusst werden, dass wir etwas Großes geleistet haben."

Dass ALBA überhaupt das Finale erreicht hat, darf als kleine Sensation angesehen werden.

Kampf und Fleiß reicht nicht

Die angeschlagenen Anführer Julius Jenkins (Gehirnerschütterung), Blagota Sekulic (Kapselriss) und Derrick Byars (Rückenprobleme) bissen auf die Zähne und halfen tatkräftig mit, Bizkaia Bilbao mit 77:70 zu besiegen.

Nach dem Spiel hatte ALBA-Trainer Luka Pavicevic bis drei Uhr morgens an der Taktik für das Finale getüftelt. Die Fleißarbeit erwies sich als nutzlos, ALBA war gegen Valencia nur im ersten Viertel ein ebenbürtiger Gegner.

"Wir haben in der Offensive kein Mittel gefunden und waren in der Defensive zu schwach. Es war unmöglich, hier zu gewinnen", sagte Jenkins.

Negativrekord auf europäischer Ebene

Dem besten Offensivspieler der Bundesliga merkte man deutlich an, dass ihm nach wochenlanger Pause die Spielpraxis fehlte. In der Offensive sorgte ALBA dann auch noch für einen Negativrekord.

Mit 44 Punkten erzielte der Hauptstadt-Klub die wenigsten Zähler in der Geschichte der Europacupfinals.

Durch die Endspiel-Pleite verpasste ALBA die direkte Qualifikation für die Europaleague. Um die Teilnahme doch noch zu sichern, muss Berlin in der Liga glänzen und die deutsche Meisterschaft gewinnen.

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