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Heiko Schaffartzik kam von Türk Telekomspor zurück zu den Albatrossen © imago

Für ALBAs Neu-Coach geht es beim Debüt im Eurocup direkt ums Ganze. Lässt er Neuzugang Heiko Schaffartzik von der Leine?

Von Marcus Giebel und Martin Hoffmann

München - Für Muli Katzurin ist es der erste Auftritt, für ALBA Berlin aber schon fast die letzte Hoffnung im Eurocup.

Beim Heimspiel in der Top-16-Runde gegen Panellinios BC (20 Uhr) geht es für den neuen Coach gleich ums Ganze.

Nach der Auftaktpleite bei Benetton Treviso können sich die Albatrosse gegen die Athener keine weitere Niederlage leisten, stehen danach doch die beiden Vergleiche mit Gruppenfavorit Cajasol Sevilla an.

Dabei hatte der neue Coach kaum Zeit, um seine Spielphilosophie mit den ALBA-Korbjägern einzustudieren.

Appell an die Fans

Eben deshalb appelliert er sogleich an den Anhang des Klubs: "Umso mehr benötigen wir den Rückhalt der ALBA-Fans. Unser Gegner darf sich nicht wohl fühlen in unserer Halle."

Dass die Fans allein kein Garant für den Erfolg sein werden, ist dem 56-jährigen Trainerfuchs aber klar.

So schreibt der in seiner israelischen Heimat auch unter dem Spitznamen "Sergeant Muli" bekannte Katzurin Patrick Femerling, Julius Jenkins und Co. ins Aufgabenbuch:

"Ich möchte, dass das Team in der Offensive schnell nach vorne spielt, die einfachen Punkte sucht. In der Defensive soll das Team viel Druck ausüben."

Was macht Katzurin mit Schaffartzik?

Katzurin hat im Training einen Schwerpunkt auf Fastbreaks gesetzt. Er will das Stilmittel offenbar in den Vordergrund rücken.

Mit Spannung wird auch verfolgt, welche Personalentscheidungen Katzurin bei seinem Debüt treffen wird.

Im Blickpunkt wird vor allem Katzurins Umgang mit der Causa Heiko Schaffartzik stehen.

Der Boulevard ist ungeduldig

Der entlassene Vorgänger Luka Pavicevic hatte den nach Berlin zurückgekehrten DBB-Spielmacher kaum Spielzeit gegeben.

Er brauche gerade als Aufbauspieler Zeit, sich auf System und Laufwege einzustellen, so die Begründung ? bei der Pavicevic die Kluboberen hinter sich hatte.

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Nicht jedoch den Berliner Boulevard ("Dass der Spielmacher den Berlinern helfen kann, zweifelte wohl nur Pavicevic an"), der auch nun mit ungeduldigem Unterton fragt: "Lässt Katzurin Schaffartzik ran?"

Schaffartik selbst sagt in der "Bild": "Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich spielen dürfte. Aber es geht hier um ALBA und nicht um ein Einzelschicksal."

Neues Duo bei Athen

Beim Gegner stehen die Neuzugänge Steven Smith und Torin Francis im Fokus.

Forward Smith - bis Dezember noch bei den EWE Baskets Oldenburg unter Vertrag - überzeugte bei der 82:87-Niederlage nach Verlängerung gegen Sevilla mit 14 Punkten und neun Rebounds.

Center Francis erzielte gar 16 Punkte und pflückte sich zehn Bälle vom Brett.

Ausgeglichenheit als Trumpf

Ansonsten bestechen die in der heimischen Liga bislang enttäuschenden Griechen durch ihre Ausgeglichenheit.

Lediglich Guard Maurice Bailey punktete mit 11,1 Zählern pro Partie im Verlauf des Eurocups abgesehen von den beiden Neuen zweistellig.

Fünf weitere Akteure des von Thanasis Skourtopoulos trainierten sechsmaligen Meisters liegen im Schnitt zwischen 7,9 und 9,9 Punkten.

Dazu zählt auch Vangelis Sklavos, der mit ALBA bislang nur gute Erfahrungen gemacht hat. In der Saison 2003/2004 setzte sich der Forward mit Olympiakos Piräus in zwei Euroleague-Duellen jeweils hauchdünn durch.

Kalaitzis ohne Rhythmus

Guard Giorgos Kalaitzis musste sich zwischen 1999 und 2001 sechsmal als Panathinaikos-Profi mit den Berlinern messen ? und durfte dabei fünfmal jubeln.

Allerdings ist Kalaitzis, der in Femerlings Panathinaikos-Zeit dessen Teamkollege war, gerade erst von einer Verletzung genesen und daher ohne Spielrhythmus.

Falls der 34-Jährige sein Comeback ausgerechnet in Berlin geben sollte, werden Katzurin und seine Albatrosse sicher nichts dagegen haben - denn die Bilanz ließe sich noch deutlich aufbessern.

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