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Kyle Donovan Weaver steht seit 2011 bei ALBA Berlin unter Vertrag © getty

Von der europäischen Spitze sind die Berliner in dieser Saison weit entfernt. Jetzt gilt alle Konzentration der Liga.

Berlin - Fassungslos stand Gordon Herbert nach dem Ertönen der Schlusssirene auf dem Parkett und blickte ins Leere.

"Da muss man sich erst einmal sammeln und die Gedanken ordnen. Ich bin wirklich sehr enttäuscht", sagte der Trainer von ALBA Berlin.

Nach der 62:79 (31:43)-Niederlage in der Top-16-Runde des Basketball-Eurocups gegen Lietuvos Rytas aus Litauen tritt der frühere deutsche Serienmeister vorzeitig sang- und klanglos von der europäischen Bühne ab (BERICHT: Litauische Abreibung beendet Berliner Europa-Reise).

Nach vier Pleiten ohne Sieg gilt alle Konzentration der Bundesliga.

"Das ist schon sehr bitter"

"Ich hätte mir mehr Aufwand und mehr Anstrengung meiner Mannschaft gewünscht", sagte Herbert: "Wir haben nur eine kurze Zeit lang gekämpft, das war aber auch schon das einzige, was mir bei uns gefallen hat."

Die Litauer hatten Berlin von der ersten Minute an im Griff und ließen in der Arena am Ostbahnhof nie einen Zweifel an ihrem Sieg aufkommen.

"In den entscheidenden Phasen haben wir nicht die richtigen Entscheidungen und die wichtigen Würfe getroffen", sagte Kapitän Sven Schultze: "Das ist schon sehr bitter."

Idbihi schmerzlich vermisst

Vor allem auf den großen Positionen unter dem Korb waren die Gastgeber chancenlos.

"Ein Reboundverhältnis von 2:12 im ersten Viertel sagt viel aus", sagte Herbert, der den verletzten Center Yassin Idbihi erneut schmerzlich vermisste.

Zu viele zweite Wurfchancen habe man abgegeben, zu viele unnötige Ballverluste zugelassen. Ein Weiterkommen war so unmöglich. "Wir wollen jetzt die letzten Spiele nutzen, um als Mannschaft besser zu werden", sagte Herbert.

Nicht mehr als Schaulaufen

Zwei Begegnungen stehen in der zweiten Gruppenphase gegen Benetton Treviso und Lokomotiw Kuban noch aus, mehr als ein Schaulaufen wird es aber nicht (DATENCENTER: Der Eurocup).

"Wir müssen insgesamt als Team besser werden und die Herausforderungen besser annehmen", sagte der frühere NBA-Profi Kyle Weaver.

Die Albatrosse standen vor zwei Jahren noch im Eurocup-Endspiel (44:67 gegen BC Valencia), sind in diesem Jahr davon aber meilenweit entfernt.

"Wir waren von Anfang an hinten und haben deswegen verdient verloren", sagte Herbert, der mit den Hauptstädtern im Herbst bereits die Qualifikation für die europäische Königsklasse, die Euroleague, verpasst hatte.

Nur noch drittklassig

Zuvor war bereits Doublegewinner Brose Baskets Bamberg in der Vorrunde der Euroleague ausgeschieden.

In der drittklassigen EuroChallenge halten die Telekom Baskets Bonn, EWE Baskets Oldenburg und die Artland Dragons Quakenbrück in der Runde der besten 16 Teams noch die deutsche Fahne hoch.

Mitläuferrolle in BBL

Ein schwacher Trost, da es in der entscheidenden Phase in den wichtigen Wettbewerben keinen deutschen Vertreter mehr gibt.

Notgedrungen müssen sich die Berliner auf die Bundesliga konzentrieren. Doch auch in der BBL ist mit Rang vier und acht Punkten Rückstand auf Meister Bamberg nicht mehr als eine Mitläuferrolle drin.

"Wir müssen härter spielen, um dort Erfolg zu haben", sagte Schultze.

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