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Nikola Pekovic (2. v. r.) spielt seine erste Saison bei Panathinaikos Athen © getty

ZSKA Moskau hat trotz zeitweise 23 Punkten Rückstand die Siegchance in der Hand, doch der Halbfinal-Held scheitert.

Aus Berlin berichtet Michael Spandern

Berlin - Panathinaikos Athen ist zum fünften Mal Champion der Euroleague: Das Team von Head Coach Zeljko Obradovic gewann das dramatische Finale in Berlin gegen Titelverteidiger ZSKA Moskau mit 73:71 (48:28).

Obradovic, der bereits mit Partizan Belgrad, Badalona und Real Madrid triumphierte, ist mit nun sieben Titeln einsamer Rekordhalter der europäischen Königsklasse.

Bester Werfer der Partie war Moskaus Spielmacher J.R. Holden mit 14 Punkten, für Athen kamen Vassilis Spanoulis und Antonis Fotsis auf jeweils 13 Punkte.

Die Grünen ziehen zweimal an

ZSKA hatte den besseren Start und lag nach J.R. Holdens Sprungwurf 10:4 vorn (4.). Doch mit zehn Punkten in Folge wendete Panathinaikos das Blatt zum 17:12.

Mit Dreiern von Sarunas Jasikevicius und Dimitris Diamantidis, einem von Drew Nicholas abgeschlossenen Fast-Break sowie einem Hakenwurf von Kostas Tsartsaris enteilten die Griechen auf 33:19 (15.).

Eine Sekunde vor der Halbzeit verwandelte Nicholas, den Jasikevivius hinter dem Rücken angespielt hatte, den achten Dreier der Grünen bei 14 Versuchen zum Halbzeitstand von 48:28.

ZSKA auf einmal da

Jasikevicius legte wenige Sekunden nach der Pause die nächsten Punkte aus der Distanz nach.

Doch Moskau rackerte sich zum Ende des dritten Abschnitts mit 13 unbeantworteten Punkten inklusive des ersten verwandelten Dreiers auf 46:56 (29.) heran.

Und Zoran Planinic sowie Matjas Smodis verkürzte zum Auftakt des Schlussviertels auf sechs, bevor Antonis Fotsis den 17:0-Lauf von ZSKA stoppte.

Der zwölfte Panathinaikos-Dreier, diesmal von Stratos Perperoglu, zum 65:52 beruhigte die Nerven der Grünen noch nicht - nach einem Smodis-Dreier war Moskau auf 66:70 (39.) heran.

Schwerer Wurf für Siskauskas

Ramunas Siskauskas warf 25 Sekunden vor Schluss aus der Distanz sogar das 69:70 - Diamantidis verwertete im Gegenzug zwei Freiwürfe, Siskauskas danach für ZSKA ebenfalls, Jasikevicius wiederum für Athen nur einen - 73:71.

5,8 Sekunden blieben ZSKA: Siskauskas versuchte es, nachdem er sich per Dribbling kaum Platz verschaffen konnte, mit einem Dreier, der Ball sprang aber vom Ring zurück.

Der Titelverteidiger verpasste dadurch das wohl größte Comeback in einem Euroleague-Endspiel.

Zu wenig Gefahr von innen

Die Russen bezahlten letztlich dafür, dass sie außer dem als Senkrechtstarter der Saison ausgezeichneten Erazem Lorbek und Kapitän Matjas Smodis keine Spitzenkräfte im Frontcourt hatten. Beide Slowenen saßen wegen Foulproblemen in der ersten Hälfte lange auf der Bank.

Dadurch fehlte die Gefahr im Innenspiel, sodass Athen seine Verteidigung verstärkt auf den im Halbfinale überragenden Small Forward Ramunas Siskauskas ausrichten konnte. Der Litauer kam zwar auf 13 Punkte, verbuchte aber weder Assists noch Rebounds.

Bourousis provoziert das Publikum

In einem halbherzig geführten Spiel um Platz 3 war der FC Barcelona schon nach 18 Minuten auf 44:32 enteilt und besiegte Olympiakos Piräus dank 20 Punkten von David Andersen ungefährdet mit 95:79 (46:30).(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bei Piräus, das auf den letztjährigen NBA-Akteur Josh Childress verzichtete, hielt US-Guard Lynn Greer mit 19 Punkten, Ionanis Bourousis mit 17 Punkten und neun Rebounds dagegen.

All-Euroleague-Center Bourousis heizt die Atmosphäre zwischen den griechischen Fanblöcken noch weiter auf, indem er den Panathinaikos-Fans gestisch versprach, man werde sich in zehn Tagen in den griechischen Finals wiedersehen - zuvor allerdings stehen für beide Teams die Halbfinal-Serien an.

Auf dem Weg in die Kabine musste Bourousis dann von Trainer Panagiotis Giannakis von einem Mann ferngehalten werden, der diesen mit "schlimmen Worten", so Bourousis, bedacht hatte.

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