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Josh Childress wurde 2004 von den Atlanta Hawks gedraftet © imago

Das letztjährige Hawks-Ass Childress spricht bei Sport1.de über eine unvergleichliche Rivalität, in die er in Piräus eintaucht.

Aus Berlin berichtet Michael Spandern

Berlin - Nach 20 Spielen, von denen er fünf wegen einer Leistenverletzung verpasste, endete die Euroleague-Saison für Josh Childress mit einer Überdosis Kraft.

Der athletische Forward tippte Sekundenbruchteile vor Schluss einen Fehlversuch seines Teamkollegen Nikola Vuicic etwas zu hart ans Brett - Olympiakos Piräus hatte das Halbfinale gegen den späteren Champion Panathinaikos Athen 82:84 verloren.

"Einer musste dieses Spiel verlieren", gab sich der letztjährige Akteur der Atlanta Hawks tags drauf bei Sport1.de abgeklärt.

Rivalität "vom ersten Tag an gelernt"

Dabei weiß er genau, worum es geht, wenn die Roten aus dem Hafenviertel auf die Grünen aus Athen treffen.

"Das gibt's nur hier", sagte Childress - eine vergleichbare Rivalität hat er in den USA nicht erlebt. Doch in Griechenland habe diese nach seinem viel beachteten Wechsel "gleich vom ersten Tag an gelernt".

Nach zwei Duellen in der griechischen Liga kam der 25-Jährige also nicht unvorbereitet nach Berlin: "Unsere Fans erzählen seit acht Monaten ununterbrochen, wie wichtig es ist, Panathinaikos zu schlagen."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Nicht schlechter als die NBA"

Das gelang Childress' Mannen im bedeutsamsten Spiel des Jahres nicht, doch falls beide Teams erwartungsgemäß ihre Halbfinal-Serien gewinnen, steht schon in wenigen Tagen die Chance zur Revanche in den Finals der nationalen Meisterschaft an.

Dann wird die Atmosphäre aller Wahrscheinlichkeit nach ebenso "großartig" sein, wie sie der Mann mit dem Afro in der Berliner Arena am Ostbahnhof erlebte, wohin auch seine Mutter und seine Brüder von Los Angeles aus kamen.

Auch vom Niveau der Euroleague ist er angetan: Das Spiel sei "anders als in der NBA, aber deswegen nicht besser oder schlechter. Die Mentalität ist eine andere, und das Tempo ist langsamer."

Verbleib "noch nicht sicher"

"Mein erstes Jahr ist bislang vor allem ein Lernprozess gewesen", meint Childress, und ist von der Vielzahl neuer Erfahrungen so begeistert, dass er anderen NBA-Akteuren den Wechsel nach Europa "natürlich" empfehlen würde.

Dass er selbst in Piräus bleibt, ist aber trotz seines Dreijahresvertrags über geschätzte 20 Millionen Dollar "noch nicht sicher", wie Childress verrät. Schließlich weiß die NBA, was sie an dem Highflyer verloren hat.

Mit den Hawks steht er in ständigem Kontakt, umgekehrt auch. "Meine alten Teamkollegen haben mir viel Glück fürs Final Four gewünscht. Und ich drücke ihnen natürlich in den Playoffs die Daumen."

Wie weit Atlanta kommen könne? "Sie sind in der Lage, auch in die Finals einzuziehen. Sie sind ein großartiges Team mit allen Möglichkeiten", lobt Childress. Das würde erst recht gelten, wenn er wieder das Hawks-Trikot überstreift.

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