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Julius Jenkins war im Rückspiel gegen Athen mit 32 Punkten überragender Werfer © getty

Die Enttäuschung bei ALBA ist nach dem Verpassen der Euroleague groß - auch wenn der wirtschaftliche Schaden nur "marginal" ist.

Berlin - Die Pressekonferenz war vorbei, doch Trainer Luka Pavicevic vom Pokalsieger ALBA Berlin blieb noch minutenlang auf seinem Stuhl sitzen und starrte ins Leere.

Nach der haarscharf verpassten Qualifikation für die Euroleague war dem Serben die Enttäuschung deutlich ins Gesicht geschrieben.

"Es tut mir unheimlich leid für meine Spieler. Sie haben acht Wochen hart auf diesen Höhepunkt hingearbeitet. Jeder bei ALBA hätte gerne in der Euroleague gespielt", sagte Pavicevic nach dem 75:70 im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Königsklasse gegen Maroussi Athen.

Der Heimerfolg vor 12.196 Zuschauern konnte die 70:79-Niederlage im Hinspiel aber nicht wettmachen.

Zu hohe Hypothek

Dementsprechend sprach Sportdirektor Henning Harnisch von einem "bitteren Sieg" der Albatrosse. Der achtmalige Deutsche Meister muss sich nun mit der Teilnahme am zweithöchsten europäischen Klub-Wettbewerb, dem Europacup, trösten.

"Vor allem die Hinspiel-Niederlage mit neun Punkten Unterschied war im Vergleich zu unserer Leistung in Athen viel zu hoch. Das war schwer aufzuholen", sagte Pavicevic.

Dennoch blickte der Coach offensiv nach vorne: "Jetzt beginnt für uns eine neue Saison mit der Bundesliga, dem Pokal und dem Eurocup. Unser Ziel ist der Gewinn der deutschen Meisterschaft, um uns wieder direkt für die Euroleague zu qualifizieren."

Topspiel am Sonntag

Während die Eurocup-Gruppenphase noch nicht ausgelost ist und erst am 24. November startet, beginnt der Bundesliga-Alltag für den Hauptstadt-Klub bereits am Freitag mit dem Gastspiel in Gießen.

Am Sonntag kommt dann der Meister EWE Baskets Oldenburg zum BBL-Spitzenspiel nach Berlin.

"Wir laufen jetzt schon vor der Saison mit einem Gepäck herum. Das müssen wir ganz schnell in die Ecke schmeißen", sagte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi, der in der schnellen Rückkehr in den Ligaspiel-Rhythmus auch einen Vorteil sieht: "So können wir nicht lange über das Verpassen der Euroleague nachdenken."

Unterschied nur "marginal"?

Dennoch trauerte auch der Manager der Königsklasse ein wenig hinterher.

Wirtschaftlich sei der Unterschied zum Eurocup zwar "marginal", aber "ALBA will sich immer mit den Besten in Europa messen", sagte Baldi. Einen möglichen Imageverlust befürchtet Baldi jedoch nicht: "Unser positives Image haben wir uns 20 Jahre lang erarbeitet. Das wird sicher nicht darunter leiden, dass wir ein Jahr im Eurocup spielen."

Sportlich sieht Baldi dagegen noch einige Baustellen. "Man hat gesehen, dass unser Neuzugang Kenan Bajramovic noch nicht da ist, und dass uns ein weiterer neuer Spieler gut zu Gesicht stehen würde", sagte der Berliner Manager. Die Suche nach einem neuen Flügelspieler werde nun intensiviert.

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